Erlangen
Umweltschutz

Protest gegen Landesgartenschau in Erlanger Schutzgebiet

Eine Bürgerinitiative will die Landesgartenschau 2024 in Erlangen mit einem Bürgerbegehren verhindern. Rund 4200 Unterschriften müssen gesammelt werden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Initiatoren des Bürgerbegehrens haben nichts gegen Blumen, aber sie sind gegen eine Gartenschau im Landschaftsschutzgebiet. Foto: Archiv
Die Initiatoren des Bürgerbegehrens haben nichts gegen Blumen, aber sie sind gegen eine Gartenschau im Landschaftsschutzgebiet. Foto: Archiv
In Erlangen hat eine Bürgerinitiative gegen die Landesgartenschau ein Bürgerbegehren gestartet. Nun sollen Unterschriften gesammelt werden, damit die Bürger über die Blumenschau entscheiden können. Mit der erhofften Abstimmung soll die für 2024 geplante Landesgartenschau verhindert werden. Derzeit seien rund 4200 Unterschriften erforderlich, damit das Bürgerbegehren zustande, teilte die Bürgerinitiative mit. Rund 84 000 Bürger (inklusive EU-Bürger) seien derzeit dafür wahlberechtigt.
"Wir sind nicht grundsätzlich gegen eine Landesgartenschau. Wir kritisieren, dass diese in einem Landschaftsschutzgebiet stattfinden soll", sagte Barbara Grille, ÖDP-Stadträtin und Mitinitiatorin des Bürgerbegehrens, zum Startschuss der Unterschriften-Kampagne. Die ursprüngliche Grundidee, mit Landesgartenschauen brachliegende Gewerbeflächen ökologisch aufzuwerten, werde in Erlangen gar nicht mehr verfolgt. "Es soll ein bestehendes, hochwertiges Landschaftsschutzgebiet zu einer Landesgartenschau umfunktioniert werden", kritisierte Grille. "Es folgt eine ökologische Abwertung, keine Aufwertung."


Neues Wohnquartier geplant

In der Bürgerinitiative steht aber nicht nur der Umweltschutzgedanke im Vordergrund. Andere Gegner der geplanten Landesgartenschau wollen den Großparkplatz erhalten, um die Einkaufsstadt nicht zu gefährden. Das Areal zwischen Bahnhof und Frankenschnellweg will die Stadt im Zuge der Gartenschau zu einem neuen Wohnquartier umbauen. Neben Wohnhäusern sollen neue Parkhäuser gebaut werden. "Mir selbst fehlt jegliche Fantasie, wer zwischen Bahnhof und Autobahn wohnen möchte", betonte Grille.
Vorgesehen für die Landesgartenschau seien das Gelände des Großparkplatzes neben dem Hauptbahnhof sowie Teile des Regnitzgrundes mit der Wöhrmühlinsel. Die Bürgerinitiative kritisiert, dass diese Flächen direkt neben den Lärmschneisen des Frankenschnellwegs und der Bundesbahn liegen. Außerdem wird die fehlende Nachhaltigkeit bemängelt. Die Blumenschau auf dem Großparkplatz werde 2025 wieder abgebaut.
Negativ sehen die Kritiker auch die Kosten über zehn Millionen Euro für den Stadthaushalt. Außerdem würden sich Verkehrsprobleme durch die Blockierung des Großparkplatzes ergeben.
Für die Landesgartenschau hatten sich im Stadtrat die Vertreter der CSU, SPD, Grünen und FDP ausgesprochen. Die Bürgerinitiative setzt dagegen auf die Unterstützung von ÖDP, Freien Wählern und Linkspartei.


was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren