Schlüsselfeld
Einweihung

Schlüsselfeld hat eine neue Kulturstätte

Die fast 400 Jahre alte Schlüsselfelder Zehntscheune ist für rund 3,3 Millionen Euro umgebaut und saniert worden. Im Obergeschoss sollen künftig vor allem Kulturveranstaltungen stattfinden.
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Die Schlüsselfelder konnten es kaum erwarten, das Ergebnis der Sanierung in Augenschein zu nehmen. Foto: Evi Seeger
Die Schlüsselfelder konnten es kaum erwarten, das Ergebnis der Sanierung in Augenschein zu nehmen. Foto: Evi Seeger
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Die Schlüsselfelder standen Schlange: Schließlich ging es um "ihren" Bürgersaal, der am Sonntag eingeweiht wurde. "Eine Kulturstätte, die ihnen heute übergeben wird", betonte Bürgermeister Johannes Krapp (CSU) bei der Einweihung der zur Kulturstätte umgebauten historischen Zehntscheune.
Schon bevor der offizielle Teil beendet war, warteten die Bürger darauf, den neuen Saal im Obergeschoss der Zehntscheune begutachten zu können. Das Foyer im Erdgeschoss mit dem Trauungszimmer, der Küche, Aufzug und den sanitären Anlagen hatten die Bürger zu diesem Zeitpunkt bereits in Augenschein genommen.


"Auf dem Weg zum Zentrum"

"Die Renaissance eines Renaissancebaus", betonte Krapp, dem viel daran liegt, dass die neue Kulturstätte die Akzeptanz der Bevölkerung findet. Kaum ein Gebäude sei mit der Geschichte und Tradition der Stadt so verwurzelt wie der aus dem Jahr 1626 stammende Bau, sagte Krapp. Der Chronik sei zu entnehmen, dass Schlüsselfeld schon damals das kirchliche, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der gesamten Region war - über einen sehr langen Zeitraum. Der damalige Amtssitz (das heutige Rathaus) und die Zehntscheune hätten die wichtige Stellung der Stadt deutlich gemacht.
Die zweite Blüte der Stadt habe mit dem Bau der Autobahn eingesetzt. Dass Schlüsselfeld auch heute eine wichtige Stellung einnimmt, war den Worten von Landrat Hans Kalb (CSU) zu entnehmen. Der Bau sei "ein Highlight im gesamten Landkreis". Die Stadt sei "auf dem Weg zum Zentrum", sagte der Landrat. Menschen würden heute Gemeinden suchen, in denen sie aufgehoben sind und in denen Kultur stattfinde.
"In diesem Haus begegnen sich Vergangenheit und Gegenwart und es wird für die Zukunft geplant", sagte Pfarrer Wolfgang Dettenthaler, der zusammen mit Pfarrer Johannes Kestler den Bau segnete. "Suchet der Stadt Bestes", sprach Pfarrer Kestler mit dem Propheten Jeremia. "Wenn es der Stadt wohl geht, geht es auch euch wohl!"
Nach den Worten des Architekten Christoph Gatz, der sein Konzept erläuterte, war es "eine mutige Entscheidung", das Gebäude umzubauen und einer zukunftsfähigen Nutzung zuzuführen. Der Bau sei zwar "sehr stattlich, aber ohne räumliche Qualität" gewesen. Der Mutigste im ganzen Prozess sei zweifelsohne Altbürgermeister Georg Zipfel gewesen.
Wie Zipfel im Gespräch mit dem FT erklärte, kam der Gedanke an eine neue Nutzung der Scheune im Jahr 2008 auf. Damals baute die Stadt einen neuen Bauhof, und die Zehntscheune - bis dato Gerätelager des Bauhofs - wurde frei. "Wir machten uns Gedanken, wie man die historische Scheune künftig nutzen kann." Bis zur Umsetzung war es allerdings ein langer Prozess. Der Umbau und die Kosten riefen auch Kritiker auf den Plan.


Viele Zuschüsse

Etwa 3,3 Millionen Euro wurden verbaut, berichtete Regierungspräsident Wilhelm Wenning. Es seien aber auch hohe Zuschüsse geflossen: 1,2 Millionen Euro seien aus dem EU-RWB-Programm und 225 000 Euro Kofinanzierung des Freistaates Bayern von der Städtebauförderung seien bewilligt worden. Als Vorsitzender freute sich Wenning ganz besonders, dass die Oberfrankenstiftung sich mit 500 000 Euro an dem Projekt beteiligt hat. Weitere Zuschussgeber seien der Entschädigungsfonds mit 200 000 Euro, die Bayerische Landesstiftung mit 120 000 Euro sowie das Landesamt für Denkmalpflege und der Landkreis Bamberg mit je 10 000 Euro.
Von dem Ergebnis zeigten sich auch viele Schlüsselfelder mehr als überrascht. "Es ist ein wunderbarer, repräsentativer Raum geworden", lobte Wilfried Körner. Er hoffe, dass die Begeisterung anhält und die Bürger der Stadt Kultur in ihren eigenen Mauern genießen können.

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