Geboren ist Haenel in Greifenberg in Pommern und stammt aus einer Familie mit langer Tradition. Diese ist bis zum Jahr 1400 nachweisbar, sagt Sohn Eike. Als der Herzogenauracher im vergangenen Jahr das Bundesverdienstkreuz erhielt, war Vater Karl dabei - festlich gekleidet im Anzug. Das war auch der letzte Auftritt des alten Herren in der Öffentlichkeit, der bis zu seinem Tod rüstig geblieben ist.

"Mit 100 Jahren ging er zum ersten Mal ins Internet", sagt Eike Haenel. Karl schrieb mit einem Pommern-Freund in Amerika. Und zum 108. Geburtstag bekam der Senior ein Handy.

Das schönste Geschenk aber machte ihm Enkelin Nina, die einen Tag vor dem Hundertsten des Opas ihre Tochter Lea zur Welt brachte.

"Mein Vater war eine großartige Persönlichkeit", sagt Eike Haenel, der vom Tod seines Vaters bei den Feierlichkeiten am Tag der Heimat in Erlangen erfuhr. "Er hat jeden einzelnen Tag für das Leben gedankt und wäre gern noch älter geworden".

Als er vor einigen Tagen mit dem Rollator stürzte und sich einen Knochenbruch zuzog, erholte sich der Senior nicht mehr. Am Geburtstag seines Sohnes Eike entschlief er friedlich.