Lonnerstadt
Brauchtum

Prächtiger Hopfen und alte Lieder in Lonnerstadt

In Lonnerstadt wurde bei Musik, frischem Brot und Zwiebelkuchen das Hopfenbloodn-Fest gefeiert. Mit der Ernte wird in Uehlfeld "Grünes Pils" gebraut.
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Im Hof der Mühle von Regina und Paul Bruckmann wurden die Hopfenblüten gezupft. Foto: Evi Seeger
Im Hof der Mühle von Regina und Paul Bruckmann wurden die Hopfenblüten gezupft. Foto: Evi Seeger
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"... da liegt mir die Mühle, die Mühle im Sinn", spielten Emmi Weiss und Fritz Rabenstein, der sich an der Teufelsgeige mit Konrad Heimann abwechselte. Die Hopfenzupferinnen sangen die altüberlieferten Lieder fleißig mit. Der Ort, an dem sich die Lonnerstadter Frauen - und ein Mann - zum "Hopfenbloodn" versammelt hatten, war jedoch nicht "die Mühle im Schwarzwälder Tal", von der das Lied erzählt. Es war die wunderschön restaurierte Mühle von Paul und Regina Bruckmann.

Als Vorsitzende des Heimatvereins hatte Regina Bruckmann das Fest auf die Beine gestellt. "Weil der Hopfen in diesem Jahr so prächtig geworden ist", sagt sie. Im letzten Jahr habe es kein Hopfenbloodn-Fest gegeben, weil es eben keinen Hopfen gab.

Vor einigen Jahren hatte der Heimatverein auf einem Acker vor den Toren von Lonnerstadt einen Hopfengarten angelegt, so wie das früher im Ort üblich war.


Hilde Haberkamm, die schon als Kind mithelfen musste, erinnert sich noch lebhaft: "In Lonnerstadt haben viele Bauern Hopfen angebaut. Der Hopfen ist mit Binsen aus dem Weiher angebunden worden." Damit die Binsen nicht gebrochen sind, habe man sie am Abend zuvor in einem "Wännla" eingeweicht.

Angebunden wurde der Hopfen so lange, "bis er über die Stadtmauer von Neustadt schaut", zitiert Haberkamm einen Spruch ihres Großvaters. Zum Hopfenbloodn sei dann die ganze Verwandtschaft gekommen und es sei immer dabei gesungen worden. Vermutlich sogar die gleichen alten Lieder, die auch am Sonntag gesungen wurden.

Mit dem Lonnerstadter Hopfen braut Walter Prechtel in seiner Uehlfelder Brauerei ein "Grünes Pils" aus der frischen Ernte. Das mache der Brauer nur einmal im Jahr, erzählt Regina Bruckmann. Normalerweise werden heute zum Brauen Hopfenpellets verwendet. Das so gebraute Bier schmecke hopfiger, sagt Bruckmann. Der Heimatverein will es an der Kirchweih ausschenken.

Nicht ganz so lange wird das Brot halten, das duftend und heiß aus dem Holzbackofen kam. Bettina Bär, gelernte Bäckerin, hatte Teig für 35 Laibe geknetet. Zuvor hatte sie schon etwas für den köstlichen Zwiebelkuchen abgezweigt, der traditionsgemäß erst nach dem Brot in dem noch heißen Ofen gebacken wird.


Historische Fotografien

Günter Weinkauf konnte den Besuchern im alten Mühlengebäude eine besondere Attraktion bieten. Er hatte eine Ausstellung mit historischen Fotografien aus Lonnerstadt und Umgebung vorbereitet. Da war viel zu sehen vom alten Dorf mit den Fachwerkhäusern, von Pferdegespannen, Kriegsveteranen und Festen. Bei manchen Bildern wurden Erinnerungen wach. "War das nicht der ...?"
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