Herzogenaurach
Geschenk

Partnerstadt von Herzogenaurach: Aufbauhilfe für Nova Gradiška

In Herzogenaurachs kroatischer Partnerstadt steckt die Arbeit mit Menschen mit Behinderung noch in den Kinderschuhen. Ein ausgedienter Transporter der Lebenshilfe soll die Mobilität der Ehrenamtlichen erhöhen.
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Josef Hennemann übergab im Beisein von Ulrich Wustmann und German Hacker den Schlüssel an Milan Tomljanovic (v. l.). Foto: Richard Sänger
Josef Hennemann übergab im Beisein von Ulrich Wustmann und German Hacker den Schlüssel an Milan Tomljanovic (v. l.). Foto: Richard Sänger
Die Lebenshilfe Erlangen-Höchstadt hat dem "Verein für Menschen mit Behinderung" in Herzogenaurachs Partnerstadt Nova Gradiška einen Transporter gespendet. Überglücklich nahm Milan Tomljanovic, Mitarbeiter des Rathauses und Ehrenamtlicher bei der Lebenshilfe in der Partnerstadt, das Fahrzeug in Herzogenaurach in Empfang.
"Die Betreuung und Förderung der Menschen mit Behinderung steht für beide Vereine im Vordergrund und ein Austausch über Ländergrenzen hinweg - hier vor allem in Verbindung mit der Städtepartnerschaft - ist sehr hilfreich und für alle Beteiligten bereichernd", erklärte Lebenshilfe-Vorsitzender Ulrich Wustmann bei der Übergabe.
So habe die Lebenshilfe in Herzogenaurach vor 48 Jahren auch ganz klein und mit knappen Mitteln angefangen. "Wir wissen, was Aufbauarbeit bedeutet und möchten die Menschen in Kroatien auf ihrem Weg unterstützen, damit die Menschen mit einer geistigen Behinderung die Förderung und Betreuung erhalten, die sie benötigen", erklärte Wustmann dazu.
Der "Verein für mental retardierte Personen" mit dem Sitz in Nova Gradiška ist seit 2001 als Verein tätig. Derzeit sind 38 eingetragene Mitglieder aktiv. Bei den wöchentlichen Treffen werden rund 100 Menschen mit Behinderung durch ausschließlich ehrenamtlich tätige Eltern betreut. Computerkurse, kreativer Tanz, die Zubereitung von Mahlzeiten und Aktivitäten in der Stadt stehen auf der Tagesordnung.
Da die Menschen mit Behinderung aus der Umgegend der Stadt geholt werden müssen, ist der Bus mit einer Hebebühne für Rollstuhlfahrer natürlich sehr willkommen. Mit dem Bus können insgesamt acht Personen transportiert werden.

Ein Tropfen auf den heißen Stein

"In der Partnerstadt steckt die Arbeit mit behinderten Menschen noch in den Anfängen", weiß Wustmann. "Wir wollen nach unseren Möglichkeiten helfen, denn wir können Fahrzeuge, die abgeschrieben sind, wieder ersetzen, das ist in Nova Gradiška noch nicht möglich." Das Fahrzeug sei aber trotzdem nur ein kleiner Tropfen auf einen heißen Stein, und Wustmann sowie sein Team wollen versuchen die Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen in der Partnerstadt zu intensivieren.
Deswegen wurde von der "Aktion Mensch" und der Lebenshilfe Erlangen-Höchstadt ein Anstoß gegeben, um die Strukturen festzuzurren. Es sei wichtig, dass der Verein in Nova Gradiška mobil bleibt, damit die Menschen mit Behinderung zu einem Ort gebracht werden können, an dem sie gefördert werden zu können.
"Der Bus ist ein sehr wertvolles Geschenk für uns und ein wichtiger Baustein für unseren Verein", bedankte sich Milan Tomljanovic bei der Lebenshilfe, bei Bürgermeister German Hacker (SPD) und Anni Eiser vom Liegenschaftsamt. Er hatte aber auch die herzlichsten Grüße der drei Bürgermeister Zeljko Bigovic und Dario Ban sowie Ljiljana Lukacevic dabei, die sich natürlich auf ein Wiedersehen im Oktober freuen.
Ein Dank von Hacker ging auch an die Lebenshilfe, insbesondere an Geschäftsführer Josef Hennemann für sein ausgezeichnetes Fuhrparkmanagement. Vom Einsatz des Busses werden sich Hacker und Hennemann im Oktober überzeugen können, denn vom 8. bis 11. Oktober wird in Nova Gradiška das 35-jährige Bestehen der Städtepartnerstadt gefeiert.
Dass es gar nicht so einfach ist, ein geschenktes Fahrzeug in ein EU-Land zu bringen, davon konnte Anni Eiser berichten. Es seien einige bürokratische Hürden zu überwinden, und alles muss nach deutscher Gründlichkeit und korrekt ablaufen. So muss den Behörden eine Schenkungsurkunde vorgelegt und der Bus zur Begutachtung bei der Zulassungsstelle vorgefahren werden. Das nahmen Milan Tomljanovic und Josip Kucel, der als Dolmetscher fungierte, gerne in Kauf, und nach Erledigung der Bürokratie wird Tomljanovic den Bus nach Kroatien steuern.

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