Von Kritik an der Gemeinde bis zum Spott am Ungeschick einzelner - der Burghaslacher Kirchweihumzug am Samstag bot wieder allerlei zum Lachen und zum Nachdenken für die zahlreichen Zuschauer am Wegesrand.
Unnötige Geldausgaben der schuldenfreien Gemeinde, mangelnden Einsatz bei der Abwehr von drohender NPD-Niederlassung - es waren überlegenswerte Gedankenansätze, die sich die Betroffenen durchaus mal zu Herzen nehmen sollten.

In der Kerwaszeitung


Gerade zu letzten beiden Punkten begnügte sich die ebenfalls durchaus passabel gemachte Kerwaszeitung auch nicht mit kurzen Gedichtchen, sondern hatte zwei lesenswerte Artikel integriert, die das Verhalten der Gemeinde in durchaus kritischem Licht darstellten. Lediglich ein Impressum fehlte der Zeitung - ein kleiner Schönheitsfehler, der wohl der Unkenntnis der jungen Leute zuzuschreiben ist.
Eigentlich stand aber natürlich das Vergnügen im Vordergrund an der Hosler Kerwa. Über Missgeschicke und unpassendes Verhalten einzelner im vergangenen Jahr noch mal zu reflektieren, das ist auch Aufgabe des Kerwaumzugs.

Baum nur 17 Meter lang


Und dann war da ja noch die Sache mit der Kirchweihfichte - das könnte Anregung für einen Wagen im nächsten Jahr sein: Zum einen ist die Fichte heuer "nur" 17 Meter hoch. "Nicht gut, wenn der Baum im Hauptort der kleinste von allen im Gemeindegebiet ist", so Willi Hofmann, Mitglied im Arbeitskreis Kulturtankstelle und früher Kulturbeauftragter der Gemeinde schmunzelnd. Aber er hat auch gleich eine Erklärung: Das Festzelt war heuer von Anfang an so groß angelegt, dass für einen größeren Baum einfach nicht Platz genug zum Aufstellen war. Nächstes Jahr, so seine Empfehlung, müsse man das berücksichtigen.
Zum anderen hat's die Fichte heuer erwischt: Böse Buben haben sie geschält. Zwar greift die Burghaslacher Dorfjugend jedes Jahr zu einem Trick, um so etwas zu vermeiden. Sie schält ihre Fichte selbst bis zu einer gewissen Höhe ab - das hat schon manchen abgehalten, einen dummen Streich zu begehen. Heuer aber wurde oberhalb der eigenen Markierung noch mal geschält. "Ich weiß, wer's war", erzählt ein junger Mann - aus verständlichen Gründen will er anonym bleiben - unserer Zeitung hinter vorgehaltener Hand "der- oder diejenigen haben einen eindeutigen Hinweis hinterlassen. Aber ich verrat nichts. Eines kann ich jedoch mit Sicherheit sagen: Die Gleißenberger (der Nachbarort, der bei solchen Dingen natürlich immer als erster verdächtigt wird), die waren es sicher nicht."