Adelsdorf

Manchmal müssen bei Schuhmanns in Weppersdorf beide nachgeben

Seit 60 Jahren sind Dorothea und Joseph Schuhmann verheiratet. Die Liebe auf den ersten Blick der beiden Weppersdorfer hält noch immer.
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Dorothea und Joseph Schuhmann gehen seit 60 Jahren als Ehepaar durchs Leben. Zum Ehrentag bekam die Jubelbraut Blumen von ihrem Mann. Foto: Johanna Blum
Dorothea und Joseph Schuhmann gehen seit 60 Jahren als Ehepaar durchs Leben. Zum Ehrentag bekam die Jubelbraut Blumen von ihrem Mann. Foto: Johanna Blum
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Dorothea und Joseph Schuhmann feierten Diamantene Hochzeit. Am 28. Oktober 1954 war die standesamtliche Hochzeit in Weppersdorf und am 30. Oktober folgte die kirchliche Trauung in der Weppersdorfer St. Anna Kapelle.

"So richtig feiern wir erst am Donnerstag", erklärt die Jubelbraut. "Da kommen dann alle Verwandten und Freunde zum Kaffee. Um 17 Uhr ist der Jubelgottesdienst in der St. Anna Kapelle, den Pfarrer Hans Eisend, ehemaliger Adelsdorfer Pfarrer, zelebrieren wird.

Anschließend sind wir im Gasthof beisammen." Sechs Kinder, 16 Enkelkinder und 13 Urenkel, die dazu gehörigen Familien und Freunde kommen zum Festtag.

Vor 60 Jahren wurde das Paar von Pfarrer Hans Lang getraut. "Damals hat es nach der Trauung den ganzen Tag geregnet", erinnert sich Dorothea Schuhmann, geborene Schockel. Erst letzte Woche feierte sie ihren 80. Geburtstag im Kreis der großen Familie.
Sie stammt aus Sterpersdorf.

"Der Vater war im Krieg und wir wussten manchmal nicht, wie es weitergeht", erinnert sie sich. "Aber wir sind nicht untergegangen."


Von klein auf hart gearbeitet

Nach der Schule lernte sie das Nähen - aber nur im Winter, denn im Sommer gab es zu Hause genug zu tun. Ab 1950 arbeitete Dorothea im Haushalt bei Meerrettich Hörrlein in Adelsdorf.

Gleich in ihrem ersten Jahr dort hat sich das Jubelpaar auf der Adelsdorfer Kerwa kennengelernt. "Vor der Schießbude war es", erzählt Ehemann Joseph und schmunzelt. "Und dann hat er mir gleich eine Rose geschossen", fährt sein Dorothea fort. Es war Liebe auf den ersten Blick. Darüber sind sich beide einig. "Kein anderer hatte seitdem eine Chance bei mir", betont die Jubelbraut strahlend.

Joseph Schuhmann ist 81 Jahre alt und gebürtiger Weppersdorfer. Nach der Schulzeit arbeitete er zu Hause in der Landwirtschaft. Das hat aber nicht gereicht und so verdingte er sich bei der Holzverarbeitung Klumm in Lauf bis 1954. Dann war er beim Straßenbau in Nürnberg als Straßenwachtmeister tätig. Ab 1969 arbeitete er bis zur Rente 1996 als Bauaufseher im Stadtbauamt in Forchheim.


Für die Allgemeinheit

Besonders stolz zeigt der Jubilar die Ehrenurkunde, die er von der Gemeinde Adelsdorf im Dezember 2003 erhielt. Diese Auszeichnung bekam er für besondere Verdienste als Gemeinderat (sieben Jahre), als Ortssprecher neun Jahre) und für weiteres ehrenamtliches Engagement in der Gemeinde sowie für den Einsatz für die Belange der St. Anna Kapelle.

60 Jahre sind die Schuhmanns nun durch dick und dünn, durch Höhen und Tiefen gemeinsam gegangen - ohne wegzulaufen. "Es hat scho gepasst", meint Dorothea Schuhmann. "Manchmal mussten wir alle zwei nachgeben."

Die Jubelbraut handarbeitet heute noch gern, werkelt im Garten und verwöhnt ihren Joseph, der gern mit Holz bastelt. "Holzwurm" nennt ihn seine Frau liebevoll. Stolz sind beide auf ihre bestens geratenen Kinder.
Die Ehejubilare blicken auf ein arbeitsames, zufriedenes Leben zurück. "Wir sind nicht untergegangen", betonen sie noch einmal.

Sie hoffen auf ein langes Leben. "So lang wie wir dürfen", erklärt Dorothea Schuhmann der Zweiten Bürgermeisterin von Adelsdorf, Jutta Köhler (SPD), die die Glückwünsche der Gemeinde Adelsdorf überbrachte.
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