Geiselwind
Rundgang

Mit der Tierpflegerin im Freizeit-Land Geiselwind

Birgit Scheuring ist eine von elf Tierpflegern des Freizeit-Lands Geiselwind. Fabian Kratzer hat sie einen Tag bei ihrer Arbeit begleitet und berichtet über seine Erlebnisse.
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Tierpflegerin Birgit Scheuring mit ihren Schützlingen Foto: Fabian Kratzer
Tierpflegerin Birgit Scheuring mit ihren Schützlingen Foto: Fabian Kratzer
Wir treffen uns am Futterraum, in dem - wie der Name schon sagt - das Futter für die Tiere lagert. Birgit begrüßt mich herzlich und stellt ihre Kolleginnen sowie ihren Arbeitsplatz vor. Als erstes machen wir uns auf den Weg zum Safariland, um dort nachzusehen, ob es den Tieren gut geht, und ob die Zäune beschädigt sind. Außerdem sammeln wir Eier auf, die die Perlhühner gelegt haben. Um die fünf Stück sind es heute. Die Eier bringen wir in den Futterraum zum Aufbewahren. Vielleicht können sie in der Schaubrüterei bebrütet werden.

Nun bereiten wir das Futter für die Flamingos vor und laden das Futter sowie einen Besen und einen Rechen auf den Bollerwagen. "Los! Auf geht's zur Flamingowiese", gibt Birgit an.

Kaum dort, fängt die Arbeit an. Erstens Flamingos zählen, zweitens Wasserbecken reinigen, drittens Futter auffüllen, viertens Sand mit Rechen "reinigen". Die Flamingos sind versorgt und die Flamingowiese "glänzt". Jetzt geht's wieder zurück in den Futterraum, um neues Futter zusammenzustellen. Auch ich packe an und hole frischen Salat aus dem Kühlhaus, was mich sehr verwundert. Ich hätte nicht gedacht, dass die Tiere frischen Salat bekommen. Eher hätte ich mit nicht mehr verkaufbarem Gemüse aus dem Supermarkt gerechnet.

In der Zwischenzeit bringt Birgit die aufgetauten Eintagsküken zum Vorschein und füllt sie in die Futternäpfe für die Greifvögel. Der Beruf Tierpfleger ist nicht so einfach, wie manche denken. Er besteht nicht aus Tierestreicheln, sondern es ist ein harter, anstrengender Job, den man - egal bei welcher Witterung - ausüben muss. "Manche Mädels unterschätzen die Aufgaben und erleben, wenn sie bei uns ein Praktikum machen oder beim Girls' Day schnuppern, ihren Albtraum. Denn sie denken nicht, dass man auch mit toten Tieren arbeitet oder auch Tierleichen im Gefrierhaus zu sehen bekommt", erzählt Birgit.

Auch ich bekomme einen eingefrorenen Berberaffen und einen Baby-Affen zu sehen, die verstorben sind und sofort eingefroren wurden, da sie sonst fürchterlich zu riechen beginnen würden, bevor sie in die Tierverwertung kommen oder von einem Labor abgeholt werden.

Das Futter haben wir zusammen, und bei den Greifvögeln folgt der gleiche Ablauf wie vorher bei den Flamingos. Davor füttern wir noch schnell die Schwanengänse mit unserem Salat und füllen frisches Wasser in den Trinkbehälter ein.

Es heißt, wieder zurück zum Futterraum, und wir merken: Als Tierpfleger läuft man sehr viel hin und her. Als nächstes sind die Uhu- und Eulenvolieren an der Reihe sowie die Storchenwiese. Wieder voll gepackt mit Futter, Rechen, Besen und Gießkannen machen wir uns auf den Weg. Im Prinzip wird immer das Gleiche bei jedem Gehege, in jeder Voliere, getan.

Und doch ist es nicht immer so: Manche Tiere bekommen von Birgit Medizin. Denn auch Tiere müssen "verarztet" werden - nicht nur wir Menschen. Es scheint so, als würde Birgit alle Tiere versorgen, aber das ist nicht ganz richtig. Der Park ist in zwei Abteilungen eingeteilt. Birgits Team ist für die linke Seite der Parkhälfte zuständig und für die andere Hälfte ist ein anderes Tierpfleger-Team vom Freizeit-Land vor Ort.

Sieben Volieren, drei Storchenwiesen, zwei Wasserbecken rund um den Waldsee - jetzt hat Birgit ihren Feierabend verdient. Sechs Stunden hat sie für das Tierwohl im Freizeit-Land Geiselwind gearbeitet.
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