Höchstadt a. d. Aisch
Finanzierungsmodell

Vereine in Erlangen-Höchstadt setzen auf Crowdfunding

Eine gute Idee, aber kein Geld. Was tun? Um Projekte mit Spendenwilligen zusammen zu bringen, organisiert die VR-Bank eine Anlaufstation im Internet.
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Die Wasserwacht Höchstadt sammelt für ein Einsatzfahrzeug - und sitzt schon einmal Probe. Foto: privat
Die Wasserwacht Höchstadt sammelt für ein Einsatzfahrzeug - und sitzt schon einmal Probe. Foto: privat
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Patrick Sorger ist hochambitioniert, wenn es um das Ehrenamt geht. Der stellvertretende Kommandant der Feuerwehr Neuhaus und ABC-Fachberater des Landkreises sammelt zur Zeit mit seinem Team Spenden. Ziel ist der Kauf einer mobilen Schmutzwasserpumpe für den Einsatz bei Überschwemmungen.

Der Spendenaufruf ist Teil der Aktion "Viele schaffen mehr" der VR-Bank Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach. Crowdfunding heißt die Methode, mit der Vereine der Region für ihre Projekte Geld eintreiben können.


Zündende Ideen brauchen Geld

Vereine mit einer zündenden Idee reichen über ein Portal im Internet ihr neues Sammelprojekt ein. Sie stellen ihren Wunsch kurz vor und geben die Gesamtkosten an. Je nach Höhe des benötigten Betrags müssen zunächst "Fans" gesammelt werden. Erst dann startet die Finanzierungsphase. Für jeden gespendeten Betrag legt die VR-Bank zehn Euro drauf. Hierfür müssen es pro Spende mindestens zehn Euro sein. Gespendet werden können aber auch kleinere Beträge.

Der Spendenzeitraum für die Vereinsprojekte beträgt jeweils drei Monate. Sollte der angepeilte Betrag bis dahin nicht zusammenkommen, werden die Spenden rückabgewickelt.

Feuerwehrmann Sorger hofft natürlich, dass die 4500 Euro für die neue Pumpe erreicht werden. Er betont, wie wichtig das Gerät ist. "Wir sind sofort mobil und brauchen keinen Strom. Unsere festen Pumpen stoßen bei Schmutzpartikeln sehr schnell an ihre Grenzen."

Auch Gruppenführer Holger Seelbach weist darauf hin, dass die Kanalisation große Wassermassen bei Starkregen nicht mehr abtransportieren kann.


Schon 1020 Euro gesammelt

Das Projekt der Feuerwehr auf der Seite der VR-Bank läuft seit dreißig Tagen. Es wurden schon 1020 Euro gespendet. "Wir werden die verbleibenden 60 Tage nutzen und für die restlichen 3500 Euro in Neuhaus von Tür zu Tür gehen und aktiv um Spenden werben", sagt Sorger. Bernd Umbach, der sich bei der VR-Bank um das Crowdfunding kümmert, ist guter Dinge, dass der angepeilte Betrag zusammenkommt. "Ich kann mir gut vorstellen, dass sie das schaffen. Aber von allein kommt das nicht. Man muss etwas dafür tun."

Weitere Vereine der Region sind auf die Crowdfunding- Möglichkeit aufmerksam geworden. Der TSV Lonnerstadt ist schon in der Finanzierungsphase. Er plant eine neue Rutsche auf dem Sportgelände.


Heiße Phase bei der Wasserwacht

Die Wasserwacht Höchstadt befindet sich gerade in der heißen Phase der Unterstützersuche. Für einen Transportwagen benötigt sie 15.000 Euro. Es fehlen noch 85 "Fans", die das Projekt anklicken. Dann könnte die Finanzierungsphase starten. Um "Fan" zu werden, muss man sich einen Account auf der VR-Bank-Seite anlegen.
"Wir als VR-Bank sind eine der wenigen Filialen in Bayern, die bei der deutschlandweiten Aktion mitmachen", sagt Umbach. Startschuss war im September.

Wie lange die Aktion noch geht, sei noch nicht klar. 400 Vereine seien angeschrieben worden. Es befänden sich 25.000 Euro im Spendentopf. Geld, das sicher viele gute Ideen finanzieren kann.
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