Herzogenaurach

Moderne Zeiten im Weihersbach

Vor noch nicht allzu vielen Jahren bevölkerten am Kirchweihmontag zahlreiche Handwerker und Firmenmitarbeiter aus Herzogenaurach die Keller.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Ehemaligen lockten am Sonntag die Besucher auf die Keller.  Foto: Richard Sänger
Die Ehemaligen lockten am Sonntag die Besucher auf die Keller. Foto: Richard Sänger
+1 Bild
Früher waren die Kirchweihmontage noch anders, erzählen einige Rentner auf dem Heller-Keller. Da trafen sich im Weihersbach Handwerker, Firmenmitarbeiter sowie Angestellte und gönnten sich einen Frühschoppen oder ein Mittagessen. "Das waren noch andere Zeiten, heutzutage gibt es nur noch Hektik", meinte der 72-jährige Franz seufzend. Die Rentnerrunde hatte aber auch gleich einen Schuldigen ausgemacht, das sei der gesellschaftliche Wandel, die Leute hätten sich geändert und Angst um ihren Arbeitsplatz, aber auch die Chefs und die Manager überall seien heut ganz anders.
Trotzdem fanden am Montag Handwerker und Mitarbeiter einiger Firmen den Weg in den Weihersbach, weil sie nahe des Kirchweihgeländes eine Baustelle haben oder ihre Mittagspause für einen Abstecher nutzten. Dabei waren weniger Biermaßen gefragt als Radler oder alkoholfreie Getränke, auch lösten sich die Runden nach der Pause schnell wieder auf. Viele holten sich sogar nur eine Brotzeit oder ein warmes Essen, um dann mit dem Firmenfahrzeug wieder davonzudüsen. "Ja, die Zeiten haben sich halt geändert, ob das gut ist, weiß ich nicht, es war halt alles gemütlicher", sagte Franz bedauernd. Das Kirchweihgelände liegt nach Unterrichtsende auch ideal für Schüler auf dem Heimweg, denn an den Buden gibt es das, was es daheim wahrscheinlich eher selten gibt, zum Beispiel Langos.


Ideales Wetter zum Auftakt

Deutlich mehr los war am Sonntagvormittag bei der Blasmusik von den Ehemaligen. Ein Vormittag, um Arbeitskollegen und Freunde zu treffen, aber auch ein Ausflug für die ganze Familie zum Mittagessen.
Ein Gutes hatten alle drei Tage am Auftaktwochenende, ideales Kirchweihwetter, um unter den Bäumen zu sitzen oder mit Kindern und Enkelkindern über den Festplatz zu bummeln. Dass das aber auch nicht ohne ist, erklärte ein bekannter Herzogenauracher, der mit seiner Enkelin bei den Fahrgeschäften unterwegs war. "Wenn du da nicht hart genug bist, kannst du Geld ohne Ende ausgeben, ein Hunderter wird gleich weg sein und es ist schwer, den auf einmal so braven Kindern widerstehen zu können", erzählte er auf dem Weg zum Kinderkarussell.
Überhaupt zeigten sich die Wirte, Schausteller und die Essensbudenbetreiber insbesondere mit den beiden ersten Tagen sehr zufrieden. Bei Sickers hieß es, dass der Bieranstich am Freitag besuchermäßig einer der stärksten der letzten Jahre gewesen sei und auch am Samstagabend waren freie Plätze eher Mangelware. Nicht so gut lief der Sonntag, aber der schwächere Besuch sei möglicherweise auf die Unwetterwarnungen zurückzuführen, die Auswärtige von einem Kirchweihbesuch abgehalten hätten.
Am Montagabend waren von der Stadt auch die Ehrenamtlichen aus dem Sozialbereich eingeladen und die "Gerchli" standen auf der Bühne. Am heutigen Dienstag wird "Cagey Strinks" auf der Bühne stehen und auf dem Rockkeller wird "Six Seidla Projekt" für einen heißen Abend sorgen.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren