Höchstadt a. d. Aisch

Nachts wartet die Angst mit

Das Provisorium "Bustreff" im Gremsdorfer Gewerbegebiet liegt vor allem für Frauen etwas abgelegen. Fahrgäste kritisieren Ausstattung von Haltestellen.
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Die provisorische Haltestelle im Gremsdorfer Gewerbegebiet liegt etwas abgelegen. Bei Dunkelheit haben nicht nur Frauen hier Angst. Foto: Andreas Dorsch
Die provisorische Haltestelle im Gremsdorfer Gewerbegebiet liegt etwas abgelegen. Bei Dunkelheit haben nicht nur Frauen hier Angst. Foto: Andreas Dorsch
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Die Erneuerung der Aischbrücke in Höchstadt wirkt sich nicht nur auf die Streckenführung der Busverbindungen aus. Kritiker Erwin Kaiser und seine Mitstreiter haben auch ein Auge auf die Bushaltestellen geworfen und den einen oder anderen Zustand gefunden, den sie verbessern würden.

Am stärksten kritisiert wird die im Baustellen-Fahrplan eingerichtete provisorische Haltestelle im Gewerbegebiet Gremsdorf. Vor allem bei Dunkelheit umschleicht dort nicht nur Frauen ein mulmiges Gefühl, wenn sie hier alleine auf den Shuttle nach Höchstadt-Süd oder den Bus nach Erlangen warten.

In der etwas abgelegenen Sackgasse - die aber über einen idealen Wendehammer für die Busse verfügt - "hat auch mancher Mann Angst", ist sich Kaiser sicher. Dass es hier weder Sitzgelegenheit noch Unterstellmöglichkeit gibt, ist für die angefahrenen Ausweich-Haltestellen die Regel.
Auch beispielsweise an der Haltestelle am Polizeikreisel in Höchstadt müssen Busfahrgäste stehen und sind dem Regen ausgesetzt.

Obwohl sie mit einer Jahreskarte monatlich 111 Euro für die Fahrten von Höchstadt nach Erlangen zahlen müssen, haben die kritischen Fahrgäste um Erwin Kaiser doch weitgehend Verständnis für die Einschränkungen durch den Baustellen-Fahrplan.

Grundsätzliches möchten sie aber mal zum Thema Buswartehäuschen anprangern. Mit "Planern, Politikern und Verantwortlichen" gehen sie hart ins Gericht. "Die Masse der Häuschen ist zugig und bietet bei Schnee und Regen keinen wirklichen Schutz. Viele sind auch zu klein", klagt Kaiser. Ein Manko an vielen Haltestellen im Raum Höchstadt sind zudem fehlende Parkplätze und sichere Abstellplätze für Fahrräder.

"Für Unterstellmöglichkeit, Ausstattung, Beleuchtung und Fahrradständer ist die jeweilige Kommune zuständig", sagt Marc Feilbach, der Verkehrsplaner im Landratsamt Erlangen-Höchstadt. Aber man schaue schon, was möglich ist. Anregungen ans Landratsamt werden an die Gemeinden weitergegeben.

Wenn es um die Barrierefreiheit von Haltestellen geht, sorgt das Landratsamt für einen mindestens 16 Zentimeter hohen Spezial-Bordstein, an den die Busse direkt ranfahren und durch Absenkung der Fahrzeuge auch Rollstuhlfahrern ohne fremde Hilfe ein problemloses Zu- und Aussteigen ermöglichen können. Haltestellenschild und Aushangkasten sind Sache der jeweiligen Busunternehmer.

Für Höchstadts Zweiten Bürgermeister Günter Schulz (SPD) befindet sich beim Busverkehr derzeit "alles im Umbruch". Man habe die Probleme erkannt, werde sie sich auch noch mal anhören und müsse darüber redden. Fahrradständer ja, aber zusätzliche Parkplätze an Bushaltestellen seien unmöglich. Da hielte es Schulz für sinnvoller, gleich am Rande der Großstädte Großparkplätze zu errichten.

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