Herzogenaurach
Infoabend

StUB-Gegner bezweifeln, ob nach 2020 die Zuschüsse fließen

Gerade einmal 25 Zuhörer kamen am Mittwochabend zu einer Info-Veranstaltung zur Stadt-Umland-Bahn ins Vereinshaus in Herzogenaurach. Die Beteiligten riefen die Zuhörer dazu auf, am Sonntag auf jeden Fall am Bürgerentscheid teilzunehmen.
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Ludwig Wahl erläuterte seine Bedenken gegen die StUB. Foto: Richard Sänger
Ludwig Wahl erläuterte seine Bedenken gegen die StUB. Foto: Richard Sänger
Ob es am Champions-League-Spiel des FC Bayern beim FC Porto lag, dass nur rund 25 Zuhörer zu einer Info-Veranstaltung der Bürgerinitiative und "Allianz der Vernunft" zum Thema Stadt-Umland-Bahn (StUB) ins Herzogenauracher Vereinshaus gekommen waren, ist nicht sicher. Auf jeden Fall aber sicherten die beiden Bürgermeister und Hauptredner des Abends, Ludwig Wahl aus Röttenbach und Gerald Brehm aus Höchstadt (beide FW) zu, den Abend etwas zügiger zu gestalten, damit auch diejenigen das Spiel im heimischen Fernsehsessel verfolgen können, die vor Ort waren.

Zunächst sprach sich die Herzogenauracher FDP-Stadträtin und Kreisrätin Britta Dassler gegen die StUB aus. "Die Bahn wird unsere Kinder und Kindeskinder belasten, und ich habe eine andere Meinung als die Mehrheit unseres Stadtrates", erklärte sie. Britta Dassler hält die Trassenführung für falsch, zudem gebe es bessere Alternativen. Sie forderte die Bürger ebenso wie Wahl und Brehm dazu auf, am kommenden Sonntag auf jeden Fall ins Wahllokal zu gehen. "Egal, wie Sie am Sonntag abstimmen, nehmen Sie Ihr Bürgerrecht wahr", appellierte der Röttenbacher Bürgermeister.

Alternativen nicht geprüft

Sowohl Brehm als auch Wahl warfen den StUB-Befürwortern vor, sich von vorneherein auf die StUB festgelegt zu haben und nie eine Prüfung von Alternativen ins Auge gefasst zu haben. Über die Argumente gegen die StUB wurde schon viel diskutiert und berichtet, in Herzogenaurach kam noch hinzu, warum die Firma Schaeffler die StUB-Initiatoren nicht unterstützt und eigene Buslinien fahren lasse.

"Die Mitarbeiter kommen aus allen Richtungen und der gesamten Region und haben, auch wegen des Schichtbetriebs, keine Möglichkeit, die Schiene zu nutzen", erklärte Wahl. Die beiden Sportfirmen und Siemens können die StUB leicht unterstützen, denn Erlangen habe ein Verkehrsproblem und sowohl Adidas als auch Puma müssen sich finanziell nicht beteiligen. "Wenn die in ihren Firmen ebenso betriebswirtschaftlich denken und handeln würden wie die StUB-Befürworter, würde der Vorstand die Manager reihenweise entlassen", erklärte Brehm dazu.

Zudem sei noch völlig ungeklärt, ob die StUB überhaupt bezuschusst wird, denn es gebe einen Antragsstau. Das Gemeindeverkehrsfinanzierungsetz laufe 2019 aus, und eine Weiterführung sei völlig ungewiss, zumal im Jahr 2017 und 2018 Wahlen in Bund und Land anstünden. So sei es vom Innenminister Joachim Herrmann (CSU) verantwortungslos, schon heute einen Zuschuss zuzusagen, der vielleicht erst nach 2020 gebraucht wird.

"Herrmann weiß schon heute, was 2020 für Gesetze erlassen werden, er ist scheinbar ein Hellseher", kam dazu ein Kommentar eines Zuhörers.

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