Mühlhausen
Kirche

Südliches Dekanat feiert in Mühlhausen

Eine gespielte Predigt war der Höhepunkt eines Gottesdienstes im Mühlhausener Scheidingshain. Wie vor 200 Jahren wurde eine Eiche gepflanzt.
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Im Spiel mit Pfarrer Andreas Steinbauer (Pommersfelden), Pfarrer Fritz Schäfer (Höchstadt) und Vikar Simon Meyer (Pommersfelden-Steppach-Limbach, von rechts) wurde viel "theologisiert". Foto: Evi Seeger
Im Spiel mit Pfarrer Andreas Steinbauer (Pommersfelden), Pfarrer Fritz Schäfer (Höchstadt) und Vikar Simon Meyer (Pommersfelden-Steppach-Limbach, von rechts) wurde viel "theologisiert". Foto: Evi Seeger
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Im Scheidingshain auf der Lutherhöhe oberhalb von Mühlhausen reckt eine neue Eiche ihr frisches Laub in den Himmel. Vor 200 Jahren waren auf der Lutherhöhe ebenfalls drei Eichen gepflanzt worden. Damals zum 300. Gedenktag der Reformation. Anlässlich des Gedenkjahres der Reformation vor 500 Jahren rückte die Lutherhöhe in diesem Jahr wieder stärker ins Blickfeld der Öffentlichkeit.
"In diesem Jahr gibt uns die Geschichte Anlass, diese Tradition fortzuführen", sagte Rudolf Schmidt, der im Gottesdienst auf der Lutherhöhe die Geschichte dieses Ortes erzählte. Zur Feier hatten sich Pfarrer und Gläubige aus dem gesamten Dekanat Süd in dem Buchenhain oberhalb von Mühlhausen versammelt.
Zur Südregion des Bamberger Dekanats zählen die evangelischen Pfarreien Mühlhausen, Pommersfelden, Steppach, Höchstadt, Lonnerstadt und Hirschaid. Neben ihren Pfarrern Andreas und Angelika Steinbauer, Vikar Simon Meyer, Fritz Schäfer, Andreas Sauer und Eckhard Mattke hatten die Pfarreien auch ihre Posaunenchöre nach Mühlhausen entsandt. Ein festlicher Chor, der von Wilhelm Schmidt aus Mühlhausen geleitet wurde, erklang im Hain. Auch Gemeindemitglieder der katholischen Pfarrei Wachenroth-Mühlhausen feierten mit ihren evangelischen Schwestern und Brüdern. Nicht dabei war Mühlhausens Pfarrerin Dorothea Zwölfer, die seit längerer Zeit krank ist.
Inmitten des Hains, der nach dem Ehrenbürger Martin Scheiding benannt ist, hatte die Gemeinde eine Fläche frei räumen lassen, auf der die neue Eiche in einer schon stattlichen Höhe gepflanzt wurde. Mit Bürgermeister Klaus Faatz (CSU) griffen Vertrauensmann Bernd Holler, Lore Bär vom Kirchenvorstand und Gemeinderat Walter Jakob (CSU) zu Spaten und Gießkanne.


Tiefgründig theologisiert

Wie man eine Predigt "spielend" vermitteln kann, zeigten Pfarrer Schäfer, Vikar Meyer, Pfarrer Steinbauer und Pfarrer Mattke. Beim Inhalt ging es um das Fest Christi Himmelfahrt, mit dem "Fritz" so gar nichts anfangen konnte. "Auf und davon, in das weite Weltall", oder wie solle man sich das vorstellen, fragte er.
Es wurde tiefgründig theologisiert, hinterfragt und argumentiert, bis am Ende Luther mit den Worten der Bibel alles darlegte. Von schöner Symbolhaftigkeit war auch die Brotverteilung durch die Präparanden.
Wie Rudolf Schmidt aus der Chronik von Pfarrer Matthes berichtete, wurde in Mühlhausen ab 1717 alle hundert Jahre Reformationsjubiläum begangen. Im Jahr 1817 sogar über mehrere Tage mit Festzug, Betstunden, festlicher Beleuchtung und "einer unübersehbaren Menge an Gläubigen, die sich um die Kirche versammelt hatten".


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