Adelsdorf
Handarbeit

Stickerinnen arbeiten im Eiltempo für Uganda

Vier Frauen aus dem Raum Höchstadt haben in den vergangenen Tagen einige Nachtschichten eingelegt, damit ein Messgewand für Priester in Uganda rechtzeitig fertig wird. Eine Delegation aus den Pfarreien Adelsdorf und Hannberg fliegt am Dienstag in die Diözese Masaka.
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Pfarrer Thomas Ringer und Gertrud Stubenvoll (r.) vom Adelsdorfer Missionskreis freuen sich, dass die Stickerinnen um Inge Rehäußer (4. v. l.) das Messgewand rechtzeitig fertig bekommen haben. Foto: Johanna Blum
Pfarrer Thomas Ringer und Gertrud Stubenvoll (r.) vom Adelsdorfer Missionskreis freuen sich, dass die Stickerinnen um Inge Rehäußer (4. v. l.) das Messgewand rechtzeitig fertig bekommen haben. Foto: Johanna Blum
Verbandsmaterial, Schulbedarf, Fußballtrikots und Büromaterial haben Mitglieder des Sachausschusses Mission, Entwicklung und Frieden von St. Marien Hannberg und Mitglieder des Missionskreises von St. Stephanus in Adelsdorf im Gepäck, wenn sie sich am Dienstag auf den Weg nach Uganda machen. Dort wollen sie in der Diözese Masaka Projekte besuchen, die von den beiden Pfarreien unterstützt werden.

Neben vielen Spenden aus der Bevölkerung hat die Delegation auch einige gut erhaltene Messgewänder, Alben und Stolen dabei. Außerdem liegt ein ganz neues, extra für diesen Zweck angefertigtes Messgewand mit Stola in einem Koffer.

Der Adelsdorfer Pfarrer Thomas Ringer fliegt zum ersten Mal nach Zentralafrika. "Da Father Peter Ssenkaayi um Messgewänder und liturgische Geräte wie Kelche, Hostienschalen für seine Priesterkollegen und sich bat, überlegte ich mir, ob wir nicht noch ein ganz neues Messgewand mitbringen könnten.", so der Geistliche. Im FT hatte er vor längerer Zeit gelesen, dass es in Höchstadt eine Stickgruppe gibt, die schöne Messgewänder in Handarbeit fertigt. Sofort erkundigte er sich in der Redaktion, und der Kontakt zu den Damen wurde hergestellt.

"Der Bestelltermin 12. Januar war schon arg knapp - wir hatten nur drei Wochen Zeit", meint Inge Rehäußer, die Sprecherin der vier Frauen, die seitdem fast Tag und Nacht am Sticken waren. "Das noch größere Problem wurde dann der Stoff, der aus Herford kommt", erzählt sie. "Die erste Bestellung kam nie an, und die zweite traf dann endlich am Freitag vor einer Woche ein", erinnert sie sich. Ungefähr 100 Stunden haben die Damen gestickt, weitere 15 Stunden verbrachten sie beim Zuschneiden des Stoffes, dem Aufheften der Borten und dem Nähen des Gewandes.

Das neue Priestergewand ist mit Paramentenstickerei verziert. Der Name Parament kommt aus dem Lateinischen und heißt entweder "den Tisch bereiten" oder "den Geist bereiten". Auf diese Art entstehen nur Textilien, die in der Kirche und Liturgie verwendet werden. Die Stickerinnen sind durch einen Bericht im Heinrichsblatt auf die Paramentenstickerei gestoßen. Leute, die an dieser Technik interessiert seien, sollten sich damals zu einem Kurs melden. "Ein Mal waren wir in Bamberg am Jakobsberg, haben dann gleich den Schnitt gemacht und die Muster für die Paramentenstickerei haben wir uns einfach gemerkt", berichtet Inge Rehäußer stolz.

Seit 1993 engagiert sich der Adelsdorfer Missionskreis für die Freunde aus Uganda. Damals war Father Baptist Matovu zur Aushilfe in Hannberg und einige Male vertrat er den früheren Adelsdorfer Pfarrer Hans Eisend. "Er erzählte in einem Vortrag von den großen Sorgen und Nöten seiner Landsleute. Durch Aids seien viele Kinder zu Waisenkindern geworden - und sofort entstanden Patenschaften für Aidswaisen", weiß Gertrud Stubenvoll.

Das Hilfsprojekt Uganda war geboren, seitdem werden regelmäßig 37 Patenkinder aus der Pfarrei Mbirizi unterstützt und viele Hilfsgüter finden ihren Weg nach Busaluga und Mbirizi. Auch finanzielle Unterstützung in Form von Spenden kommt direkt in der Diözese Masaka an. Neben dem neuen Messgewand bringt der Missionskreis St. Stephanus eine verzierte Ciborium-Hostienschale mit, und die Pfarrgemeinde St. Marien Hannberg schenkt den passenden Kelch dazu.

Father Peter Ssenkaayi, der schon öfter in Hannberg, aber auch in Adelsdorf zu Besuch war, wird in Kampala die Gruppe abholen und die Gäste die folgenden zehn Tage lang begleiten. Er ist der Projektleiter für Entwicklung und stellvertretender Chef bei Caritas Maddo (Masaka Diocesan Development Organisation) in Masaka, einer Stadt mit rund 40 000 Einwohnern und Bischofssitz der gleichnamigen Diözese. Der Besuch der Patengemeinden Mbirizi und Busagula mit Waisenhaus, Schule, Kindergarten, Krankenstation und eines Kultur- und Weiterbildungszentrums und noch mehr stehen auf dem Programm.


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