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Herzogenaurach
Pädagogik

Projekt an der Montessori-Schule trägt Früchte

Herzogenauracher Montessori-Schüler beschäftigen sich in den kommenden Monaten mit ökologischem Landbau. Dazu haben sie selbstständig ein Grundstück gesucht und einen Bauwagen renoviert.
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Schulleiterin Dina Cerisier ist sehr angetan von dem, was die Schüler aus dem Bauwagen gemacht haben. Foto: Richard Sänger
Schulleiterin Dina Cerisier ist sehr angetan von dem, was die Schüler aus dem Bauwagen gemacht haben. Foto: Richard Sänger
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Die Montessori-Schule Herzogenaurach brachte mit Beginn des Schuljahres einige Neuerungen auf den Weg, und die Schülerfirma eröffnete ein neues Geschäftsfeld, nämlich ökologischen Landbau. Es soll Gemüse angebaut werden. Dabei wollen es die Schüler aber nicht belassen, denn nach ihrer Meinung gehören da auch Hühner dazu, also soll den Herzogenaurachern "Rent a Huhn" angeboten werden. Soll heißen, es können Patenschaften über Hennen übernommen werden, und der Erlös aus dem Verkauf der frischen Eier soll die Finanzkraft der Schülerfirma stärken.
In dem kleinen Garten neben der Schule lässt sich ein derartiges Vorhaben natürlich nicht realisieren. In einem Pressegespräch stellten Geschäftsführerin Susanne Hehn und Schulleiterin Dina Cerisier das Projekt "Schule des sozialen Lebens" vor.
Eltern sollen dabei von den Schülern hautnah erfahren, weshalb man der Schule für das Leben lernt und nicht nur für die Schule.
Wie Susanne Hehn und Dina Cerisier erzählten, waren die Schüler von Beginn von Beginn an aktiv eingebunden. Denn für den ökologischen Gemüseanbau brauchte es nicht nur ein Grundstück, sondern auch ein Gebäude. Das Gebäude in Form eines ausrangierten Bauwagens konnte ziemlich schnell gefunden werden. Der Bauwagen wurde vor der Schule abgestellt und von den Schülern selbst renoviert und nach ihren Wünschen gestaltet.


Verhandlungen mit der Stadt

Was fehlte, war ein geeignetes Grundstück, und diese Suche gestaltete sich etwas schwieriger. Schließlich wurde die Schule bei der Stadt fündig. Die Auswahl des Grundstückes und Verhandlungen mit der Stadt führte federführend das junge Schülerunternehmen. "Die Schüler wurden bei der Stadt vorstellig und konnten erleben, dass dazu ein Schriftwechsel und Verhandlungsgeschick erforderlich sind", erzählte die Schulleiterin. Dazu gehörten natürlich auch das Anschreiben an die zuständigen Ämter und die Planungen wie das Grundstück genutzt werden soll.
Es ist aber natürlich nicht damit getan, Früchte anzubauen und zu ernten. Die Schüler müssen sich botanische Kenntnisse aneignen und sich um Buchhaltung und Planung kümmern. Seit dieser Woche stellen sich vorwiegend Schüler aus der siebten und achten Klasse auf dem Grundstück nahe dem Kaninchenzuchtverein dem herausfordernden Projekt in freier Natur. Die Schüler hoffen, vielleicht schon im nächsten Jahr auch zu ernten, um in Kooperation mit der Schulgartengruppe (Klasse 5 und 6) einen reichhaltigen Obst- und Gemüsemarkt anbieten können.
Die Schulleiterin ist überzeugt, dass im "Outdoor-Klassenraum" viele Erfahrungen in handwerklichen Tätigkeiten gesammelt werden und beim gemeinschaftlichen Kochen viel für das Leben gelernt werden kann.
Die Feldfrüchte werden im nächsten Jahr sicher auch die Speisekarte der Schulküche bereichern. Denn mit Beginn des Schuljahres ist der Koch vor Ort, die Speisen werden nicht mehr in Warmhalteboxen geliefert. "Der Caterer kocht vor Ort und ist deshalb an Frische nicht mehr zu überbieten", erklärte dazu die Geschäftsführerin. Und die Schulleiterin ergänzte, dass sich die älteren Schüler zunehmend ein Salatbuffet wünschten und damit auch die jüngeren Schüler ansteckten.


Einheitliche Zeiten

Neu ist auch ein einheitlicher Unterrichtsschluss für alle Primarstufenklassen um 13.15 Uhr. Dem Montessori-Experten Claus Kaul war aufgefallen, dass der Schulschluss der Erst- und Zweitklässler um 11.45 Uhr einen Bruch für deren Arbeit und für die Arbeit der Dritt- und Viertklässler darstellt. "Weil man mit der Zeit etwas betriebsblind wird, holen wir uns immer wieder mal Rat von einem Montessori-Experten", erklärte die Schulleiterin dazu.
Seit dem Schuljahr 2013/2014 besteht eine gebundene Ganztagsklasse 7/8 und seit dem Schuljahr 2014/2015 auch eine offene Ganztagsklasse 7/8, seit diesem Schuljahr bildet die Klasse 5/6 eine offene Ganztagsklasse. Damit blieben mehr schulische Zeit in einer bekannten und festen Gemeinschaft und auch mehr Möglichkeiten einer individuellen Förderung, dies fördere auch das soziale Miteinander. Zusätzlich bleibe Raum für freiere Unterrichtsformen und pädagogische Arbeit wie zum Beispiel eine Projektarbeit. Außerdem öffne sich die Schule noch mehr außerschulischen Partnern etwa bei Musik und Sport.
Die älteren Schüler, die den "Quali" oder den "M"-Abschluss machen, können die Schul-Laufbahn bis zum Abitur einschlagen, dafür gibt es jetzt auch Spanisch als zweite Fremdsprache nach Englisch, das ab der ersten Klasse gelehrt wird.
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