Höchstadt a. d. Aisch
Pegelstand

Neue Hochwasser-Messstelle: Die Aisch geht online

Greiendorf wird zur offiziellen Hochwasser-Messstelle mit elektronischer Datenerhebung. Damit soll das Warnsystem verbessert werden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Höchstadts Bauhofleiter Herbert Sucker hat sich über die Verbesserung der Hochwasserwarnung Gedanken gemacht.  Foto: Christian Bauriedel
Höchstadts Bauhofleiter Herbert Sucker hat sich über die Verbesserung der Hochwasserwarnung Gedanken gemacht. Foto: Christian Bauriedel
+1 Bild
In Höchstadt kann bald noch effektiver vor drohendem Hochwasser gewarnt werden. Eine Messlatte gibt es bereits an der Aisch in Greiendorf. Nun reagiert das Wasserwirtschaftsamt auf den Vorschlag von Herbert Sucker, Höchstadts Bauhofleiter, und installiert eine vollwertige Messstelle mit elektronischer Pegelerhebung. Denn Sucker hat festgestellt, dass für Höchstadt in manchen Fällen die Hochwasserwarnung nicht hinreichend ist.

"Im Prinzip ist man bisher davon ausgegangen, dass die beiden Messtellen in Rapoldshofen und der Laufer Mühle ausreichen", sagt Norbert Galambos, vom Sachgebiet Hydrologie und Warndienste beim Wasserwirtschaftsamt. Doch was hat sich verändert, dass nun die Aisch eine weitere Messanlage auf der Höhe Höchstadt bekommt?

Das Problem - und darauf hat Sucker hingewiesen - ist die Kleine Weisach. Sie fließt genau zwischen den beiden schon bestehenden Messstellen in die Aisch.
"Bei Starkregen bringt sie relativ viel Wasser aus dem Steigerwald in die Aisch mit", sagt Galambos. Der Pegelstand Rapoldshofen bringe in diesem Fall also aus Höchstadter Sicht nichts. Und wenn die Messstelle Laufer Mühle anspringt, sei es oft in Höchstadt schon zu spät, führt Galambos weiter aus.


Drei Minuten bis ins Internet

Wenn im Herbst die Messstelle aktiv ist, kann sich jeder den Wasserstand Höhe Greiendorf im Internet unter www.hnd.bayern.de/pegel/regnitz anzeigen lassen. Es wird eine Drucksonde geben, die im Wasser liegt. Die Messdaten werden elektronisch zum zentralen Computer des Wasserwirtschaftsamts gesendet und dort automatisch online gestellt. Von der Aufnahme des Werts in Greiendorf bis ins Internet dauere es lediglich zwei bis drei Minuten, so Galambos.

Für Höchstadts Bauhof bedeutet das, schneller und effektiver reagieren zu können. Denn wenn der Pegel durch das Weisachwasser steigt, kann man das in Zukunft früh genug erkennen und Warnschilder an neuralgischen Punkten aufstellen, Straßen und Radwege sperren.

Ein Knackpunkt sei vor allem der Festplatz an den Aischwiesen, sagt Sucker. Der Bauhof habe dort schon so manchem parkendem Autofahrer eine feuchte Überraschung erspart. "Wenn wir morgens wissen, dass am Nachmittag die Aischwiesen höchstwahrscheinlich voll laufen, dann stellen wir früh genug Warnschilder auf", sagt Sucker. Ansonsten stünden die geparkten Autos ein paar Stunden später in einem kleinen See.
Viel sehen werde man von der Messstelle nicht, sagt Galambos. Das Herz der Anlage ist ein grauer Kasten, in dem die Elektronik sitzt. Die Installation sei unkompliziert, betont Sucker. Das Gelände gehört der Stadt und ist bereits mit Strom erschlossen.


Lage ist zur Zeit entspannt

Gäbe es die Anlage jetzt schon, müsste sie allerdings noch keine Warnstufe auslösen. Denn trotz des Starkregens der letzten Zeit sei die Hochwassersituation an der Aisch eher entspannt, so Galambos. Doch das letzte Hochwasser im Raum Ansbach habe gezeigt, was auch Höchstadt blühen kann.

"Die Menge rauscht dementsprechend an. So eine Welle kann dann schließlich auch in Höchstadt ankommen", sagt Galambos. Beruhigend also, dass Sucker und sein Team bald die Mengen noch exakter ablesen können. Das Wasser der Kleinen Weisach künftig eingerechnet.




Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren