Höchstadt
Jubiläum

Tour quer durch den Landkreis Erlangen-Höchstadt

Das 40-jährige Bestehen des Landkreises war Landrat Eberhard Irlinger eine Tour im - zehn Jahre älteren - Bus quer vom Aisch- bis zum Schwabachgrund wert. Elf Wirtshäuser und fünf Chöre - welcher Ort das wohl ist?
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Die Panoramascheiben des historischen Busses bieten einen weiten Blick über den Aischgrund  zwischen Neuhaus und Gremsdorf.  Werner Vogel steuert das Gefährt mit 132 PS   quer durch den Landkreis. Foto: Pauline Lindner
Die Panoramascheiben des historischen Busses bieten einen weiten Blick über den Aischgrund zwischen Neuhaus und Gremsdorf. Werner Vogel steuert das Gefährt mit 132 PS quer durch den Landkreis. Foto: Pauline Lindner
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110 Kilometer. Quer durch den Landkreis steuert Werner Vogel den Mercedes-Bus aus dem Jahr 1963 - bei der Jubiläumstour "40 Jahre Landkreis Erlangen-Höchstadt". Zu ihr hatte Landrat Eberhard Irlinger (SPD) 35 Personen eingeladen, die auf ihre Weise den Landkreis und seine Bevölkerung vertreten.

Ganz schön ins "Schnaufen" kommt das historische Gefährt am Anstieg von Uttenreuth nach Marloffstein. Da hat der Fahrer schon den größten Teil des Rundkurses geschafft. Wirklich geschafft, denn der Bus mit dem 132 PS starken Motor verfügt weder über eine Lenkunterstützung noch über ein synchronisiertes Getriebe. Jedes Wendemanöver und jede Kurve heißt kurbeln, kurbeln, kurbeln.

Ursprünglich, so plauderte der Landrat zwischendurch, sollten 40 Ziele angelaufen oder zumindest passiert werden. Doch das lässt sich an einem Tag kaum schaffen. So entwickelte Kerstin Heger von der Abteilung öffentlicher Nahverkehr eine Tour, die die schönsten Punkte und interessantesten Stellen - zumindest von weitem - ins Blickfeld brachte.


Von West nach Ost



Start war an der Aischaue in Höchstadt. Dann ging's nach Lonnerstadt. Ein Blick zu Schloss und Kirche und ein paar Aussagen des Landrats zu Ort und Weisachgrund. Kehrtwende. Durch Höchstadt und Gremsdorf zum ersten Halt, dem Fischerei- und Jagdmuseum in Neuhaus. Lutz Weißbrot erklärte denen, die es noch nicht wussten, das Wichtigste über die Karpfenzucht.

"Acht Brauereien gibt es im Landkreis", verkündete Irlinger mit einem gewissen Stolz in der Stimme bei der Weiterfahrt durch den Ort Richtung Großenseebach und Weisendorf. Trotz Blick auf die vielen Weiher hatte er neben Hinweisen auf die örtliche Wirtschaft ein ganz anderes Moderationsthema: die im Kreis vertretenen Nationen. Über 100 verschiedene sind es in Herzogenaurach, in Heßdorf sind es 36 und ganz im Westen, in der kleinsten Gemeinde des Kreises, in Oberreichenbach immerhin noch 23.


Karpfen auf der Höhe



Herzogenaurach, nach Irlinger "die einzige Kleinstadt mit drei Weltfirmen", wurde nur gestreift. Dabei machte der Kreischef kein Hehl aus seiner skeptischen Haltung zur Stadt-Umland-Bahn, von der nur eine Stadt profitiere, für die aber 24 Gemeinden mitzahlen müssten. Die Regnitztalgemeinden blieben wörtlich links liegen, dafür das Erlanger Stadtgebiet durchfahren, weil sich "der Landkreis auch sehen lassen kann". Die Tour führte weiter auf die Höhe bei Kalchreuth ("elf Wirtshäuser, fünf Chöre") und Großgschaidt und am Rand von Eckental vorbei auf den Höhenzug oberhalb Erlangens. Ein Essen mit Pfifferlingen, Karpfen oder Blauen Bratwürsten und natürlich Karpfen- und Landkreislied mit kräftiger Unterstützung durch Trompeter Martin Oberle beschlossen die Jubiläumsfahrt.
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