Weisendorf
Ortskernsanierung

Neuer Mittelpunkt für Weisendorf statt Wildnis

In den vergangenen zwei Jahren ist ein rund 1,5 Hektar großer Teil des Weisendorfer Schlossgartens für 570 000 Euro umgestaltet worden.
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Die Kinder haben die Spielgeräte schon vor der offiziellen Eröffnung erobert. Foto: Richard Sänger
Die Kinder haben die Spielgeräte schon vor der offiziellen Eröffnung erobert. Foto: Richard Sänger
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Schon vor der offiziellen Eröffnung nahmen die Kinder den neuen Spielplatz in Beschlag. "Die ersten Kinder waren schon heute früh um halb neun da, und auch in den letzten Tagen inspizierten sie immer wieder neugierig die Klettermöglichkeiten", erzählte eine Anwohnerin des Weisendorfer Schlossgartens.
Dessen Eröffnung wurde zu einem Fest für die gesamte Bevölkerung, und selbst Bürgermeister Heinrich Süß (UWG) wurde vom Ansturm der vielen Bürger überrascht. Nach zweijähriger Planungs- und Bauphase hatte der Markt Weisendorf jetzt zu einem Fest eingeladen. Ein weiterer großer Baustein der Ortskernsanierung ist damit nahezu abgeschlossen und bietet den Anwohnern und Nutzern ganz neue Perspektiven und Qualitäten.
Mit Beginn der Ferien wurde der Schlossgarten freigegeben, in den nächsten Tagen wird noch die "Erlebniswelt Wasser" fertig gestellt werden.
"Der Park mit seiner historischen Vergangenheit, die bis 1500 zurückreicht, wurde aus seinem Dornröschenschlaf wachgeküsst", formulierte Dieter Blase vom Nürnberger Büro Toposteam. Im Jahr 1980 erwarb der Markt Weisendorf 1,5 Hektar des 4,5 Hektar großen Schlossgartens, aber weil man sich damals im Gemeinderat über die Nutzung nicht so richtig einig war, wurde der kleine Park zu einem verwilderten Wald.
Im Zuge der Ortskernsanierung stand der Schlossgarten ganz oben auf der Wunschliste der Weisendorfer. 2014 begannen die Planungen, im August vor einem Jahr wurde "ausgeräumt" und die ersten Bäume gefällt. Aus der Wildnis wurde für rund 570 000 Euro ein "Aushängeschild" für den Markt Weisendorf, formulierte der Bürgermeister bei der Eröffnung. Sein Dank ging an die Regierung von Mittelfranken, denn die Maßnahme wurde mit 60 Prozent gefördert, an den Gemeinderat und Mitarbeiter des Rathauses sowie insbesondere an die Mitarbeiter des Bauhofes.
Das Ergebnis kann sich aber wirklich sehen lassen. So umfasst das Gelände verschiedene Pflanzflächen, Wege und Plätze. Ein Spielplatz mit Kletterwand ist ebenso entstanden wie verschiedene Sitz- und Aufenthaltsinseln. "Es ist ein sehr schönes Bild, was einem hier geboten wird, wenn man auf den Park schaut", stellte Bürgermeister bei der offiziellen Eröffnung fest. Umrahmt vom Posaunenchor gaben die Pfarrer der Kirchengemeinden, Lars Rebhan und Willfried Lechner-Schmidt aus Weisendorf und die Kairlindacher Pfarrerin Maria Reichel dem Garten und ihren Nutzern den Segen Gottes.
Der schützenswerte Baumbestand ist erhalten geblieben und wurde integriert. Zusätzlich sind viele heimische Gewächse neu gepflanzt worden, ob nützlich oder schmückend. "Die Ortsmitte beleben und interessant für die Bevölkerung machen sowie einen lebendigen Mittelpunkt zu schaffen ist ein Ziel der Ortskernsanierung", erklärte Thomas Rosemann vom Planungsbüro, schließlich verbinde der Schlossgarten den Ortskern mit dem Baugebiet Gerbersleite.


Kinder gestalten das Programm

"Damit machte die Gemeinde einen richtigen Schritt, denn der Schlossgarten ist eine wertvolle ökologische Fläche inmitten von Weisendorf und soll eine Begegnungsstätte für alle Generationen sein", erklärte der stellvertretende Landrat Christian Pech (SPD) bei seinem Grußwort. Dass er das auch sein wird, dafür sorgten die Planer, denn es entstanden nicht nur Aufenthaltsflächen, sondern neben dem Spiel- und Kletterbereich wurden auch Bewegungsgeräte für die Senioren aufgestellt.
Bei der Eröffnungsfeier standen vor allem aber die Kinder im Mittelpunkt und trugen zur Mitgestaltung des Programms teil. Die Vorschulkinder des Kinderhauses St. Josef wünschten musikalisch einen guten Tag und sangen in ihrem Lied von zwei Vögelchen, die miteinander anbandeln. "Der Baum ist eine Wucht, wenn man ein Plätzchen sucht", hieß es in einer Strophe. Bei den Kindern der Kita Gerbersleite hieß es: "Alle Kinder lernen lesen", und die Grundschulkinder bekamen für ihren "Becher-Rap" verdienten Beifall.

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