Erlangen
Anstich zur Bergkerwa

Spritziger Auftakt zur Bergkirchweih 2017 in Erlangen

Mit einer ordentlichen Bierdusche und mehreren Nachschlägen beim Anstich eröffnet Erlangens OB Florian Janik die Bergkirchweih 2017.
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Eine Bierdusche bekam Erlangens OB Florian Janik beim Anstich auf der Bergkirchweih 2017. Foto: Ronald Rinklef
Eine Bierdusche bekam Erlangens OB Florian Janik beim Anstich auf der Bergkirchweih 2017. Foto: Ronald Rinklef
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"Gut getauft mit dem guten Bergbier!", rief Erlangens OB Florian Janik (SPD), nachdem er am Donnerstag das erste Fass auf der Bergkirchweih angestochen hatte. Ein Glück, dass genug vom Bergbier da war, denn ein ganzer Schwall des kühlen Gerstensafts ging nicht in den Krug, sondern daneben, beziehungsweise aufs Haupt des Oberbürgermeisters.

Pünktlich um 17 Uhr hämmerte Janik auf dem Podium vor dem Henninger Keller den Zapfhahn ins Fass.
Drei Schläge brauchte Janik zunächst. Man dachte: Gut gemacht! Er brauchte ja beim letzen Mal fünf. Aber dann kam der Druck. Man öffnete das Fass oben, Ergebnis: Eine Bergbierfontäne. Nach ein paar harten Nachschlägen war es dann aber vollbracht und Janik konnte die Krüge an die dürstende Masse ausgeben.

Janiks Akt wurde begleitet von den Rufen der eingefleischten Bergfetischisten und Freibiergesichter vor dem Podium - jedes Gedrängel und jede Bierdusche in Kauf nehmend.


Es ist diese Euphorie der zumeist jungen Besucher des Anstichs, die ein kleiner Baustein in der "Legende Bergkirchweih" ist. Ein Muss, diesen Ausbruch der angestauten Vorfreude miterlebt zu haben.

Der archaische Kampf um die ersten Krüge Freibier imponierte auch dem Besuch aus dem Reich der Mitte. Chen Biao, Vizebürgermeister der chinesischen 20-Millionen-Stadt Shenzhen, Partnerstadt der Region Nürnberg, wohnte dem Anzapf-Spektakel bei. Als er auch ein paar Krüge an die Masse weiterreichte, sah er sehr amüsiert aus, angesichts des fremden fränkischen Brauchs, der dem asiatischen Gemüt der Ausgeglichenheit und der größtmöglichen Zurückhaltung weit entfernt ist.

Zurückhaltung war bei den Besucherzahlen des Anstichs nicht bemerkbar. Der Platz an der "T-Kreuzung" war proppenvoll. Auch von übermäßig viel Polizei aufgrund der erhöhten Sicherheitsmaßnahmen war rund um den Anstich nichts zu sehen.

Soll man auf den Berg gehen? Kann man noch? Ist das sicher? Diese Fragen stellen sich viele in Zeiten, in denen alle Großveranstaltungen im Pauschalverdacht stehen, das nächste Ziel von Terroristen zu sein.

Auch die Bergkirchweih sichert sich ab: Es gibt mehr Sicherheitspersonal, mehr Taschenkontrollen, Betonpoller an den Zufahrten. Es wird bestimmt einige geben, die heuer Bedenken haben und lieber zu Hause bleiben.
Aber sicherlich werden sich wieder Abertausende ihren Spaß an einem der größten Freiluftfeste Bayerns nicht nehmen lassen. Ob es am Ende wieder mehr als eine Million Besucher sein werden, wird sich zeigen.

Zwölf Tage, bis einschließlich Montag, 12. Juni, dauert die Bergkerwa. Vertreten sind die Brauereien Tucher, Kitzmann, Steinbach, Mönchshof und Weiherer. Der Bierpreis liegt bei 9 Euro pro Liter. Im vergangenen Jahr kostete die Maß 8,50 Euro. Einzige preisliche Ausnahme unter den 17 Kellern und Festzelten ist der Goldmann-Keller. Dort kostet die Maß heuer einen Euro weniger.

Doch egal, wo man sich auf dem Berg am liebsten aufhält, mittags bei Radieschenbrot und Bergbrezn, nachts auf der Bank stehend bei einer der vielen Bands oder von einem Fahrgeschäft zum nächsten ziehend: Sicher und friedlich, das ist beim Berg ein Muss.
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