Höchstadt
Innenstadtbelebung

WAB Kosbach will ein Café in Höchstadt eröffnen

Im ehemaligen Gardinengeschäft Benkert in Höchstadt soll bald ein Café eröffnen. Das Angebot der WAB Kosbach wird sich vor allem an Menschen mit Behinderung und an Senioren richten. Sobald die Fördermittel da sind, kann der Umbau beginnen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Im alten Gardinenhaus in Höchstadt soll bald eine Begegnungsstätte entstehen.  Fotos: Christian Bauriedel
Im alten Gardinenhaus in Höchstadt soll bald eine Begegnungsstätte entstehen. Fotos: Christian Bauriedel
Noch liegt das grüne Haus in der Hauptstraße im Dornröschenschlaf. Die Schaufenster des ehemaligen Gardinengeschäfts Benkert sind abgeklebt. Doch die soziale Einrichtung WAB Kosbach will die leer stehenden Räume in Höchstadts Zentrum bald wachküssen.

Entstehen soll ein Café, ein Treffpunkt für Senioren und Menschen mit Behinderung. Im letzten Jahr hat die WAB das Haus gekauft. "Die Innenstädte sterben aus. Für viele ältere Menschen stellt sich die Frage: Wo kann ich noch hin?", sagt Jürgen Ganzmann, Geschäftsführer der WAB (Wohnen, Arbeiten, Befähigen). Das Ziel sei, einen Treffpunkt zu schaffen, der von der Stadtmitte aus gut zu erreichen ist. Die Begegnungsstätte soll sich speziell an Menschen mit kleinerem Geldbeutel richten.

Barrierefreie Toiletten

Ganzmann kennt die Probleme, die viele Senioren plagen. In vielen Cafés gebe es nur noch Selbstbedienung. Das Angebot steht klein auf einer Tafel an der Wand. Den Kaffee holt man sich an der Theke ab. "Wenn man mal etwas länger braucht, wird die Schlange hinter einem schon länger und länger", sagt Ganzmann. Wenn dann das Suchen des Kleingelds etwas länger dauert, komme schnell Stress auf.

Das alles soll es in dem neuen Café nicht geben. Eine Karte mit günstigem Kaffee und Kuchen, aber auch Kultur- und Informationsveranstaltungen sind geplant. Nicht nur der Innenraum, sondern auch die Toiletten sollen barrierefrei gestaltet werden. Die Gastronomie soll Personen mit psychischer Beeinträchtigung eine Möglichkeit zum Arbeiten geben. Und auch Asylbewerber sollen in Zukunft in der Begegnungsstätte eine Stelle finden können.
"Ein wesentlicher Aspekt wird sein, dass der Treffpunkt fünf mal die Woche geöffnet haben wird", sagt Ganzmann. Wenn die Fördermittel von der EU bewilligt sind, könne der Ausbau beginnen. Ganzmann rechnet damit, dass es im Mai soweit ist.

"Es handelt sich um ein Pilotprojekt im Integrierten Räumlichen Entwicklungskonzept", sagt Bürgermeister Gerald Brehm (JL). Dabei handelt es sich um einen Antrag bei der EU. Das Projekt der WAB ist Teil eines Pakets an Maßnahmen, das Höchstadt und die umliegenden Kommunen bei der EU eingereicht haben.

Ein zweites Standbein der Förderung sei die Städtebauförderung, so Brehm. Hier gehe es nicht nur um die Sanierung der Fassade, sondern auch um den Ausbau der Innenräume. "Es wird ein hervorragendes Angebot für die Senioren in der Stadt", sagt der Bürgermeister. Die Begegnungsstätte helfe auch, die Innenstadt zu beleben.

Ideen für den Namen gibt es schon

Ein Name für das Café stehe noch nicht fest, sagt Ganzmann. "Lebenswelten" sei eine Idee. Möglicherweise werde der alte Name weiter geführt: "Die Leute kennen das Haus als Benkert." Ein Vorteil: Der Schriftzug könnte weiter genutzt werden.

"Heute gehen wir ins Benkert", könnte es unter Senioren bald heißen. Statt Gardinen, gibt es dann ein Stück Käsekuchen und eine Tasse Kaffee zum neusten Stadtgespräch. Ganz ohne Selbstbedienung und stressiges Suchen nach Kleingeld.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren