Höchstadt a. d. Aisch

VIP-Gebäude für die Integration in Höchstadt?

Die Pläne für ein gemeinsames Projekt der Stadt Höchstadt mit dem TSV werden weiter vertieft. Ein Objekt aus Fürth könnte in Höchstadt aufgebaut werden.
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Als VIP-Gebäude wird dieser "Containerbau" am Stadion der SpVgg Fürth genutzt. Er könnte am Sportpark in Höchstadt eine neue Heimat finden, dem TSV als Vereinsheim dienen und bei der Integration von Flüchtlingen helfen.  Foto: Architekturbüro Wiesneth
Als VIP-Gebäude wird dieser "Containerbau" am Stadion der SpVgg Fürth genutzt. Er könnte am Sportpark in Höchstadt eine neue Heimat finden, dem TSV als Vereinsheim dienen und bei der Integration von Flüchtlingen helfen. Foto: Architekturbüro Wiesneth
Mehrheitlich positiv steht der Höchstadter Stadtrat den Plänen gegenüber, auf einem Grundstück Am Sportpark ein Integrationszentrum zu errichten. Mit 18:4 Stimmen beschlossen die Räte in ihrer Sitzung am Montagabend, die Zustimmung zu einem solchen Projekt in Aussicht zu stellen, wenn die Kosten für die Stadt bei zwei Millionen bleiben.

In der vergangenen Woche hatte die Führungsmannschaft des TSV zusammen mit Bürgermeister Gerald Brehm (JL) die Pläne in einer Hauptversammlung des Vereins bereits vorgestellt (der FT berichtete). Bei nur einer Gegenstimme hatten sich die Mitglieder dafür ausgesprochen, in das Projekt mit einzusteigen.


Auf eigenes Heim verzichten

Vorausgesetzt, der Sportverein könnte dadurch auf sein für 840 000 Euro geplantes neue Sportheim verzichten und würde die Räume und Sanitäreinrichtungen, die er braucht, im Integrationszentrum bekommen. An diesem könnte der TSV entweder Miteigentümer werden, oder sich eventuell auch nur einmieten.

Zusammen mit Architekt Fritz Wiesneth habe man in Fürth eine geeignete Immobilie gefunden, die derzeit noch von der SpVgg Fürth als VIP-Gebäude neben dem Stadion genutzt wird. Da es sich dabei um eine Modul- oder Container-Bauweise handelt, könnte das Gebäude in Fürth ab- und in Höchstadt wieder aufgebaut werden. Bei Bedarf ließen sich auch noch einige Module anbauen.

Wie Bürgermeister Brehm in der Stadtratssitzung erläuterte, könnte darin im Erdgeschoss der TSV seine benötigten Räume bekommen. Im ersten Stock wären Schulungsräume denkbar, in denen unter anderem Deutschkurse für Flüchtlinge angeboten werden. Ein Stockwerk höher könnten Wohnungen für sportbegeisterte, minderjährige Flüchtlinge entstehen. "Vom Kommen bis zum dauerhaften Integrieren" könnten die jungen Menschen hier betreut werden. Brehm möchte für dieses Projekt nicht nur den TSV mit ins Boot nehmen, sondern sucht noch weitere Partner.

Die Junge Liste würde ein solches Integrationszentrum mit Vereinsheim für den TSV "mehrheitlich vorantreiben", sagte deren Sprecher Michael Ulbrich. Man könnte damit verschiedene Nutzungen in einem Projekt zusammenführen.


Kontroverse Diskussion

Von "unterschiedlichen und kontroversen Diskussionen" in seiner Fraktion berichtete CSU-Sprecher Michael Schwägerl. Es gebe mehrheitlich Bedenken und das ganze stehe und falle mit dem TSV. Er selbst finde die Idee "charmant", könne aber noch nicht zustimmen. Für ihn stelle sich die Frage, ob es für den TSV wirtschaftlich besser ist.

"Wer Bedenken hat, soll lieber gleich dagegen stimmen", sagte der Bürgermeister. Dann brauche man die Pläne nicht weiter vertiefen. Für Brehm sei es nur dann eine Option, wenn sie auch wirtschaftlich ist. Vor dem Hintergrund, dass man in Höchstadt wohl dauerhaft eine Gemeinschaftsunterkunft habe, wäre ein solches Integrationszentrum ein "Leuchtturmprojekt", das wohl auch ordentlich bezuschusst werden würde.

Kritik kam von Franz Rabl (CSU): "Wir haben schon so viele Leuchtturmprojekte in der Stadt, dass wir das Ufer nicht mehr sehen." Rabl schlug vor, das Integrationszentrum auf die lange Bank zu schieben. Integration von Flüchtlingen sollte man nicht auf die lange Bank schieben, entgegnete der Bürgermeister. Man brauche nachhaltig Schulungsräume.

Hans-Walter Förtsch (CSU) empfahl dem TSV und der Stadt, jeweils selbst zu bauen. Der ASV und die SpVgg Etzelskirchen hätten auch eigene Vereinsheime. Alexander Schulz (CSU) fand die Idee gut, sieht mit dem TSV aber "Konfliktpotenzial". Georg Schockel (CSU) ist überzeugt, "drei Sachen in einem Haus gehen nicht gut". Der TSV könne nicht jahrelang die Miete zahlen.

SPD-Sprecher Andreas Hänjes, der das Konzept "sehr sympathisch" findet, sähe den TSV lieber als Mieter und die Stadt als alleinigen Eigentümer. Die habe bei Immobilien in der Vergangenheit keine Fehler gemacht.

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