Lisa und Patrick, so heißt das Siegerpaar beim Raustanzen zur Kerwa in Weppersdorf vom Sonntag. Beide sind 15, zum ersten Mal dabei und auch im richtigen Leben zusammen. "Schön war's" sagten beide begeistert, als sie den Ehrenbierkrug für den Herrn und den Blumenstrauß für die Dame in Händen hielten. Allerdings gaben sie zu: "Was jetzt auf uns zukommt, wissen wir eigentlich gar nicht genau." "Eine Runde im Gasthaus für die anderen sieben Paare ausgeben, glaub ich", meinte Patrick, und Lisa ergänzte: "Ach ja, und irgendwas mit einer Kaffeerunde von mir."
Das konnte Oberortsbursche Christian Kupfer nur bestätigen. Außerdem musste Patrick das Fässla zahlen, das von den Burschen vor Beginn des Einholens der Mädchen und dem anschließenden Raustanzen ausgegraben wurde. Aber das war ihnen die Ehre wert, gleich beim ersten Dabeisein als Sieger herauszukommen.
Dabei hatten es die Neulinge - außer Lisa und Patrick waren auch die fast gleichaltrigen Marco und Michael erstmals mit von der Partie - heuer gar nicht so leicht. Der Wecker wollte und wollte nicht klingeln - sogar eine Untersuchung, ob er tatsächlich gestellt und funktionsfähig ist, musste er über sich ergehen lassen. Fast eine Dreiviertelstunde dauerte es, bis der erlösende Ton kam.

Mit Adelsdorfern gefrozzelt


Ziemlich kurzweilig war es allerdings zwischendurch. Eine Strophe Kerwasliedla, währenddessen die Paare marschierten, eine Runde Tanz, der Buschen wanderte inzwischen - so war die Abfolge. Als aber eine der Liedstrophen sich gegen die benachbarten Adelsdorfer richtete - ein durchaus übliches Vorkommen bei solcher Gelegenheit - setzte sich spontan eine Gruppe junger Leute aus diesem Hauptort zur Wehr. Völlig aus dem Stegreif sangen sie dagegen und schon ging's los mit gegenseitigem Frozzeln. Ab und zu fehlte ein wenig Text, aber dem Spaß an der Freud an diesen kleinen Wettkampf sowohl der Sänger als auch der Zuschauer tat das keinen Abbruch.

Celine war jüngste Zuschauerin


Apropos Zuschauer - ganz neu dabei war da die kleine Celine, gerade mal vier Wochen alt und Tochter von Katja und Bernhard Wiffler. "Sie ist das Ergebnis unserer Heirat nach dem Antrag meines Mannes vor zwei Jahren auf der Kerwa" lachte Mutter Katja stolz. Irgendwie scheint die Lebensgeschichte der jungen Familie eng mit der Kirchweih verbunden zu sein. Celine betrachtete das Ganze allerdings noch ziemlich gelassen. Sie schlief in ihrem Wägelchen und ließ sich von dem ganzen Trubel drum herum nicht stören.

Nachwuchs parat


Überhaupt was die Jugend betrifft, da scheinen die Weppersdorfer keine Probleme zu haben. Ein ganzer Tross zukünftiger Kerwasburschen und -madla begleitete heuer schon den Zug der Tänzer durch das Dorf. Sie trippelten tapfer mit in jedes Anwesen, in dem ein Mädchen abgeholt wurde und gehörten ganz dazu. Sogar beim Bieranstich am Freitag durch Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) hatte ein Jungmusikant für das richtige Flair gesorgt.
Der vierjährige Elias spielte auf dem Akkordeon, was sicher kräftig mithalf, dass das Gemeindeoberhaupt das Fässla mit zwei gekonnten Schlägen öffnete. Es bestehen also beste Aussichten, dass die Kerwa in Weppersdorf auch in Zukunft ihren Reiz und ihre gute Stimmung von Gastwirtschaft bis Tradition behalten wird.