Nürnberg

Prozess gegen Sektenmitglieder aus Lonnerstadt beginnt

Weil sie mit einem schwer kranken Kind drei Jahre lang nicht zum Arzt gegangen sein sollen, müssen sich zwei Sektenmitglieder von Dienstag an vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten.
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Der Angeklagte Gerhard Lebok, Guru der Sekte «Neue Gruppe der Weltdiener», lächelt am 15.07.2014 vor Prozessbeginn in einem Saal des Landgerichts Nürnberg-Fürth Nürnberg, in dem auch sein Sohn seiner Lebensgefährtin, Kilian B. (2.v.l.), sitzt. Foto: David Ebener/dpa
Der Angeklagte Gerhard Lebok, Guru der Sekte «Neue Gruppe der Weltdiener», lächelt am 15.07.2014 vor Prozessbeginn in einem Saal des Landgerichts Nürnberg-Fürth Nürnberg, in dem auch sein Sohn seiner Lebensgefährtin, Kilian B. (2.v.l.), sitzt. Foto: David Ebener/dpa
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Die Anklage gegen den Mann und seine Lebensgefährtin - die Mutter des kranken Jungen - lautet auf schwere Misshandlung von Schutzbefohlenen. Das Paar aus Lonnerstadt bei Erlangen gehörte zur "Neuen Gruppe der Weltdiener". Sie sollen dem an der Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose erkrankten Jungen jahrelang keine Medikamente gegeben haben.
Der zwölfjährige Junge bekam laut Anklage auch immer wieder nichts essen, obwohl bei Mukoviszidose kalorienreiche Ernährung notwendig sei. Selbst als sich die Gesundheit des Jungen erheblich verschlechterte, ging das Paar demnach nicht zum Arzt. Der Junge leide bis heute an den Folgen. Bei Mukoviszidose verstopfen die Atemwege in der Lunge, die Ausführungsgänge an der Bauspeicheldrüse und die Gallenwege mit zähem Schleim.

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