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Erlangen
Bergkirchweih

Neue Geländer sollen Abstürze am Berg verhindern

Der Bauausschuss der Stadt Erlangen hat für die Sicherheit der Besucher neue Umwehrungen beschlossen.
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Das Festgelände der Bergkerwa bekommt neue Geländer.  Foto: Christian Bauriedel
Das Festgelände der Bergkerwa bekommt neue Geländer. Foto: Christian Bauriedel
Es ist noch ein bisschen hin zur Bergkirchweih, die heuer vom 12. bis 23. Mai stattfindet. Die Planer bei der Stadt Erlangen beschäftigen sich jedoch wie gewohnt schon früh mit der fünften Jahreszeit in der Hugenottenstadt. Im Fokus steht das Thema Sicherheit. Denn das Festgelände am Erlanger Burgberg platzt bei Besucherzahlen von mehr als einer Million Menschen aus allen Nähten.

Um der Gefahr von Abstürzen von den teils mehr als drei Meter hohen Kellermauern vorzubeugen, werden die Geländer erneuert. Im Bauausschuss wurde beschlossen, "geeignete Umwehrungen" von einer Mindesthöhe von 1,10 Metern anzubringen.

Heuer werden vorerst oberhalb des Hübnerkellers sowie im Bereich der Sitzflächen gegenüber vom Hübnerkeller, vom Niklaskeller und vom Hofbräukeller die vorhandenen Holmgeländer mit einem höheren, sogenannten Füllstabgeländer ersetzt.
Längsstangen sollen das Durchrutschen und Überklettern von Personen erschweren. Mit dem Fall, als im letzten Jahrein Mann acht Meter tief gestürzt war und sich dabei schwer verletzt hatte, habe der Umbau allerdings nichts zu tun, sagt Petra Zerrahn von der Veranstaltungsleitung der Bergkirchweih. Der Unfall sei außerhalb des Festgeländes passiert. Der Mann war vor dem Sturz über eine 1,30 Meter hohe Absperrung geklettert.

Eine weitere Regelung im aktuellen Sicherheitskonzept sieht vor, dass die Tische und Bänke einen gewissen Abstand von den Geländern haben müssen. Ob es ein Meter sein muss, das steht noch nicht endgültig fest. Denn damit dürften in der Zukunft einige begehrte Sitzplätze direkt an den Kelleraufgängen wegfallen.
Rund 60 000 Euro nimmt die Stadt für die neuen Geländer in die Hand. Bis 2019 sollen aber noch mehr neue Absperrungen angebracht werden. Insgesamt handelt es sich um 1,2 Kilometer Geländer, die ausgetauscht werden müssen. Allerdings erst innerhalb der nächsten Jahre.

"Wir haben ein mehrstufiges Sicherheitskonzept", erklärt Zerrahn. Anfang März werde es einen Ortstermin geben, bei dem begutachtet wird, was dringend ansteht und was erst in ein paar Jahren umgesetzt werden kann. So etwa der Böttigersteig, der hinauf zum Entlaskeller führt. Dieser werde wohl in den nächsten Jahren ausgebaut.

Was es laut Zerrahn in diesem Jahr schon geben soll, ist eine Rettungsinsel für Frauen. Vorbild ist ein ähnliches Konzept auf dem Oktoberfest. Dort gibt es seit einigen Jahren einen Anlaufpunkt für Frauen, die belästigt werden oder wurden. Auf der Bergkirchweih wird es heuer gleich vier solche Stationen geben. "Bei der Wache Ost, Mitte und West werden Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr als Ansprechpartner zu Verfügung stehen", sagt Zerrahn. Zudem werde der Sicherheitsdienst gesondert geschult.


Kölner Vorfälle nicht der Anlass

Die vierte Rettungsinsel werde es am Martin-Luther-Platz geben, wo es auch einen Stützpunkt von Rettungssanitätern geben soll. "Die Erfahrung hat gezeigt, dass vor allem der After-Berg ein Problem darstellt", sagt Zerrahn. Die Vorfälle in der Kölner Silvesternacht, als sich hunderte Männer mit Migrationshintergrund zusammenrotteten, hätten mit der Rettungsinsel auf dem Berg nichts zu tun. Schon letztes Jahr habe es die Idee zu diesem Sicherheitskonzept gegeben. Es sei nur zu kurzfristig gewesen, es umzusetzen.

Dass heuer mit mehr Übergriffen auf Frauen zu rechen sein wird, davon geht Zerrahn nicht aus: "Die Polizei hat uns mitgeteilt, dass wir in Erlangen kein erhöhtes Aufkommen von Straftaten durch Flüchtlinge haben."

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