Höchstadt a. d. Aisch
Engagement

Unterstützerverein: Helfende Hände für Asylbewerber in Höchstadt

Deutschunterricht, Sachspenden sortieren, Tanz- oder Kochkurse - die Ehrenamtlichen des im Frühjahr gegründeten Unterstützervereins für Asylbewerber stellen in Höchstadt so einiges auf die Beine. Neue Helfer sind immer willkommen.
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Sabine Grasse (links) und Diana Könitzer begutachten gespendete Spielsachen im neuen Gemeinschaftsraum. Er ist mit Sachspenden von den Ehrenamtlichen eingerichtet und dekoriert worden. Foto: Miriam Hegner
Sabine Grasse (links) und Diana Könitzer begutachten gespendete Spielsachen im neuen Gemeinschaftsraum. Er ist mit Sachspenden von den Ehrenamtlichen eingerichtet und dekoriert worden. Foto: Miriam Hegner
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Tische, Sofa, gemusterte Vorhänge, Bilder an den Wänden, Topfpflanzen auf dem Fensterbrett: Das ist der neue Gemeinschaftsraum in der Asylbewerberunterkunft im Lappacher Weg. "Die Möbel wurden uns gespendet", erklärt Diana Könitzer, Asylsozialberaterin der Diakonie in der Gemeinschaftsunterkunft. "Eingerichtet und dekoriert haben den Raum die Ehrenamtlichen."

Gemeinsam Projekte entwickelt

Die Ehrenamtlichen, das sind die Mitglieder des Vereins "Helfende Hände Höchstadt", der in Frühjahr gegründet wurde. "Als ich hier vergangenen Dezember angefangen habe, war schnell klar, dass ich bei meiner Arbeit Unterstützung brauchen würde", erzählt Könitzer. "Deshalb haben wir einen Aufruf gestartet." Es fand sich eine Gruppe von Freiwilligen zusammen, die gemeinsam Ideen sammelten und Projekte entwickelten.
"Wir haben genau überlegt, was die Asylbewerber brauchen, um konkrete, sinnvolle Hilfe zu bieten", erklärt Könitzer.

Größtes Projekt ist die Gebrauchtwarenbörse auf dem Gelände der Gemeinschaftsunterkunft. "Hier nehmen wir nach Absprache Sachspenden an und geben sie an die Bewohner weiter", erklärt Könitzer. Gefragt seien bei den Bewohnern im Moment vor allem warme Kleidung wie gefütterte Hosen und Handschuhe. "Aber auch Handtücher und Bettwäsche, Teppiche, Decken, Taschen und andere Dinge des täglichen Bedarfs werden immer gern genommen", erzählt Sabine Grasse, eine von zwei Ehrenamtlichen, die die Gebrauchtwarenbörse betreuen. "Da steckt natürlich viel Arbeit dahinter", sagt Könitzer, "das könnte ich selbst gar nicht bewältigen. Ich bin froh, dass die Ehrenamtlichen das inzwischen alleine wuppen."

Jeden Samstag geben die Ehrenamtlichen zudem einen Deutschkurs. "Wir wechseln uns mit dem Unterricht ab und nehmen uns vor allem Themen aus dem Alltag vor", erklärt Grasse, "zum Beispiel Nahrungsmittel oder den Winter, Sachen, die die Leute unmittelbar betreffen."

Dabei gebe es keinen Lehrplan, es ginge auch nicht darum, Grammatikregeln zu pauken. "Ziel ist vielmehr, dass die Leute sich verständigen können. Da muss es auch nicht immer bierernst zugehen. Neulich haben wir zum Beispiel gemeinsam ein Kartenspiel gespielt", so Grasse. "Wir möchten, dass die Leute etwas lernen, aber auch dass sie mal was anderes sehen und auf andere andere Gedanken kommen", sagt Könitzer.

Das ist auch der Gedanke hinter den anderen Angeboten, die die "Helfenden Hände" organisieren. "Im Frühjahr haben wir hier auf dem Gelände zum Beispiel ein Kräuter- und Gemüsebeet angelegt", erzählt Könitzer. Im Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt gab es bereits einen Kochkurs, der den Asylbewerbern zeigte, was sich aus den Essenspaketen, die sie bekommen, zubereiten lässt. "Deutsche Lebensmittel sind doch sehr verschieden von dem, was man etwa in Ostafrika kaufen kann." Gemeinsam gekocht werden soll in Zukunft regelmäßig unter der Regie der Ehrenamtlichen. Auch ein Frauencafé sei denkbar, so Könitzer.

Bald gibt es einen Tanzkurs

"Jeder im Verein bringt ein, was er oder sie kann. Wer ein Auto hat, fährt die Leute zum Beispiel mal zum Arzt. Eine der Ehrenamtlichen bietet demnächst auch einen Tanzkurs an." 13 aktive Mitglieder haben die "Helfenden Hände" im Moment. "Es wäre schön, wenn wir noch ein paar Leute für uns gewinnen könnten", sagt Könitzer.

Auch wenn jemand nur ein paar Stunden in der Woche Zeit habe, oder sogar nur eine Stunde, könne den Verein unterstützen. "Bei Fragen bin immer ansprechbar. Ich lasse keinen der Ehrenamtlichen mit seiner Aufgabe allein."

Spenden Wer möchte, kann die Arbeit der Helfenden Hände mit Geld- und Sachspenden unterstützen. Sachspenden immer absprechen, da nur begrenzte Lagerkapazitäten zur Verfügung stehen.

Engagement Weitere helfende Hände wären dem Verein sehr willkommen - der Zeitaufwand muss nicht groß sein.

Kontakt Diana Könitzer, 09313/5014439 oder 0151/11119830, oder d.koenitzer@dwbf.de


Startersets im "Lebensmittelpunkt": Einmal Grundausstattung im Pappkarton

Zwei Tassen, zwei Gläser, tiefe und flache Teller, Besteck, Handtücher, Bettwäsche, eine Decke und ein Kissen - frisch gewaschen und gespült und fein säuberlich verpackt passt das alles in eine Pappkiste. "Das sind die Startersets, die wir für Asylbewerber zusammen stellen", erklärt Swenja Ott vom "LebensMittelPunkt" in Höchstadt.
"Rohmaterial" für die Pakete sind Sachspenden, die von ehrenamtlichen Mitarbeitern der Laufer Mühler, zu der der "LebensMittelPunkt" gehört, sortiert und gereinigt werden. "Alles wird gründlich gesäubert und desinfiziert, bevor wir es weitergeben", erklärt Ott. So seien die Sachen sofort verwendbar.

Über 50 solcher Pakete hat Ott bereits ausgegeben. Sie gehen an Asylbewerber, die dezentral in Wohnungen im Landkreis untergebracht sind. "Die brauchen ja erstmal eine Grundausstattung." Jede Person bekommt ein Starterset gleichen Inhalts, dazu gibt es Haushaltspakete mit Töpfen, Pfannen, Wascheständern, Kochlöffeln, Mülleimern und anderen Haushaltsgegenständen.

Inhalt je nach Haushaltsgröße

"Die Pakete werden natürlich an die Größe des Haushalts angepasst", erklärt Ott. "Falls es Babys oder Kinder in der Familie gibt, wird das bei der Zusammenstellung berücksichtigt." Auch Kleidung können Asylbewerber beim "LebensMittelPunkt" bekommen. "Wir sammeln nicht gezielt für Asylbewerber, aber wenn sie zu uns in den Second-Hand-Shop kommen, können sie sich kostenlos etwas aussuchen."

Sachspenden für die Startersets, Haushaltspakete und den Second-Hand-Shop sind jederzeit willkommen und können im "LebensMittelPunkt", Lindenstraße 4 in Höchstadt zu den Öffnungszeiten (Montag bis Freitag 9 bis 18 Uhr, Samstag bis 13 Uhr) abgegeben werden. "Besonders nützlich sind Haushaltsgegenstände und im Moment natürlich Winterkleidung, aber wir freuen uns über alle gut erhaltenen Gegenstände und Kleidungsstücke", so Ott.

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