Adelsdorf
Ermittlungen

Polizei klärt Ausraster wegen intimer SMS

Aus Eifersucht hat ein 16-Jähriger seine Freundin gewürgt und mit einem Messer bedroht. Das hat vor wenigen Tagen die Höchstadter Polizei in ihrem Pressebericht gemeldet. Wie sich jetzt herausstellt, war wohl die beste Freundin des Opfers der Auslöser.
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Sie hatte ihrer 13-jährigen Freundin eine SMS geschickt, um ihr zu sagen, dass sie sie lieb habe. Der Text geriet in die Hände des 16-jährigen jungen Mannes aus Erlangen, mit dem die Empfängerin seit Kurzem befreundet war, als er sie am Nachmittag in der Wohnung von Oma und Tante besuchte.
Bei dem Inhalt ist er wohl durchgedreht, ausgerastet. Nicht mehr ganz Herr seiner Sinne hat er das Mädchen über einen längeren Zeitraum "drangsaliert", wie es der Sprecher der Höchstadter Polizei formuliert. Der junge Mann soll sie gewürgt und ihr später auch ein Haushaltsmesser an den Hals gehalten haben. Verletzungen hat das Mädchen nicht davongetragen. Den Kern des Sachverhalts hatte die Polizei der Presse mitgeteilt.

Rücksicht auf das Opfer

Bislang hat die Polizei nur die Schilderung des Mädchens, so wie es das Geschehen am Abend ihren Eltern erzählte.
Diese wiederum informierten die Polizei über diesen Vorfall. "Wir gehen behutsam vor, nehmen Rücksicht bei den Vernehmungen auf das geschockte Opfer", betont auch Jürgen Schmeißer, der Leiter der Polizeiinspektion Höchstadt.

Mädchen hat nicht geschrien

Nach den Angaben des Mädchens hat es während des Geschehens keine Todesangst ausgestanden. Sie hat auch nicht geschrien. Denn dann wäre sie von der Oma gehört worden. Sie hätte auch aus dem Zimmer gehen können, sind sich die Sachbearbeiter bei der Polizei sicher. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen sind sie sogar der Ansicht, die Brisanz des Vorfalls sei im Nachhinein überschätzt worden. Die Polizisten haben Verständnis für die Reaktion der Eltern.
Bei den Eltern liegt es auch - das ergibt sich aus dem Sorgerecht für Kinder unter 14 - ob sie dem Mädchen zum Beispiel gestatten wollen, den jungen Mann nochmals zu kontaktieren, damit die Geschichte aus der Welt geschaffen werden kann, erläutertet der Polizeisprecher zur allgemeinen Rechtslage bei Minderjährigen.
Und: "Haft steht für den jungen Mann nicht im Raum." Das ergibt sich schon daraus, dass das Mädchen nicht körperlich verletzt wurde.

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