Höchstadt a. d. Aisch
Energie

Stromversorgung: Insellösung für den Teichwirt

Der Aussiedlerhof der Familie Thomas zwischen Gremsdorf und Buch versorgt sich jetzt mit dem Strom, den die Photovoltaikanlage auf dem Dach produziert.
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Dieser Aussiedlerhof hatte noch nie einen Anschluss ans Stromnetz. Er versorgt sich mit einer Photovoltaikanlage jetzt selbst. Foto: Andreas Dorsch
Dieser Aussiedlerhof hatte noch nie einen Anschluss ans Stromnetz. Er versorgt sich mit einer Photovoltaikanlage jetzt selbst. Foto: Andreas Dorsch
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Einen Anschluss an das Stromnetz hatte der Aussiedlerhof der Teichwirtsfamilie Thomas zwischen Gremsdorf und Buch noch nie. Die Energie, die für Beleuchtung, Haushaltsgeräte und anderes gebracht wurde, kam jahrelang aus einem mit Diesel betriebenen Generator. Nun ist die Moderne in das seit 1923 stehende Anwesen eingezogen. Der Strom, den die Bewohner verbrauchen, wird künftig auf dem Dach des Hauses selbst produziert.

"Eine Lebensversicherung ist fällig geworden. Die wollte ich sinnvoll in die Stromversorgung investieren", sagt der Teichwirt Michael Thomas. Der Anschluss ans öffentliche Netz war nie in Frage gekommen. Das war vor Jahren schon einmal auf 200 000 Mark kalkuliert worden. Warum nicht Solar?, dachte sich der Teichwirt und erkundigte sich bei verschiedenen Anbietern von Solaranlagen. Sie machten ihm aber wenig Hoffnung, mit den Modulen den Diesel-Generator ersetzen zu können. Nur ans Netz angebundene Anlagen wurden ihm offeriert.

In Lonnerstadt stieß Thomas schließlich auf die Firma "CET Technology". Die plante und baute ihm genau das ein, was er sich vorgestellt hatte: Photovoltaik-Module auf dem Dach, eine Speichereinheit im Keller und ein Energiemanagement-System, das das Zusammenspiel von Stromproduktion auf dem Dach, den Füllstand der Batterieanlage und den Hausverbrauch so regelt, dass eine einzige große Anlage als Inselbetrieb funktioniert.

"Das geht sehr wohl. Solche Inselanlagen haben wir schon öfter gebaut", sagt Lothar Seifert, geschäftsführender Gesellschafter von CET Technology. Und das nicht nur in Süddeutschland. Für die Bundeswehr in Afghanistan hat die Lonnerstadter Firma schon Notstromversorgungsanlagen installiert, Trinkwasserversorgungen in Afghanistan und Iran. Abgelegene Dörfer in diesen Regionen wurden mit Licht und Strom versorgt.

Damit eine Insellösung wie auf dem Anwesen bei Gremsdorf funktioniert, müsse alles zusammenspielen, sagt Seifert: "Dann ist es möglich, sich zu hundert Prozent mit erneuerbarer Energie zu versorgen."

2011 hat Seifert sein Unternehmen gegründet. Inzwischen zählt er acht Mitarbeiter. Im kommenden Jahr soll die Belegschaft auf über zehn wachsen und für den Bereich Elektrotechnik will er eigene Auszubildende einstellen. Die letzten Jahre seien wirtschaftlich schwierig gewesen, räumt Seifert ein. "Es blieben aber nur die Firmen am Markt, die es verdienen." 2016 lief das Geschäft dagegen gut und 2017 dürfte es noch besser werden, ist sich der Unternehmer sicher, sieht er doch für solche Insellösungen eine Zukunft.

Hauptaufgabe ist es dabei, ist die Anlage so zu dimensionieren, dass sie auch im Winter funktioniert, wenn wenig Sonne scheint, aber der Verbrauch am höchsten ist. Das schafft Seiferts Betrieb durch das optimale Zusammenspiel der Technik. Im Keller von Michael Thomas steht ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von 54 Kilowattstunden. Mit speziellen Ladereglern und Wechselrichtern wird aus dem Gleichstrom der Batterien 230-Volt-Wechselstrom und 400-Volt-Drehstrom.

Für Teichwirt Thomas wurden die Erwartungen übertroffen: "Der Strom reicht auch im November für den Haushalt." Mit der Investition von rund 30 000 Euro in die praktisch wartungsfreie Stromversorgung ist er mehr als zufrieden.

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