Herzogenaurach
Auszeichnung

Wohltätig wann immer es geht

Rosi Gehr engagiert sich seit Jahrzehnten mit dem Katholischen Frauenbund für soziale Zwecke. Dafür wurde sie geehrt.
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Rosi Gehr belebte den Brauch wieder, dass zu Mariä Himmelfahrt Kräutersträuße gesammelt und geweiht werden. Foto: Archiv/Welker
Rosi Gehr belebte den Brauch wieder, dass zu Mariä Himmelfahrt Kräutersträuße gesammelt und geweiht werden. Foto: Archiv/Welker
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Ganz bescheiden dankte Rosi Gehr zuerst ihrer Familie und den "Mitstreiterinnen" des Katholischen Frauenbundes. "Allein schafft man nichts, nur zusammen kann man was erreichen, und da muss auch die Familie dahinter stehen", erklärte die Herzogenauracherin, die aus den Händen von Landrat Eberhard Irlinger (SPD) gerade das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männer bekommen hatte. "Nehmen sie es als ein Zeichen der Wertschätzung, dass heute nicht nur ihr Mann Walter und ihr Sohn Klaus, sondern auch Frauen ihres Vereins und Mitglieder des Stadtrates gekommen sind", meinte Bürgermeister German Hacker (SPD).
Seit 1974 engagiert Rosi Gehr sich im Zweigverein des Katholischen Deutschen Frauenbundes und war von 1997 bis 2009 auch dessen Vorsitzende.
Ihr besonderes Engagement galt und gilt immer noch dem vom Frauenbund betriebenen Café beim Herzogenauracher Altstadtfest, das Kaffee, Torten und Kuchen verkauft. Gerade die Kaffeestunden im Pfarrgarten während des Altstadtfestes erfreuen sich von Jahr zu Jahr größerer Beliebtheit. "Inzwischen ist die Kaffeerunde, nicht zuletzt durch die Gäste aus den Partnerstädten, ein beliebter internationaler Treffpunkt und nicht mehr wegzudenken", lobte der Bürgermeister das Engagement von Rosi Gehr und den Mitgliedern des Frauenbundes.
Aber auch auf dem Weihnachtsmarkt ist der Frauenbund aktiv, dort werden selbst hergestellte Waren verkauft. Der Erlös dieser und weiterer Aktionen kam schon immer bedürftigen Menschen zugute - so zum Beispiel einem Baby-Hospital in Bethlehem oder Hilfsvereinen aus Bosnien und Algerien. Größten Wert legt Rosi Gehr darauf, dass bei der Verteilung kein Unterschied zwischen Konfession oder Nationalität gemacht wird.
Rost Gehr ließ auch eine Tradition zu Mariä Himmelfahrt wieder aufleben. In den katholische Gegenden war es früher üblich, Sträuße aus verschiedenen Blumen und Kräutern zu binden und während eines Gottesdienstes weihen zu lassen. Seit über 20 Jahren pflegt Rosi Gehr zusammen mit den Frauen des Vereins diesen alten Brauch wieder und sammelt Blumen und Kräuter in Gottes freier Natur. Nach der Weihe werden diese Kräutersträuße an die Gottesdienstbesucher verkauft. "Seitdem hat auch der 15. August in Herzogenaurach wieder einen Sinn bekommen und ist nicht nur ein Feiertag", erklärte Dritter Bürgermeister und Kreisheimatpfleger Manfred Welker (FW) bei der Feierstunde.

Eine große Motivatorin

In seiner Laudatio hob Irlinger besonders das christliche und soziale Engagement von Rosi Gehr hervor, dies begann schon in der Jugendzeit der Geehrten. Mit rund 200 Mitgliedern nehme der Katholische Frauenbund in Herzogenaurach eine bedeutsame Rolle ein. Für Rosi Gehr war und ist es wichtig, durch ehrenamtliche Aktivitäten Geld einzunehmen, das Bedürftigen vor Ort, aber auch vielen Projekten rund um die Welt zu Gute kam. Als besonders hilfreich für dieses Vorhaben erwies sich ihre Begabung, beständig weitere Mithelferinnen gewinnen und motivieren zu können.
Neben sozialen Aktivitäten kam aber auch der gesellige Teil des Vereinslebens nicht zu kurz. Während ihrer Zeit als Vorsitzende organisierte sie eine Vielzahl von Vorträgen, die Themen von Gesundheit über Gentechnologie bis hin zur Kommunalpolitik behandelten. Für Abwechslung sorgten nicht nur Tagesausflüge und Musicalbesuche, sondern auch Besuche der Herzogenauracher Partnerstädte. Rosi Gehr engagiert sich nach wie vor im Führungskreis des Frauenbundes, organisiert hauswirtschaftliche Tätigkeiten in der Pfarrei und plant auch die unterschiedlichsten Fahrten und Ausflüge.
"Ihrer christlichen Einstellung folgend, unterstützen Sie, liebe Frau Gehr, soziale und wohltätige Aktionen, wann immer Sie können", erklärte Irlinger bei Übergabe des Ehrenzeichens. Auch für Bürgermeister Hacker ist Rosi Gehr ein besonderer Mensch. "Es gibt in Herzogenaurach nur wenige Menschen, die für andere so viel leisten wie Sie", erklärte Hacker und lobte die tolle Gemeinschaft des Frauenbundes. So verstehe es die Geehrte, andere Frauen zu motivieren und in diese Gemeinschaft einzubinden.
Mit einer herzlichen Umarmung gratulierte auch die jetzige Vorsitzende des Frauenbundes, Ille Prockl-Pfeiffer. "Wir sind ganz, ganz stolz auf Dich und fühlen uns mit Dir geehrt." Die Vorsitzende bedankte sich auch für die vielen, vielen Stunden der ehrenamtlichen Arbeit und die gemeinsame Zeit. Die Stadt Herzogenaurach hatte Rosi Gehr bereits im Dezember 2005 bei einer Festsitzung des Stadtrates mit der Stadtmedaille in Silber geehrt.
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