Fusion

Sparkasse: Erlangen und Höchstadt planen Fusion

Die Stadt- und Kreissparkasse Erlangen und die Kreissparkasse Höchstadt sprechen über eine Fusion.
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Foto: Christian Bauriedel/Archiv
Foto: Christian Bauriedel/Archiv
Die Stadt- und Kreissparkasse Erlangen und die Kreissparkasse Höchstadt nehmen Sondierungsgespräche über einen Zusammenschluss der beiden regionalen Geldinstitute auf. Dies bestätigen Alexander Tritthart, Landrat des Landkreises Erlangen-Höchstadt, Florian Janik, Oberbürgermeister der Stadt Erlangen und German Hacker, Bürgermeister der Stadt Herzogenaurach.

In einer ersten Stellungnahme sagt Tritthart, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Kreissparkasse Höchstadt: "Für unsere Kreissparkasse ergibt sich aktuell zwar keine akute Handlungsnotwendigkeit. Die wirtschaftliche Entwicklung insgesamt, die besondere Dynamik der Region und die damit verbundenen Herausforderungen im Wettbewerb lassen langfristig aber auch strukturelle Anpassungen bei den Sparkassen sinnvoll erscheinen. Die andauernde Niedrigzinsphase und die überbordende Regulatorik belasten gerade kleinere Häuser überdurchschnittlich. Wir wollen diesen Anpassungsprozess aktiv gestalten und haben deshalb eine grundsätzlich positive Haltung zu einem Zusammenschluss mit der Stadt- und Kreissparkasse Erlangen."

Weitere Konsequenzen für die Kunden und die Mitarbeiter wurden nicht genannt. Es soll am Donnerstag eine Pressekonferenz stattfinden.

Auch Janik, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Stadt- und Kreissparkasse Erlangen, bewertet die Ergebnisse erster Gespräche auf Vorstands- und Trägerebene als sehr positiv: "Die Stadt Erlangen teilt sich ihre Sparkasse ja schon lange mit dem Landkreis Erlangen-Höchstadt und der Stadt Herzogenaurach. Es geht jetzt darum, unsere Sparkassen im Wettbewerb zu stärken und die Leistungsfähigkeit weiter auszubauen."

Hacker, ergänzt, dass durch den Zusammenschluss Synergien in der Bearbeitung der Geldgeschäfte genutzt werden sollen: "Wir wollen die Kräfte noch gezielter auf die Betreuung unserer Kunden ausrichten."

Wie die Vorstandsvorsitzenden der beiden Sparkassen hervorheben, freuen sich die Vorstände auf die Aufgabe, ein tragfähiges Konzept zu erarbeiten. So betont Reinhard Lugschi, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Höchstadt, dass eine gemeinsame Sparkasse eine Bilanzsumme von rund 5,5 Milliarden Euro, Kundeneinlagen von circa 4,6 Milliarden Euro und Kundenkredite von 3,3 Milliarden Euro aufweisen würde. "Mit dieser Größenordnung würde die Sparkasse der Bedeutung des gemeinsamen Wirtschaftsraumes gerecht und wäre in der Lage, alle Kundengruppen - und auch größere Unternehmen - in allen Finanzangelegenheiten kompetent und leistungsfähig zu begleiten."

Johannes von Hebel, Vorstandsvorsitzender der Erlanger Sparkasse, unterstreicht: "Die deutlich veränderten Marktbedingungen aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase, die massiv gestiegene Regulatorik und der
Wettbewerbsdruck führen zu sinkenden Erträgen. Neben der Ausweitung des Geschäftsvolumens ist die Senkung der Kosten eine Möglichkeit, die Ertragslage zu verbessern. Eine größere Sparkasse wie die Stadt- und Kreissparkasse Erlangen ist bereits heute in der Lage, mehr Spezialisten vorzuhalten.

Durch einen Zusammenschluss könnten alle Kunden vom Knowhow des größeren Instituts profitieren. "Ein konkretes Gesamtkonzept für einen möglichen Zusammenschluss wird als Entscheidungsgrundlage für die zuständigen Gremien in den nächsten Monaten erarbeitet und den zuständigen Entscheidungsgremien, Verwaltungsrat und Trägerorganen zur Entscheidung vorgelegt.


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