Röttenbach
Lebensfreude

Temperament und Trommelklang in Röttenbach

Samba, Merengue und Latin-Jazz heizten den Besuchern der Röttenbacher Pfarrhofserenade richtig ein.
Artikel drucken Artikel einbetten
Immer wieder ein Blickfang: brasilianische Sambatänzerinnen, auch vor der Kulisse der Röttenbacher Kirche. Fotos: Heike Reinersmann
Immer wieder ein Blickfang: brasilianische Sambatänzerinnen, auch vor der Kulisse der Röttenbacher Kirche. Fotos: Heike Reinersmann
+5 Bilder
Sambarhythmen und Sambatänzerinnen gleich neben dem Kirchturm erlebten mehr als 150 Besucher der sechsten Pfarrhofserenade bei "brasilianischen" Temperaturen.

"Samba ist ein Ausdruck purer Lebensfreude", erklärt Claudia Kießling, eine Trommlerin der "Escola de Samba primeira de Erlangen". Vor 22 Jahren wurde die Sambaschule von Brasilianern gegründet, die seinerzeit aus beruflichen Gründen für einige Zeit in Erlangen lebten. Seit dieser Zeit gehören die Erlanger Sambaschüler zu den Teilnehmern des Sambafestivals in Coburg.

An ihrer Professionalität ließen die zwölf Hobby-Percussionisten an diesem Abend keinen Zweifel. Nach anfänglicher Scheu trauten sich die Gäste zunehmend mehr auf die Tanzfläche, nicht zuletzt animiert durch die beiden brasilianischen Sambatänzerinnen, die mit Witz und Charme die Funken überspringen ließen.

Bedenken ob der leicht bekleideten Damen im katholischen Pfarrhof-Ambiente gab es an diesem Abend keine. Ganz im Gegenteil sahen mehrere Besucher den Bischof bereits als Gast der nächsten Pfarrhofserenade.
"Endlich mal das passende Wetter für diese Veranstaltung", freut sich Brigitte Beck und wusste durchaus um den Aufwand, den die Verantwortlichen aus Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand für dieses Ereignis zu treiben hatte. "Es ist alles ganz wunderbar", lobt sie.

Im zweiten Teil des Abends spielte das Quintett "Salsamania" aus Würzburg afro-karibische Musik, Merengue und feurige Latin-Jazz-Titel. Mit ihrem Wahlspruch "Wir machen die ungebrochene Lebensfreude der Karibik für jeden tanzbar", erreichten die multi-nationalen Vollblutmusiker auch das fränkische Publikum. Temperamentvoll, stark und gut aufeinander eingespielt, zeigten sie ihr meisterhaftes Können. Scheinbar mühelos und unglaublich kräftig präsentierte die Sängerin den Spannungsbogen über zwei Oktaven souverän. "Eine außergewöhnlich gute Leistung", befanden auch die Zuhörer. Neben der einfühlsamen Begleitung bewiesen die Instrumentalisten in den Solopassagen ihre hervorragenden Eigenschaften als Musiker.

Die katholische Pfarrgemeinde St. Mauritius aus Röttenbach hat mit diesem Abend einen richtig heißen Treffer für das Zusammenleben in der Gemeinde gelandet. Der heilige Mauritius, Patron der Kirche, gilt im Übrigen auch als Patron der Stadt Coburg, die sich mittlerweile einen bedeutenden Namen in Sachen Samba gemacht hat. Wer weiß, was für ein Festival Röttenbach als nächstes aufbaut?
Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren