Röttenbach
Barrierefreies Wohnen

Wohnungen im Kreis ERH fit machen fürs Alter

Ehrenamtliche Wohnberater im Landkreis Erlangen-Höchstadt geben Tipps zum Umbau von Häusern und Wohnungen. Familie Watzer aus Röttenbach hat einiges umgesetzt.
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Gottfried Watzer und Wohnberater Christoph Volkmar zeigen Anna Maria Preller und Landrat Eberhard Irlinger das umgebaute Bad.   Foto: Maria Leicht
Gottfried Watzer und Wohnberater Christoph Volkmar zeigen Anna Maria Preller und Landrat Eberhard Irlinger das umgebaute Bad.   Foto: Maria Leicht
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Eine silberne Rampe führt zur Haustür der Familie Watzer, die etwas erhöht zum Grund liegt. Für Gottfried Watzer, der seit einer Amputation des Oberschenkels im vergangenen September auf einen Rollstuhl angewiesen ist, eine der Maßnahmen, die ihm das Wohnen zu Hause erleichtern. "Ich komme wunderbar zurecht", sagt der Hausherr auch über den Umbau des Badezimmers.

Christoph Volkmar, ehemaliger Architekt, hat als ehrenamtlicher Wohnberater die Eheleute beraten. So wurde ein 90 Zentimeter breiter Durchgang mit Schiebetür zum Badezimmer geschaffen. Wie Rosemarie Watzer erklärt, haben sie das Gästebad und mit ihrem großen Bad zusammengelegt und so Platz geschaffen. Im neuen Badezimmer wurde nun darauf geachtet, dass sich keine Schwellen auf dem Untergrund befinden, erklärt Volkmar.
Auch ein unterfahrbarer Waschtisch und ein erhöhtes WC sowie viele Haltestangen und Klappstützgriffe fänden sich nun im Sanitärbereich. Die Dusche wurde mit einer großen bodengleichen Duschtasse mit Klappsitz und Haltestange umgebaut.

10 000 Euro Zuschuss

Damit wurde das Badezimmer der Watzers weitestgehend barrierefrei. Grundlage für die Baumaßnahmen ist die DIN 18040, eine zweiteilige Norm der bayrischen Bauordnung für barrierefreies Bauen von öffentlichen Räumen und Wohnungen, erläutert Volkmar. Dabei seien 90 Prozent aller Fälle, in denen die Wohnberater zu Rate gezogen werden, Bäder. Zusätzlich bieten sie auch für das ganze Haus sowie den Garten ihre Dienste an. Vor Ort beraten sie, zeigen mögliche Umbaumaßnahmen auf und informieren über Finanzierungsmöglichkeiten. Die Eheleute Watzer nutzten beispielsweise das leistungs freie Baudarlehen beim Landratsamt und wurden mit 10 000 Euro bezuschusst.

Insgesamt 18 Wohnberater gibt es im Landkreis, die durch Schulungen und Fortbildungstage ausgebildet wurden. "Sie bieten eine neutrale Beratung", sagte Landrat Eberhard Irlinger (SPD). Sind die Empfehlungen ausgesprochen, könnten die Betroffenen selbst Personal für die Umsetzung suchen.

Es komme öfter vor, so Volkmar, dass Firmen nicht alles wie geplant umsetzen. So würden Bewegungsflächen nicht ausreichend berücksichtigt und zu wenige Hand- und Haltegriffe in Bad und Flur eingebaut. Auch im Bad der Watzers sei der Bereich zwischen Toilette und Waschbecken zu klein.

In der Regel drei Monate

Mit der Beratung der Eheleute begann Volkmar Ende September 2013. Nach nur einem Monat waren die Baumaßnahmen abgeschlossen, berichtet Rosemarie Watzer. Im Regelfall dauere ein Umbau von der Planung über die Finanzierung bis zur Vollendung drei Monate, erläutert ihr Wohnberater. Durch eine vorzeitige Genehmigung des Baubeginns konnte bei den Eheleuten Watzer frühzeitig mit dem barrierefreien Umbau begonnen werden.

Die meisten Fälle, die die Ehrenamtlichen beraten, seien akut, berichtet Anna Maria Preller, Seniorenbeauftragte und Kontaktstelle zu den Wohnberatern im Landkreis. Volkmar erzählt noch von anderen Fällen. Auch jüngere Leute, deren Kinder ausgezogen seien, überlegten, ob sie sich die Kosten eines Umbaus zumuten wollen. "Ein vorausschauender Umbau kann später genutzt werden - oder man zieht aus." Stehe die Planung für einen Umbau schon, würden die Wohnberater auch nachträglich einen Blick darauf werfen und hinsichtlich der Barrierefreiheit abklären.

Seit Mai 2011 sind die Wohnberater aktiv. Im letzten Jahr haben sie 60 Beratungen durchgeführt.
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