Höchstadt a. d. Aisch
Neujahrsempfang

Renate Künast ruft in Höchstadt zu verantwortungsvollem Konsum auf

Die Bundestagsabgeordnete Renate Künast forderte beim Neujahrsempfang in Höchstadt die Verbraucher auf, beim Einkauf nicht nur auf den Preis zu achten.
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Renate Künast gab sich bei ihrer Rede kämpferisch. Foto: Dieter Gropp
Renate Künast gab sich bei ihrer Rede kämpferisch. Foto: Dieter Gropp
Prominenter Gast auf dem Neujahrsempfang von Bündnis 90/Die Grünen am Mittwochabend in der Fortuna Kulturfabrik war die ehemalige Landwirtschaftsministerin und heutige Bundestagsabgeordnete Renate Künast. Angesichts des schweren Zugunglücks in Oberbayern war das Programm etwas abgeändert worden. Der Gitarrist Stefan Grasse spielte mit viel Feingefühl auf seinem Instrument. Die Gäste gedachten in einer Schweigeminute der Opfer des Unglücks.
In ihrer Rede ging Renate Künast besonders auf Fragen der Lebensmittel-Industrie und der Ernährung ein. Ihr Grundtenor war, dass die Bürger als Konsumenten wesentlichen Einfluss darauf haben, was in den Lebensmittel-Discountern angeboten werde. Oft würden heute Lebens- und Genussmittel angeboten, die sich negativ auf die Gesundheit auswirkten.
Mit allerhand Geschmacksstoffen werde unverantwortlich umgegangen.
Renate Künast forderte die Verbraucher auf, verantwortungsvoller einzukaufen, um die Lebensmittel-Industrie zu zwingen, mit Nachhaltigkeit gesündere Lebensmittel zu produzieren. Die Zusammensetzung der Lebensmittel müsse offen und für jeden sofort sichtbar auf der Verpackung gekennzeichnet sein. Die Lebensmittel-Ampel sei für die Erkennbarkeit der Inhaltsstoffe am besten geeignet. Es gelte auch, zu garantieren, dass dort, wo "Bio" drauf stehe, auch "Bio" drin sei. Der Verbraucher nehme solche Signale eher wahr als das Kleingedruckte. Schon an den Farben grün, gelb, rot müsse man auffällig erkennen können, wie geeignet das Lebensmittel für eine gesunde Ernährung sei. Besonders bei Kindern und älteren Menschen sei das nötig.
Man müsse auch wissen, was im menschlichen Körper bei der Ernährung vorgeht, was für den Körper gut oder schlecht ist. Das Essen solle doch in allererster Hinsicht Freude machen. Dabei könne man öfters wieder auf alte, bewährte Rezepte zurückgreifen, anstatt alles fertig zu kaufen. Der Karpfen, der für den Aischgrund stünde, gebe gewiss genügend Anlass, sich auf vielfältige und schmackhafte Rezepte zu besinnen, auch aus Großmutters Zeiten.


Natur nicht vergewaltigen

Die enge Zusammenarbeit von Erzeuger, Einzelhandel, Gaststättengewerbe und Konsumenten sei eine gute Voraussetzung für die Verbesserung der Qualität der Nahrungs- und Genussmittel. Das Umdenken müsse beim Verbraucher beginnen und so auf die Lebensmittelproduktion zurückwirken. Die Natur müsse nicht zwingend mit Chemie vergewaltigt werden. Die Natur helfe sich im Wesentlichen selbst.
Unsere Verantwortung liege darin, verantwortungsvoller mit der Natur umzugehen, denn die Erde hätten wir uns nur von unseren Kindern geborgt. Die Grünen sollten weniger ins Gerede kommen und mehr ins Gespräch. Politik beginne schon mit dem Einkaufskorb, und die Vielfalt unserer Ernährung müsse wieder hergestellt werden.
Zur Flüchtlingssituation nahm Renate Künast abschließend Stellung. Wichtig sei dabei, sich immer wieder die Frage zu stellen: "Wo geht das hin?" Krisenzeiten seien Bewährungszeiten, und die menschlichen Werte wären jetzt besonders wichtig. Die Flüchtlinge, zum Beispiel aus dem syrischen Aleppo, hätten sich ihre Entscheidung gewiss nicht leicht gemacht. "Würden wir dort leben, wären wir schon lange dort weg."

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