Herzogenaurach
Schüleraustausch

Mosaikstein der Völkerverständigung

Weißrussische Jugendliche machen auch in der Herzogenauracher Realschule Erfahrungen mit dem Gastland.
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Eine weißrussische und eine deutsche Flagge markieren auf dem Monitor im Computerraum den Schüleraustausch. Foto: Richard Sänger
Eine weißrussische und eine deutsche Flagge markieren auf dem Monitor im Computerraum den Schüleraustausch. Foto: Richard Sänger
Dass ein Schüleraustausch ein wichtiger Beitrag zur Völkerverständigkeit darstellt, da sind sich die Realschullehrerinnen Doris Keller und Stefanie sowie ihre weißrussischen Kolleginnen Ljubov Andrejtschik und Tatjana Nosevitsch, Zoja Laps einig. "Die Schüler sind einfach begeistert, begeistert von Herzogenaurach, der Gastfreundschaft und insbesondere von der modernen Schule", gibt Andrejtschik die ersten Eindrücke ihrer Mittelschüler aus Voropajewo wieder.
Den Schüleraustausch zwischen der Staatlichen Realschule Herzogenaurach und der weißrussischen gibt es mittlerweile seit 22 Jahren. Die Realschullehrerin Stefanie Offinger bescheinigt den Gästen Lernbegierigkeit und Neugier, "die Schüler möchten möglichst viele Eindrücke von hier mitnehmen, denn es fragt sich, ob ihnen jemals wieder so eine Reise geboten wird", erklärte die Realschullehrerin und freut sich über die Disziplin der jungen Gäste. Offinger stellt aber auch den Realschülern, die schon in Voropajewo dabei waren, das beste Zeugnis aus. "So gab es kein Gemecker, wie es hier oft ist, sondern sie waren beeindruckt von der dortigen Kultur und den Lebensweisen", erzählt die junge Lehrerin von der Reise nach Weißrussland. Wie Offinger erklärte, haben die jungen Leute ein dichtes Programm, denn sie wollen möglichst viel sehen.
Natürlich nehmen sie auch im Klassenzimmer Platz und IT-Lehrer Oliver Jugl ließ sie in einem Computerraum eine Präsentation über ihren Aufenthalt in Deutschland vorbereiten, die einen Tag vor der Abreise gezeigt wird und besondere Eindrücke des Aufenthaltes widerspiegeln sollen, "viel Spaß mit der deutschen Tastatur", meinte Jugl schmunzelnd.

"Wir haben auch Computer"

Tastatur und PC waren nach wenigen Minuten kein Problem und manche suchten auf der Homepage der Stadt Herzogenaurach vergeblich nach einer russischen Übersetzung. "Die brauchen wir nicht, denn die Präsentation muss selbstverständlich in Deutsch sein", wurde beschieden und nach nicht einmal einer Stunde waren bereits tolle Ergebnisse zu sehen. Und die Gäste aus Weißrussland durften etwas, was ihre deutschen Klassenkameraden nicht dürfen, im Internet surfen, das mussten sie aber, schließlich sollten sie Bilder aus Herzogenaurach finden und bis Montag mit ihren eigenen Bilder in die Präsentation einbinden.
"Wir haben auch Computer, aber nicht so moderne und die Arbeit am Computer ist unseren Schülern nicht ganz fremd und kürzlich bekamen wir auch ein White-Board, das war eine sehr wichtige Anschaffung", berichtete Ljubov Andrejtschik aus dem Unterrichtsalltag. Ein Ausflug führte bereits in den Nürnberger Tiergarten, "die meisten haben sowas noch nicht gesehen", berichtet Offinger.
Auch Besichtigungen in Herzogenaurach und ein großes Grillfest steht noch auf dem Programm, nebenbei werden auch noch Deutschkenntnisse vermittelt, die Kirchweih besucht, bevor es anfangs nächster Woche wieder nach Hause geht.
Und sie werden ihren Mitschülern in Voropajewo nicht nur viel erzählen können, sondern auch Bilder von ihren Ausflügen zeigen können, denn die Präsentationen werden abgespeichert und werden im Reisegepäck verstaut.
Der Verein Freundeskreis Weißrussland organisiert auch einen Tagesausflug in die Fränkische Schweiz mit einem Besuch des Levi-Strauss-Museum in Buttenheim und von dort weiter zur Basilika und Burg in Gößweinstein. Nach einer kurzen Vesperpause in Behringersmühle geht's noch zur Teufelshöhle in Pottenstein und zur Sommerrodelbahn.
"Wir wollen durch Schüleraustausche und Aktionen zum gegenseitigen Kennenlernen zu einem guten und verständnisvollen Miteinander in einer zusammenwachsenden Welt beitragen", erklärte dazu der Freundeskreis, der 1996 gegründet wurde, wobei die Verbindung nach Vorospajevo bereits 1990 mit der Realschullehrerin Marga Auer begann.
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