Weisendorf
Verkehr

Weisendorfer Gemeinderäte streiten über einen Gehweg

Einige Weisendorfer Gemeinderäte scheitern mit ihrem Antrag, die Erlanger Straße auch auf der Nordseite für Fußgänger durchgehend begehbar zu machen. Die Mehrheit will abwarten, bis Lücken in der Bebauung geschlossen sind.
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An der Erlanger Straße gibt es derzeit nur auf der Südseite (rechter Bildrand) einen durchgehenden Gehweg. Allerdings sind an der Nordseite in Richtung des Gewerbegebiets noch nicht alle Grundstücke bebaut (im Hintergrund). Foto: Richard Sänger
An der Erlanger Straße gibt es derzeit nur auf der Südseite (rechter Bildrand) einen durchgehenden Gehweg. Allerdings sind an der Nordseite in Richtung des Gewerbegebiets noch nicht alle Grundstücke bebaut (im Hintergrund). Foto: Richard Sänger
"Fußgänger müssen die Gehwege benutzen", so steht es in der Straßenverkehrs-Ordnung. Gemeint ist damit jede öffentliche Verkehrsfläche, die erkennbar dem Fußverkehr dienen soll. Lücken in einer Bebauung im Zuge einer ansonsten angebauten Straße dürfen die Grundausstattung, zu der Anlagen für den Fußgängerverkehr gehören, nicht unterbrechen. So steht es zumindest in den Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen.

Die Wirklichkeit sieht natürlich in vielen Fällen anders aus, so auch an der nördlichen Seite der Erlanger Straße in Weisendorf. Das fehlende Stück des Gehweges in Richtung Osten bis zum Gewerbegebiet wurde im Gemeinderat schon des Öfteren diskutiert und es wurden auch Planungskosten im Haushalt eingestellt. Auch der frühere Bürgermeister Alexander Tritthart (CSU) sah die Notwendigkeit eines durchgehenden Gehweges, allerdings erst, wenn die Grundstücke am Ortsausgang bebaut werden. "Wenn der Lückenschluss kommt, dann wird auch der Gehweg gebaut", sagte er schon vor Jahren, und diese Meinung vertritt auch sein Nachfolger Heinrich Süß (UWG).

Der Haushalt ist schon durch

Nun stellte Norbert Maier von den Grünen den Antrag auf Erteilung eines Planungsauftrages zum Bau eines Geh- und Radweges nördlich der Erlanger Straße. Den Antrag unterzeichneten Karoline Schmidt, Günther Vogel (beide BWG/FW) und die beiden SPD-Räte Kathrin Rascher und Ludwig Paulus sowie Christiane Kolbet von den Grünen. Begründet wurde der Antrag unter anderem damit, dass derzeit am Kellerberg ein weiteres Wohngebiet geplant sei.

Bürgermeister Süß bat den Antragsteller vor der Behandlung des Tagesordnungspunktes, den Antrag zurückzuziehen, dies lehnte Maier ab. "Dieser Antrag kommt zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt, der Haushalt wurde vorberaten, einstimmig verabschiedet und ist genehmigt", erklärte der Bürgermeister. Zudem wäre das eine Planung ins "Blaue", denn im schlimmsten Fall müsste man Teile des Gehwegs wieder wegreißen, wenn die Baulücken geschlossen werden. "Ich kann nur empfehlen, diesen Gehweg jetzt nicht zu bauen", bekräftigte Süß seine ablehnende Haltung.

Christiane Kolbet von den Grünen konnte die Meinung des Bürgermeisters nicht teilen. So werde ein Radweg nach Reuth gebaut, wo nur alle fünf Minuten ein Auto fahre, die Erlanger Straße dagegen stark frequentiert ist, mit zunehmendem Lkw-Verkehr. "Die Radfahrer bekommen Panik und die Situation ist nicht mehr hinnehmbar. Ich möchte heute Abend diese Kuh vom Eis haben", erklärte Kolbet. Auch Norbert Maier mahnte, die Angelegenheit nicht mehr auf die lange Bank zu schieben. "Da ging jahrelang nichts voran. Man muss die Leute fragen, die das Sagen und die Mehrheit hatten und haben, warum die Planung nicht umgesetzt wurde", kritisierte Maier.
Auch Ludwig Paulus (SPD) beklagte die "unendliche Geschichte", und Friedrich Mümmler (FW) sah den Antrag ebenfalls als sinnvoll an. Es sei auch ein Teilausbau möglich, und man müsse nicht auf den Lückenschluss warten.

Hans Kreiner (CSU) verwies im Gegenzug nochmal auf den beschlossenen Haushalt und fragte, warum der Antrag nichtim Herbst des vergangenen Jahres gestellt worden sei. Schließlich ließ der Bürgermeister über den Antrag abstimmen, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass die Planung im nächsten Haushalt berücksichtigt werden könne. Für den Antrag von Norbert Maier stimmten schließlich sieben und dagegen elf Mitglieder des Gemeinderates.
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