Schwabach
Gesellschaft

Selbstbewusste Frauen beim "Tag der Franken"

Die Franken feiern sich selbst. Tausende Besucher informieren sich beim "Tag der Franken" in Schwabach über die Vielfalt der eigenen Region. Das Motto in diesem Jahr: "Frauen in Franken".
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Frauen in historisierender Kleidung stoßen  in Schwabach auf den Tag der Franken  an. Foto: Timm Schamberger/dapd
Frauen in historisierender Kleidung stoßen in Schwabach auf den Tag der Franken an. Foto: Timm Schamberger/dapd
Mit Trachtenmodenschauen, Lesungen fränkischer Krimiautorinnen und Kunst über starke Frauen haben tausende Besucher in Schwabach den "Tag der Franken" gefeiert. Viele Besucher waren am Samstag in Rot-Weiß gekleidet oder schwenkten den "Fränkischen Rechen." Auch Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) lobte die Franken und ihre Identität als "starkes Stück von Bayern". Der Schwerpunkt lag in diesem Jahr auf den Frauen in Franken.

Und die präsentierten sich selbstbewusst. Die fränkische Apfelkönigin ist froh, dass sie keinen König an ihrer Seite hat. "Eine Prinzessin als Unterstützung wäre aber schon hilfreich in meinem Amt", sagte Franziska Pfaff. Ob die Schärpe richtig um den Körper liegt und die Krone gerade sitzt, das könnten Frauen besser beurteilen. Seit ihrem Amtsantritt im vergangenen Oktober sei sie nicht mehr so schüchtern. "Es würde vielen Frauen gut tun, als Vertreterin von einem Verband oder in einer führenden Position zu arbeiten", sagte die 23-Jährige.

Fränkische Frauen hätten aber auch spezielle Eigenheiten, sagte die stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Schwabach, Johanna Zerer. Als sie nach Schwabach gezogen sei, seien viele ihr gegenüber zuerst verschlossen gewesen. "Heute sind daraus aber verlässliche und gute Freundinnen geworden."

Schwabachs Oberbürgermeister Matthias Thürauf (CSU) lobte seine Stadt mit den Worten "Hier ist alles Gold, was glänzt" und spielte damit auf die Tätigkeit von Goldschlägern an, die hier bis heute arbeiten. Passend dazu konnten Besucher Sekt verkosten, in dem kleine Goldplättchen schwammen.

Neben typisch fränkischen Köstlichkeiten stand die fränkische Mundart im Mittelpunkt. Die Wegweiser auf dem Festgelände waren mit "Dou mäistns fei a nu hie" beschrieben - auf Hochdeutsch: "Dort sollten Sie auch noch hin". Und der Pfarrer trug seine Predigt beim morgendlichen Gottesdienst gleich komplett im fränkischen Dialekt vor.

In diesem Jahr wurde am Rathaus der "Fränkische Rechen" gehisst. Im Frühjahr entschied der Landtag, dass die Frankenflagge am "Tag der Franken" vor öffentlichen Gebäuden gehisst werden darf. Seit 2006 richtet im Wechsel einer der drei Regierungsbezirke - Ober-, Mittel- und Unterfranken - den "Tag der Franken" aus.
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