Röttenbach
ÖPNV

Röttenbach: Die "Allianz" bleibt weiter bestehen

Die "Allianz der Vernunft" gründete sich im Vorfeld des Bürgerentscheids zur Stadt-Umland-Bahn. Sie will sich nun auch weiterhin für eine verbesserte Busanbindung im ländlichen Raum und Schnellbuslinien einsetzen.
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Die "Allianz" schlägt Bus-Rapid-Transit-Systeme auf drei Achsen vor. Foto: 2013 Van Hool NV
Die "Allianz" schlägt Bus-Rapid-Transit-Systeme auf drei Achsen vor. Foto: 2013 Van Hool NV
Wochenlang und mit großem Engagement haben sie um die Gunst der Wähler geworben. Haben für ein intelligentes Bussystem und gegen eine Stadt-Umland-Bahn gekämpft. Mit Erfolg. Die Mehrheit der Bürger hat sich beim Bürgerentscheid im April gegen die StUB ausgesprochen. Für die "Allianz der Vernunft" ist die Arbeit damit aber längst nicht getan.

Ganz im Gegenteil. Sie wird auch nach dem Bürgerentscheid weiter in dieser Form zusammenarbeiten. Darauf haben sich die Mitglieder bei einer gemeinsamen Sitzung am Dienstag geeinigt. "Wir wollen gleichzeitig an andere Parteien, Gruppierungen und Organisationen appellieren, den Bürgerwillen als Arbeitsauftrag zu verstehen und ihn gemeinschaftlich wahrzunehmen", erklärte Ludwig Wahl (FW), Bürgermeister in Röttenbach und Sprecher der überparteilichen Gruppe, am Donnerstag bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit Gerald Brehm und Irene Häusler (beide JL) sowie Michael Dassler und Britta Dassler (beide FDP).

Wie Bürgerbeteiligung im Detail aussieht, ist Sache das Landrats

Dabei ist der Allianz eine vertrauensvolle Arbeit mit Landrat Alexander Tritthart (CSU) besonders wichtig. Ein erstes Gespräch mit ihm habe bereits stattgefunden. "Wir wollen nun gemeinsam an der Verbesserung des ÖPNV arbeiten", kündigte Wahl an. Entscheidend für die Allianz ist, dass zu diesem Thema auch künftig eine Bürgerbeteiligung stattfindet. "Die Bürger möchten deutlich mehr gehört werden. Wir müssen sie mit ins Boot holen und zu Beteiligten machen", meinte Wahl. Wie die Bürgerbeteiligung im Detail aussehe, sei aber schließlich Sache des Landrats.

Zur Verbesserung des ÖPNV sowohl im Landkreis als auch an den Schnittstellen zu den Landkreisen Forchheim und Neustadt sowie den Städten Erlangen, Nürnberg und Bamberg schlägt die Allianz ein mehrstufiges Konzept vor. Ziel ist dabei vor allem, eine verbesserte Anbindung im ländlichen Raum und über Schnellbuslinien die Hauptachsen zu erreichen.

Grundsätzlich denkt die Allianz dabei an ein optimiertes RoBus-System auf der ursprünglich geplanten StUB-T-Trasse - in Abhängigkeit der Entscheidung der Stadt Herzogenaurach, ob sie die Aufgaben des Landkreises für die Realisierung einer StUB übernimmt.

Anschluss für kleinere Gemeinden

Des weiteren schlägt die Allianz sogenannte Bus-Rapid-Transit-Systeme (BRT), also Schnellbuslinien, auf folgenden drei Achsen vor: von Höchstadt über Adelsdorf, Hemhofen, Röttenbach und Erlangen; von Weisendorf über Heßdorf nach Erlangen; sowie von Eckental nach Erlangen. Michael Dassler (FDP) plädierte zudem für die Strecke von Herzogenaurach nach Fürth und Nürnberg. "Wir können das System nur anregen. Es ist aber auch nicht das Günstigste. Man muss es einfach mal prüfen", erläuterte Dassler.

Was der Allianz zufolge dabei aber nicht aus den Augen verloren werden darf, ist ein tiefergehendes Bussystem in die Fläche des Landkreises. "Um einen optimalen Anschluss auch kleinerer Gemeinden gewährleisten zu können", erklärte Wahl. Auch alle Möglichkeiten über die Landkreisgrenzen hinaus und von Ehrenamtlichen betriebene Bürgerbusse sollten überprüft werden.

Weitere Ideen der Allianz sind Informationssysteme für Fahrgäste, die anzeigen, wann der nächste Bus kommt, sowie Barcode-Leseeinrichtungen an den Fahrzeugen selbst. Irene Häusler brachte in diesem Zusammenhang die Möglichkeit an vielen Parkplätzen, mit seinem Handy bezahlen zu können, zur Sprache. "Das hat natürlich auch mit Bequemlichkeit zu tun. Das Einsteigen geht schneller. Und wir wollen Leute ja dazu motivieren, in den Bus zu steigen", ergänzte Wahl.

Talüberquerung zu Erlangen

Vorstellbar wären für die Allianz außerdem sogenannte "Best Price Tarife", bei denen je nach Fahrt abgerechnet wird, sowie eine Verkehrsentlastung durch verstärkten Fahrradwegausbau und Bikesharing-Stationen an zentralen Punkten. Eine zwingende Forderung zur Verbesserung der Verkehrssituation sei aber eine weitere Talüberquerung zur Stadt Erlangen, zum Beispiel über die Kosbacher Brücke. Nicht nur für den öffentlichen Nahverkehr, sondern auch für den Individualverkehr.

Gerald Brehm betonte schließlich, dass sich jeder an der Allianz beteiligen könne. "Das ist eine Bürgerkraft", hob er hervor. Die StUB sei nicht das geeignete Mittel und schon gar nicht wirtschaftbar. Er und Britta Dassler sind davon überzeugt, dass es sie im Landkreis auch nicht geben wird.










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