Höchstadt a. d. Aisch
Training

Sicherheit auf dem Motorrad an erster Stelle

Über 80 Motorradfahrer können gut vorbereitet in die neue Saison starten. Sie nahmen am Fahrsicherheitstraining der Verkehrswacht Höchstadt teil.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die extreme Schräglage wurde mit einem Ausleger trainiert . Foto: Tina Meier
Die extreme Schräglage wurde mit einem Ausleger trainiert . Foto: Tina Meier
+1 Bild
"Gerade am Anfang der Saison ist es wichtig, wieder in den richtigen Schwung zu kommen. Unser Anliegen ist es, die Fahrer in Theorie und Praxis zu unterweisen, damit sie ihre Fahrzeuge sicher durch jede Verkehrssituation steuern können", erklärt Jochen Meier, der gemeinsam mit Siegfried Nürnberger das Fahrsicherheitstraining organisierte.

In den vergangenen 14 Jahren wurden über tausend Motorradfahrer durch das ehrenamtliche Engagement der Höchstadter Verkehrswacht geschult. Am Samstag und Sonntag versammelten sich erneut über 80 Teilnehmer aus dem Raum Höchstadt, Forchheim, Neustadt und Nürnberg auf den Firmengeländen von Baxter und Medwork.

In einem theoretischen Teil präsentierte der Fahrlehrer Gerhard Wust aus Neustadt schockierende Zahlen. 526 Motorradfahrer sind im vergangenen Jahr in Deutschland tödlich verunglückt. Im Vergleich zum Auto können Fahrfehler auf dem Motorrad schwerwiegendere Folgen nach sich ziehen.

Doch der Fahrlehrer berichtete auch von positiven Entwicklungen in der Industrie, die zu besseren Reifen, Assistenzsystemen und funktionaler Bekleidung führten. Er stellte auch eine Airbagweste vor, die mit einem Band am Motorrad befestigt wird und ab 35 Kilogramm Zugkraft auslöst, um den Fahrer bei einem Sturz zu schützen.
Sascha Djuric von der Dekra informierte über die Grundlagen der Fahrzeugtechnik und erklärte, was bei einer Hauptuntersuchung geprüft wird. Außerdem fachsimpelte er mit den Fahrern über verschiedene Bauteile ihrer eigenen Motorräder, vom Rückstrahler über Reifenprofile und Abgaswerte bis hin zum richtigen Winkel des Kennzeichens.

Notarzt Roland Maeumbaed sorgte mit einem Team vom Roten Kreuz für eine Auffrischung auf dem Gebiet der ersten Hilfe. "Traut euch zu helfen, denn nur wenn ihr gar nichts macht, macht ihr alles falsch", stellte er klar und erklärte, dass zum Beispiel 60 bis 70 Prozent der Herztode verhindert werden könnten, wenn mit einer Herzdruckmassage und einem Defibrillator sofort Hilfe geleistet würde. An einer Puppe wurden die Motorradfahrer in diesen Fertigkeiten geschult und lernten zusätzlich, wie sie die Atemwege eines Opfers freihalten können, wie sie jemanden in die stabile Seitenlage legen und wie sie einem verunglückten Motorradfahrer seinen Helm abnehmen.

Damit es gar nicht erst zu einem Unfall kommt, ist es entscheidend, sein Motorrad auch in Gefahrensituationen unter Kontrolle zu halten. Die Teilnehmer übten das Bremsen und das schnelle Ausweichen.

Da 45 Prozent aller Motorradunfälle in Kurven geschehen, lag ein besonderer Fokus auf der richtigen Lenktechnik, die in Slalomparkours geschult wurde. "Auch wenn etwas schief läuft und ein Kegel umfällt, schaut nach vorne", wies Fahrlehrer Gerhard Wust seine Gruppe ein. "Das ist auch in der Realität sehr wichtig. Schaut nie zurück, sondern immer konzentriert nach vorne."

Anschließend trainierte er mit ihnen das dynamische Fahren in der Gruppe, damit die Fahrer über die Spiegel auf andere achten und auch untereinander die Positionen wechseln können. Weitere Aufgaben wie das langsame Fahren oder ein unebener Untergrund verbesserten außerdem die Geschicklichkeit und das Gefühl für das eigene Motorrad. Wer wollte, konnte sich einer besonderen Herausforderung stellen und mit einem speziell ausgerüsteten Motorrad das Fahren in extremen Schräglagen üben.

Nach den Stationen am Vormittag begab sich ein Teil der Motorradfahrer noch auf eine geführte Tour, die sie über 180 kurvenreiche Kilometer durch den Steigerwald bis in die Hassberge und wieder zurück führte.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren