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Röttenbach
Unterweisung

Röttenbacher Grundschüler gehen nicht mehr auf zu dünnes Eis

Ein Team der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft DLRG führte in der Grundschule Röttenbach ein Eistraining durch. Es zeigte den Kindern, wie sie sich auf zugefrorenen Gewässern verhalten sollen.
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Lisa Schick von der DLRG zeigt den Kindern beim Eistraining die Faustprobe.  Fotos: Johanna Blum
Lisa Schick von der DLRG zeigt den Kindern beim Eistraining die Faustprobe. Fotos: Johanna Blum
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Der Winter lässt zwar immer noch auf sich warten, aber in der Grundschule Röttenbach bereitete man sich schon mal darauf vor: Die Kleinen trainierten am Mittwochvormittag eifrig, wie man sich verhält, wenn man selbst oder andere ins Eis eingebrochen sind. Sie bekamen damit Wissen vermittelt, das in einem richtig harten und schneereichen Winter lebensrettend sein kann.

Die zwei jungen Trainer von der DLRG, Lisa Schick und Yanek Giesers, hatten in der Turnhalle schon alles für ein Stationentraining vorbereitet. "Wir sind im Moment zwei bis drei Mal die Woche unterwegs an Schulen und auch in Kindergärten, um das Eisregeltraining ,Cool und Sicher' durchzuführen", erklärt Lisa Schick.
"Im Sommer geht es bei unseren Kursen natürlich um die Baderegeln", fügt sie hinzu.

Die drei Fäuste

Was die DLRG ist, können sich die Kleinen erst nicht so richtig vorstellen und so wird es ihnen kindgemäß erklärt. Anhand eines Weiherbildes überlegen alle gemeinsam, wo es auf dem Wasser am sichersten ist: da, wo kein Fluss durchfließt, nicht am Schilfufer und auch nicht am Abwassereinlauf. Jede Gemeinde informiert die Bürger, ab wann die Weiher betreten werden dürfen. Eine hilfreiche Regel ist: wie drei Fäuste übereinander gelegt (zirka 15 bis 20 Zentimeter) sollte das Eis dick sein. An sechs Stationen wurden Situationen vorgestellt und eingeübt. Die Kinder waren mit viel Spaß dabei, den Ernstfall zu trainieren. Sie spielten ein Szenario durch: Wenn das Eis gebrochen ist, muss sich Tobias auf die Eisfläche legen, damit das Gewicht verteilt wird. Dann muss er und auf dem gleichen Weg, den er gekommen ist, wieder ans Ufer robben.

Höllisch eisig

Dass kaltes Wasser so irre kalt ist, konnten sich die Kleinen nicht richtig vorstellen. Einen gewisse Ahnung davon bekam Alex, als er seinen Arm 45 Sekunden lang in das Eiswasser in der Kühlbox legte. "Au, ist das kalt!", rief er plötzlich. Die Klassenkameraden betasteten seinen Arm. Er war immer noch richtig kalt. "Stellt euch vor, ihr seid bis zum Hals in so eisigem Wasser!", gab Lisa den Kleinen zu bedenken.

Sich aus dem Eis zu befreien, ist auch nicht leicht. Zwei Kästen standen an der Wand und bildeten ein Dreieck - das Eisloch. Neues Szenario: Fabrice war ins Wasser gefallen und versuchte nun die Arme ganz breit übers Eis zu legen, um dann die Füße nach oben zu bekommen und ans rettende Ufer zu robben. Ganz schön anstrengend! "Reicht nie dem Eingebrochenen die Hand, um ihn herauszuziehen, denn ihr könnt selber dabei reinfallen!", rät Yanek den interessierten Kleinen.

Mit einer Kette aus aneinander gebundener Winterkleidung geht es einfacher. "Ist der zu Rettende aber zu stark, lieber loslassen und Erwachsene zu Hilfe holen!", riet Yanek. War die Hilfeleistung erfolgreich, sei es wichtig, die stark unterkühlte Person zu wärmen, zum Beispiel mit einem Anorak oder Pullover, erfuhren die Kinder.
Am besten ist eine Rettungsdecke - wenn sie greifbar ist. Hortense ließ sich gerne darin einpacken. Die Mitschüler schauten dabei zu.

Keinen Alkohol, keinen Kaffee einflößen

Ist heißer Tee vorhanden, gibt man ihn der Person zu trinken, aber nie Alkohol oder Kaffee, mahnten die DLRG-Mitglieder. "Die Notrufnummer, die man anrufen muss, lautet 112", erklärte Lisa und gab den Kindern eine gute Merkhilfe: ein Mund, eine Nase und zwei Augen. Beim Anruf muss man angeben, wer spricht, wo man sich aufhält, was passiert ist und wie viele Personen verletzt sind. "Ihr dürft auch nicht gleich auflegen, sondern müsst immer auf Rückfragen warten", lautete eine weitere dringende Empfehlung.

Mit Begeisterung gingen die Kinder ihre Stationen ab, telefonierten und übten sämtliche Situationen. Zur Vertiefung bekam jeder Schüler noch eine bunte Broschüre mit den Eisregeln und ein Comic-Heftchen "Das Eisvergnügen" mit nach Hause - alles von der Versicherungskammer Bayern gesponsert. Der Winter kann kommen.
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