Herzogenaurach
Jubeltag

Theo Marabini feiert 80. Geburtstag

Theo Marabini feiert am Samstag seinen 80. Geburtstag. Er leitete von 1974 bis 1996 das Herzogenauracher Gymnasium.
Artikel drucken Artikel einbetten
Theo Marabini Foto: Manfred Welker
Theo Marabini Foto: Manfred Welker
+1 Bild
Theo Marabini wurde am 16. November 1933 in Würzburg geboren und wuchs ab 1938 in Marktbreit auf, wo er auch 1952 an der Oberrealschule das Abitur ablegte. Es folgte das Studium der Mathematik und Physik in Würzburg. Nach dem ersten Staatsexamen absolvierte er das Referendariat von 1957 bis 1959 in Würzburg am Realgymnasium.

Nach dem zweiten Staatsexamen 1959 wechselte er an das Gymnasium Höchstadt, das gerade verstaatlicht worden war. "Ich gehörte zur ersten Lehrergeneration, die vom Staat der Schule zugewiesen worden ist", erzählt Marabini. "1959 hatte das Gymnasium in Höchstadt 150 Schüler, mit den Herzogenaurachern."

Bereits im Juli 1971 hatte der Herzogenauracher Stadtrat den Beschluss gefasst, einen Antrag auf Errichtung eines Gymnasium an die damals zuständige Regierung von Oberfranken zu stellen. Aber erst am 9. April 1974 hatte das Staatsministerium für Unterricht und Kultus der Stadt Herzogenaurach mitgeteilt, dass zu Beginn des Schuljahres 1974/75 eine Zweigstelle des Gymnasiums Höchstadt an der Aurach eröffnet werde.

Schulleiter der Zweigstelle wurde der damalige Studiendirektor Theo Marabini, der sich bereits ab 1973 darauf vorbereitet hatte. Am 17. September 1974 wurde im ehemaligen Mädchenschulhaus mit 175 Schüler in fünf Klassen der Jahrgangsstufen 5 und 6 der Unterricht aufgenommen. Die Herzogenauracher Sechstklässler hatten bereits ein Jahr am Höchstadter Gymnasium verbracht und kamen an die Aurach zurück.

Der Unterricht wurde durch ganze zwölf (!) hauptamtliche Lehrkräfte des Gymnasiums Höchstadt bestritten. Dazu kamen noch Fachlehrer und die Herzogenauracher Geistlichen, Pfarrer Hans Sterzl und Gerhard Bock, die genauso wie Käthe Zang Religionsunterricht erteilten.

Bereits im Schuljahr 1976/77 war das Gebäude am Kirchenplatz mit 267 Schülern und acht Klassen voll belegt. Es gab 18 hauptamtliche Lehrer. Die Schülerzahl betrug 1977/78 insgesamt 368 Schüler. Drei Klassen waren in die Carl-Platz-Schule ausgelagert. Um der Platznot abzuhelfen, wurde sogar das alte Schulgebäude in Hammerbach reaktiviert und mit Schulklassen belegt.

Die Baupläne für einen Neubau wurden im Januar 1976 abgesegnet, sodass am 23. November 1976 der Spatenstich für das neue Schulgebäude am Burgstaller Weg erfolgen konnte, das Richtfest wurde am 13. Oktober 1977 begangen. Am 17. Februar 1977 beantragte der Herzogenauracher Stadtrat einstimmig die organisatorische Verselbständigung des Herzogenauracher Gymnasiums. Im Direktorat des Gymnasiums in Höchstadt hatte Marabini den Antrag zur Selbständigkeit gestellt. Die Kollegen stimmten zu.

Das ursprünglich mathematisch-naturwissenschaftliche Gymnasium wurde später um einen neusprachlichen Zweig ergänzt. Dadurch konnte ab der neunten Jahrgangsstufe Französisch als dritte Fremdsprache gewählt werden. Ab dem 14. September 1978 besuchten 584 Schülern in 18 Klassen im Neubau am Burgstaller Weg den Unterricht. Es gab eigene Fachräume für Physik, Chemie und Kunsterziehung, sogar eigene Fotokurse konnten abgehalten werden. Die Zimmer waren mit der damals neuesten Medientechnologie ausgestattet, es gab Leinwände und Videorecorder mit Kassetten, die fast so groß waren wie heutzutage ein handlicher Beamer.

Wallfahrt zur Feier der Selbständigkeit

Offiziell selbständig geworden war der Herzogenauracher Ableger bereits am 1. August 1978. Das Lehrerkollegium unternahm extra eine Wallfahrt mit Gottesdienst zum Lauberberg, um dieses Ereignis zu begehen. Am 9. Dezember 1978 gab es einen Tag der offenen Tür, bei dem sich interessierte Bürger über ihr neues Gymnasium informieren konnten.
Die Herzogenauracher Gymnasiasten hatten sich an ihre Schule gewöhnt und hegten auch berechtigte Hoffnung, dass die Fünftklässler des Jahrgangs 1974/75 als erste das Abitur in Herzogenaurach ablegen dürfen. Aber die Entscheidungsprozesse in einer Ministerialbürokratie sind eben unerfindlich. Und so mussten die Herzogenauracher Zehntklässler des Jahrgangs 1979/80 ab dem Schuljahr 1980/81 nach Höchstadt oder Erlangen wechseln, wenn sie das Abitur machen wollten.

1983 haben letztmalig Herzogenauracher in großer Zahl am Höchstadter Gymnasium ihr Abitur gemacht, denn 1984 konnten die ersten Abiturprüfungen in Herzogenaurach in der Sporthalle der Hauptschule am Burgstaller Weg abgelegt werden. Inzwischen übertrifft die ehemalige Zweigstelle ihre Höchstadter Keimzelle an der Schülerzahl. 1987 wurde die Dreifachsporthalle für das Gymnasium errichtet, 1992 wurde der fünfte Bauabschnitt begonnen, der im Februar 1994 bezogen werden konnte.

Im Frühjahr 1996 endete der erfolgreiche Weg von Oberstudiendirektor Theo Marabini als Schulleiter. Seine Nachfolgerin wurde Elisabeth Fuchshuber-Weiß, es folgten Michael Stadelmann und nun Norbert Schell. Auch nach seiner Pensionierung verfolgte er die Entwicklung weiter, etwa das Einrichten der Mensa und den Schulgarten. "Die Entwicklung ist ganz toll, ich finde es gut, und die Schule ist bei Norbert Schell in guten Händen."
Marabini hatte sich 1983 ein Haus in Sichtweite des Gymnasiums gebaut, wo er mit seiner Frau Eleonore seinen Lebensabend verbringt.

Sohn Johannes ist am Landratsamt Erlangen-Höchstadt tätig. Mit den Lehrerkollegen hält Marabini weiterhin Kontakt und spielte bis zum 70. Geburtstag beim Lehrerfußball mit.
Außerdem hält sich der Jubilar mit dem Schreiben von Kriminalromanen geistig fit. Die ersten Bände von "Tom Shark, der König der Detektive" erschienen von 1928 bis 1939. Seit 1997 versteckt sich hinter Dr. Pitt Strong, dem Begleiter und Biographen des Meisterdetektivs, Theo Marabini.


was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren