Mühlhausen
20-Millionen-Projekt

Windenergie nimmt in Mühlhausen Formen an

Für die vier bei Mühlhausen im Landkreis Erlangen-Höchstadt geplanten Windräder werden in der Woche ab 27. August die Fundamente betoniert. Die von Bürgern und heimischen Banken finanzierte Anlage soll noch in diesem Jahr Strom liefern.
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Je 20 Meter Durchmesser haben  die vier  Eisengeflechte für die  Windräder, die in der kommenden Woche unter Beton verschwinden.   Foto: Andreas Dorsch
Je 20 Meter Durchmesser haben die vier Eisengeflechte für die Windräder, die in der kommenden Woche unter Beton verschwinden. Foto: Andreas Dorsch
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Wenn weiter alles glatt läuft, gehen zwischen Mitte November und Mitte Dezember auf dem Höhenzug zwischen Mühlhausen und Decheldorf vier gigantische Windkraftanlagen in Betrieb. Übrigens die ersten im Raum Höchstadt und mit einer Nabenhöhe von 140 Metern wohl auch die höchsten in der Region.
Rund 220 Gesellschafter aus Mühlhausen und Umgebung haben sich zur "Bürgerwindenergie Mühlhausen GmbH & Co. KG" zusammengeschlossen und sieben Millionen Eigenkapital in die Anlage investiert. 13,4 Millionen kommen von den Sparkassen Höchstadt und Neustadt. Damit sollen die auf 20,4 Millionen Euro veranschlagten Gesamtkosten finanziert werden.
"Wir liegen voll im Zeitplan", sagt Nadine Paulus, die Projektleiterin von der Markt Erlbacher Firma "Wust, Wind und Sonne", die die Anlage plant, entwickelt und auch die Geschäftsführung der Bürgergesellschaft übernimmt. Paulus ist zuversichtlich, noch heuer eine nach der anderen Anlage ans Netz anschließen zu können. Dafür werden derzeit von einem Kabelpflug 8,5 Kilometer Kabel am Rand von Feldwegen und Nebenstraßen zum Umspannwerk Burgebrach verlegt. Dort wird der Mühlhausener Strom ins Netz eingespeist.
Wenn sich die Windräder noch heuer zu drehen beginnen, bekommt die Bürgergesellschaft 9,41 Cent für jede eingespeiste Kilowattstunde Strom. Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz ist dieser Betrag für 20 Jahre garantiert. Nadine Paulus hält es bei steigenden Strompreisen aber auch für möglich, den Strom direkt zu vermarkten und damit höhere Erlöse als geplant zu erzielen.
Garantien gibt es natürlich keine - auch nicht für die erwarteten 22,7 Millionen Kilowattstunden im Jahr, die die vier Windräder in Mühlhausen bringen sollen. Sollte der Wind diese Strommenge liefern, würde das eine Einspeisevergütung von über 2,1 Millionen Euro im Jahr bedeuten.
Projektleiterin Paulus ist "sehr zufrieden" mit dem Baufortgang vor Ort und lobt auch die gute Zusammenarbeit mit dem Landratsamt. Sobald die Fundamente ausgehärtet sind, werden die vier Stahlrohrtürme errichtet. Mit maximal 32,5 Meter langen Teilen wachsen die Türme bis auf 140 Meter und bekommen dann das Maschinenhaus aufgesetzt. Dieses ist 14 Meter lang, jeweils knapp vier Meter breit und hoch und natürlich begehbar.
Für die Stromerzeugung sorgt ein Rotor mit einem Durchmesser von 112 Meter. Eine Fläche von knapp 10 000 Quadratmeter wird davon überstrichen.
Die Anlagen in Mühlhausen liefert die Firma Vestas, einer der Marktführer im Bereich Windenergie. Jedes dieser Windräder kann bei idealen Bedingungen 3000 Kilowatt Strom erzeugen.
Die Mühlhausener Bürger setzen aber nicht nur auf Wind. Sie haben auch bereits eine Bioenergie-Genossenschaft für die Nahwärmeversorgung gegründet.


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