LKR Erlangen-Höchstadt
Warnung

Waldbrandgefahr in Erlangen-Höchstadt auf höchster Stufe

Das Waldbrandrisiko im Raum Höchstadt hat die höchste Meldestufe erreicht. Die Rettungsstaffel fliegt bereits Beobachtungsflüge über der Region.
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Ein Bienenhäuschen und eine Wiese am Waldrand bei Warmersdorf sind am Sonntag abgebrannt.  Foto: Christian Bauriedel
Ein Bienenhäuschen und eine Wiese am Waldrand bei Warmersdorf sind am Sonntag abgebrannt. Foto: Christian Bauriedel
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Mittelfranken ist violett. Die Karte des Deutschen Wetterdiensts ist eindeutig: In Sachen Waldbrandgefahr gilt für Bayern in dieser Woche "hohe Gefahr". In weiten Teilen Nordbayerns, auch im Landkreis Erlangen-Höchstadt, gilt die höchste Meldestufe 5, also "sehr hohe Gefahr".

Die Hitze hat Wald und Flur derart ausgedörrt, dass ein Funke genügt, um ein verheerendes Feuer zu entfachen.
Wie schnell es gehen kann, zeigte sich am Sonntag im Wachenrother Ortsteil Warmersdorf. Am Waldrand im Osten des Ortes stand ein Bienenhaus in Flammen. Die Wiese hatte bereits Feuer gefangen. Die Feuerwehr verhinderte ein Übergreifen auf den Wald. Laut Polizei ist die Ursache noch nicht geklärt.


Wenn die Grills angefacht werden

Nicht auf die leichte Schulter nehmen, das ist der Appell von Stefan Stirnweiß, Röttenbachs Revierförster und seines Wachenrother Kollegen Gerhard Hofmann. "Wir sind durchaus alarmiert", sagt Stirnweiß. Das Handy sei stets parat.

"Ab dem späten Nachmittag beginnt die kritische Zeit, wenn die Leute spazieren gehen und wenn die Grills angefacht werden", sagt Stirnweiß. Es gelte: Erst hundert Meter vom Wald entfernt darf gegrillt werden. Wohlgemerkt gegrillt, kein offenes Feuer.

"Das Rauchen ist auch ein permanenter Risikofaktor", so Stirnweiß. Es gebe immer Unbelehrbare, die sich im Wald eine Zigarette anzünden. Dabei gelte (unabhängig von der Witterung) von 1. März bis 31. Oktober Rauchverbot im Forst. Auch die Kippe aus dem Autofenster kann schlimme Folgen haben.

Glasflaschen seien wegen des Brennglaseffekts nicht zu unterschätzen. Und auch ein Auto oder Motorrad, das heiß gelaufen ist und im Gras geparkt wird, kann einen Brand auslösen.


Feuerflieger über Mittelfranken

Um mögliche Brandherde schnell zu entdecken, fliegen ab heute die Luftbeobachter der Rettungsstaffel. Dies hat die Regierung von Mittelfranken angeordnet. Die Flüge werden von ehrenamtlichen Piloten durchgeführt. An Bord befinden zudem ein Luftbeobachter der Feuerwehr, der den Funk bedient und ein Mitarbeiter der Forstbehörde. Auch Stirnweiß war schon dabei. Damals hoben die Flugzeuge in Seukendorf und Herzogenaurach ab.
Die aktuellen Beobachtungsflüge starten in Ansbach, Weißenburg und Rothenburg. Beflogen wird dabei das gesamte Gebiet von Erlangen über Nürnberg bis hinunter zum Brombachsee.

Im Landkreis Erlangen-Höchstadt gibt es nach Auskunft von Kreisbrandmeister Stefan Brunner im Jahr 10 bis 15 Waldbrandeinsätze. Die meisten habe man schnell im Griff, weil sie früh gemeldet werden und weil das Waldwegenetz gut ausgebaut sei.


Woher kommt das Wasser?

Das Hauptproblem: Woher kommt das Löschwasser, wenn es in der Pampa brennt? Zunächst aus den Tanks der Fahrzeuge. Es gebe zudem mobile Behälter. " Auch die Landwirte sind mit eingebunden, die Wasser anfahren", sagt Brunner. Und es könne auch Wasser aus Weihern entnommen werden - im Notfall ohne den Eigentümer erst zu ermitteln.

Vor zwei Jahren wurden alle Wehren im Kreis mit Waldbrandkarten ausgestattet. Darauf eingezeichnet: Sammelpunkte, Waldwege, die mit Löschfahrzeugen befahren werden können, potenzielle Wasserentnahmestellen und auch Gewässer in denen man mit dem Hubschrauber schöpfen kann. Wichtige Informationen für die Einsatzkräfte im Fall, wenn es einmal lunnert, draußen im Wald.
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