Herzogenaurach
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Rockige Weihnacht auf dem Herzogenauracher Marktplatz

"Faded Glory" machte den Abschluss der "After Work Reihe" in Herzogenaurach.
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Weihnachtsmützen, aber keine Weihnachtslieder: "Faded Glory" setzte auf einen eher rockigen Abend.  Fotos: Bernhard Panzer
Weihnachtsmützen, aber keine Weihnachtslieder: "Faded Glory" setzte auf einen eher rockigen Abend. Fotos: Bernhard Panzer
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Wer auf "Last Christmas" von George Michael gehofft hatte, der wartete vergebens. Denn die Weihnachtsschnulze, die in diesen Wochen im Radio rauf und runter gedudelt wird, hatte die Band "Faded Glory" nicht im Programm. Stattdessen gab's viele andere Ohrwürmer, rockiger Natur und zumeist aus den vergangenen Jahrzehnten, aufs Gehör. Mit Bon Jovi und Bryan Adams, Manfred Mann und Michael Jackson stimmte sich ein fröhliches Publikum beim vierten "After Work Glühwein" auf dem Marktplatz zwei Tage vor Heiligabend auf die Feiertage ein.

Und die Gäste waren gut gelaunt, auch wenn das Wetter ungemütlich war und man gegen die Kälte schon hüpfen musste. Manche sangen die Hits mit, andere ließen Sternwerfer leuchten und Glühwein und Apfelpunsch wärmten von innen.


Nach der Arbeit zum Marktplatz

So war es keine Frage, dass der Wunsch laut wurde, solche Veranstaltungen öfters zu machen. Begeistert war beispielsweise Martina Friedel. "Das ist total schön", lobte sie. "Da soll noch einer sagen, in Herzogenaurach ist nichts los." Nina Endres war bereits zum Adventskalender da, hat sich dann im Büchercafé um die Ecke aufgewärmt und kam zum Rockabend zurück. Margot Zenger, die in einer Arztpraxis arbeitet, und das donnerstags bis 18 Uhr, eilte gleich nach Dienstschluss herüber. Und das bereits zum vierten Mal. Und so ist die Veranstaltung auch gedacht: Raus aus dem Geschäft, rauf auf den Marktplatz. "After Work" feiern, und das an allen vier Donnerstagen im Advent, die Idee von Heiko Dilger fand Resonanz.

Der Vorsitzende der Förder- und Werbegemeinschaft (Föwe) zog am Abend eine positive Bilanz der vier Veranstaltungen, an denen drei Bands für Livemusik sorgten. Darunter "Faded Glory", die kamen doppelt. "Man muss den Marktplatz nutzen", sagt er. "Wir wollten eine kleine Entwicklung schaffen."

Der Stadt ist er dankbar, dass er dafür eine Sondergenehmigung bis 21 Uhr bekommen hatte. "Der Anfang ist gemacht, jetzt sollte es auch weitergehen", resümiert Dilger, weiß aber noch nicht, wer das im kommenden Jahr organisieren wird. Denn Weihnachtsmarkt und Lebendigen Adventskalender hat der Verein inzwischen an die Stadt abgegeben.

Viele Besucher würden sich sicherlich wünschen, dass es weiter geht. Am besten gar auf das ganze Wochenende verlängern, wie Nina Endres vorschlug. Oder in den Sommer ausweiten, wie Sonja Schulz vorschlug:. "Das sollten sie im Sommer öfters machen, wenn das Wetter besser ist", sagte sie.


Rockweihnacht als Ausnahme

Dass es Rockmusik ist, die geboten wird, das gefällt. Weihnachtslieder gebe es ja schließlich beim Adventskalender. Wobei das nichtselbstverständlich sei, denn vier Abende mit Livemusik kosten ja auch Geld, meinte Initiator Dilger. Außerdem finde man das anderswo nicht.

Petra Leuschner gab ihm da recht: "Bei uns auf dem Weihnachtsmarkt gibt's das nicht", sagte die gebürtige Niederbayerin aus Pfarrkirchen. Aber: In der deutlich kleineren Stadt sei der Weihnachtsmarkt viel größer, ergänzte sie. Auch ihr Mann Peter fand, dass die Veranstaltung mehr Publikum verdient hätte. Für eine Stadt in der Größenordnung sei das zu wenig, meinte der Musiker, der in der Herzogenauracher Band "Spätlese" spielt.
Etwas mehr Weihnachtsstimmung hätten sich andere Stimmen gewünscht. Für entsprechende Atmosphäre fehlten schlicht mehr Buden eines klassischen Weihnachtsmarkts, der Schnee wohl auch, und vielleicht hätten Schwedenfeuer für etwas mehr Gemütlichkeit gesorgt. Aber dass noch Luft nach oben ist, das weiß auch Heiko Dilger. Aber: "Fürs erste Jahr war's sehr positiv", sagte er.

"Faded Glory" hatte Verstärkung dabei. Am Bass sprang der Herzogenauracher Jörg Heydt ein und sorgte für eine noch rockigere Note. Brigitte Meidel begleitete ein paar Lieder mit dem Saxofon, Georg Gunselmann sang Robbie Williams und mit der jungen Kanadierin Amelia de Vries kehrte dann doch etwas weihnachtlich friedvolle Stimmung ein. Sie sang unter anderem das "Imagine" von John Lennon und das "Hallelujah" von Leonard Cohen.

Richtig gut gefallen hat's den beiden Herzogenauracher Schwestern Anni Wahl und Barbara Plows, beide geborene Gumbrecht. Die 78-jährige Betty kommt ihre etwas jüngere Schwester alle paar Jahre aus St. Bernardino in Kalifornien besuchen.

Erst am Vorabend war sie eingeflogen, um unter anderem den 80. Geburtstag des Bruders Konrad zu feiern. Von wegen, ein paar Berliner hätten den weitesten Weg, schmunzelte die Seniorin auf eine Anmerkung von Sänger Bernhard Wilfer hin.

Gefroren hat die fränkische Amerikanerin übrigens nicht. "Hier ist es schön frisch", meinte sie nur. Und Rockmusik zur Weihnacht, das gebe es in den USA auch nicht. "Zuhause" sei alles etwas gediegener. Aber Herzo: "Olala", meinte sie nur. Also, weiter so!
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