Alles hat seine Zeit", sagt Christa Matschl im Gespräch mit dem FT. Wehmütig klingt sie nicht, eher zufrieden mit den zwölf Jahren, die sie den Vorsitz im Kreisverband der CSU in Erlangen-Höchstadt geführt hat. Es war am 6. Mai 1999, als sie das Amt übernahm, wenige Monate nach ihrer Wahl in den Bayerischen Landtag.
Sie hat damals einen "stolzen Kreisverband" übernommen, nach der Ära Franz Krug und Christoph Maier. Und heute ist sie stolz darauf, dass die Mitgliederzahl mit 1438 in all den Jahren nahezu ebenso stabil geblieben ist wie das Abschneiden der Partei im Stimmkreis selbst. Trotz des Gegenwindes bei der Wahl 2008 lag die Direktkandidatin Matschl selbst da noch deutlich vorn.
"Alles hat seine Zeit", sagt die 67-Jährige und meint damit auch, dass in der Union, gerade jetzt in einer eher schwierigen Phase, die jungen Kräfte gefordert sind. Das gelte auch für den Kreisverband, und daher sei als Nachfolger für sie nur einer Frage gekommen: Stefan Müller. Auf ihren Vorschlag hin habe es in der jüngsten Kreisvorstandssitzung viel Beifall gegeben. Müller hat seine Bereitschaft zur Kandidatur erklärt.
Der 35-Jährige ist noch Landesvorsitzender der Jungen Union in Bayern, hat die Altersgrenze aber inzwischen erreicht. Das wichtige Amt des Kreisvorsitzenden "muss ein Mandatsträger übernehmen", sagt Matschl. Zumal der neuen Mannschaft gleich ganz entscheidende Aufgaben ins Haus stehen. 2013 und 2014 sind Wahljahre, dann muss von den Kommunen über den Landkreis bis zu Land und Bund neu gewählt werden.
Zwei Spitzenämter sind da neu zu besetzen. Zum einen der Landrat (Frühjahr 2014), da der bisherige Amtsinhaber Eberhard Irlinger (SPD) ausscheidet. Wen die CSU ins Rennen schicken wird, muss in den kommenden Monaten ebenso herausgefunden werden wie für den Landtag. Denn dass die Abgebordnete Christa Matschl, im Herbst 2013 schon fast 70, dann nicht mehr kandidieren wird, das dementierte sie im FT-Gespräch nicht.
"Alles hat seine Zeit", sagt sie und: "Die Altersgrenze ist erreicht". Doch ein Abschied ist das für sie jetzt natürlich noch nicht, denn es stehen bis zur Wahl noch zwei Jahre Arbeit bevor. "Man sagt's vorher halt nicht gern", so Matschl. Etwa zeitgleich wird im Herbst 2013 übrigens auch der Bundestag gewählt.

Aufregend und schön


"Es war eine aufregende und schöne Zeit", blickt die Uttenreutherin Christa Matschl auf das Dutzend Jahre als Chefin zurück.Als gerade eben gewählte Landtagsabgeordnete habe der Kreisvorsitz für sie schon auch eine große Herausforderung bedeutet. "Ich war stolz das Amt zu übernehmen".
Wichtig sei ihr in all den Jahren die Zusammenarbeit mit den Ortsverbänden gewesen. "Das ist die Basis, das ist außerordentlich wichtig", sagt sie. In Oberreichenbach und Spardorf entstanden zwei neue Ortsverbände. Eine wichtige Neugründung war für Matschl auch die Bildung der Mittelstandsunion, gerade in einem wirtschaftlich so starken Landkreis wie Erlangen-Höchstadt. Als einen wesentlichen Aspekt bezeichnet Matschl darüber hinaus ihren Einsatz für das Gemeinwohl.
Ihr Blick zurück ist auch ein bisschen mit Wehmut erfüllt. "Die CSU genoss große Anerkennung als Parteifamilie", erinnert sie sich. Viele Bürger hätten gesagt: "Da will ich dazu gehören". Inzwischen sind die Zeiten rauer geworden und bei der Kommunalwahl vor drei Jahren, aber auch auf Landesebene erlebte die CSU gehörige Dämpfer.
Der Wahlausgang in Herzogenaurach, als Walter Nussel (CSU) deutlich gegen German Hacker (SPD) verlor, "hat mich sehr geschmerzt". Nicht minder weh getan habe ihr dann das Schicksal, das Günther Beckstein als Bayerischer Ministerpräsident erleiden musste. Matschl: "Das schmerzt mich heute noch".

Müllers Nominierung


Vor dem Schmerz war aber die Freude, und die währte viele Jahre lang. Sehr erfreulich war für sie gewesen, als der Landkreis bei der Nominierung zum Bundestag den eigenen, jungen Kandidaten Stefan Müller gegen Amtsinhaber Gerhard Friedrich durchsetzen konnte. Eine hauchdünne Mehrheit von einer Stimme war das damals. Die denkwürdige Versammlung fand übrigens im Hallerhof in Buckenhof statt; just an der Stätte, an der am 27.Mai die CSU den 35-jährigen Großenseebacher zum neuen Kreisvorsitzenden wählen soll.
In der Kreismitgliederversammlung am 27. Mai sollen auch zwei von vier Stellvertretenden Vorsitzenden neu gewählt werden. Im Gespräch sind Alexander Tritthart (Bürgermeister von Weisendorf) und Ute Salzner (Höchstadt).