"Wir haben mitgeholfen, die alten Möbel rauszubringen und zu putzen", berichtet Rebecca. Ihre Freundin Jana ergänzt: "Und wir haben uns die Dekoration mit ausgedacht." Gut zwei Monate lang haben einige Mädchen in Gremsdorf intensiv gearbeitet, um den gemeindeeigenen Raum und ehemaligen Jugendtreff in der Bechhofer Straße wieder herzurichten. Vor wenigen Tagen nahmen sie nun ihren neuen "Mädchentreff" offiziell in Betrieb.
Geleitet wird dieser künftig von Inga-Christin Groppe und Anja Junggunst. Der neue Treff "Miteinander" ist vom Höchstadter Rotary-Club für seinen Jugend-Engagement-Preis nominiert.

Die Mädchen, ihre ersten Gäste und auch Gremsdorfs Bürgermeister Waldemar Kleetz (CSU) sind vom Ergebnis der Renovierung begeistert. Wochenlang wurde in dem Raum gewerkelt, geputzt und neu eingerichtet.
Während sich der vordere Teil dezent sandfarben präsentiert, besticht der hintere Teil mit Theke und kleiner Musikanlage in kräftigem Rot. Ein "Fotobaum" soll nach und nach mit Erinnerungen bestückt werden. Geplant sind zum Beispiel Kreativ- und Spielenachmittage oder DVD-Abende. Zielgruppe sind Zehn- bis 14-Jährige, allerdings ausschließlich Mädchen. "Das ist die Altersgruppe, die wir im Dorf so kennen", meint Inga-Christin Groppe.

Unterstützt wird der neue Treff vom Projekt "Mach mit - werde fit" des SC Gremsdorf, in dem sich die 20-Jährige ebenfalls engagiert. Außerdem stehen bei Fragen die Höchstadter Jugendpflegerin Julia Weiland und Gudrun Boss vom Rotary-Club mit Rat und Tat zur Seite. Zwei der Mädchen machen derzeit eine Ausbildung zum Babysitter und werden ihre Dienste in Kooperation mit "Mach mit - werde fit" dann ebenfalls zur Verfügung stellen.
"Die Idee war schon lange da", erzählt Inga-Christin Groppe über den Mädchentreff und fügt hinzu: "Wir sind schon stolz, was wir auf die Beine gestellt haben." Dabei mussten sie bei Bürgermeister Kleetz echte Überzeugungsarbeit leisten. Denn dieser hatte erst vor rund einem halben Jahr den Jugendtreff wegen unhaltbarer Zustände geschlossen: "Ich war mir sicher, dass ich nie wieder einen Treff öffne. Es kamen Beschwerden von Anwohnern." Oft habe auch die Polizei vor der Tür gestanden. Ältere Jugendliche, vor allem Jungs, hatten den Treff übernommen und unter anderem mit aufheulenden Motoren in der Straße für Ärger gesorgt. Der Raum verwahrloste.


Gemeinde steht dahinter


Doch mit dem SC Gremsdorf im Rücken konnten die Mädchen und ihr Konzept den Bürgermeister umstimmen, der auch Geld zur Verfügung stellte. "Von Mach mit - werde fit bin ich hellauf begeistert", lobt Kleetz. Bei der Eröffnung des Treffs wünschte er den Mädchen viel Spaß: "Die Gemeinde wird voll dahinter stehen, wenn nicht gerade utopische Forderungen kommen." Projektpatin Gudrun Boss zeigte sich ebenfalls zufrieden mit dem Start: "Ich finde es toll, dass es für Mädchen eine Anlaufstelle zum Quatschen, Basteln und Chillen gibt. Und es ist toll, dass sich so viele finden, um so etwas auf die Beine zu stellen."

Zwei bis drei Mal pro Woche soll der Treff künftig geöffnet werden, die Zeiten stehen aber noch nicht genau fest. Rebecca und Jana wissen schon, dass sie das neue Angebot fleißig nutzen wollen. Und beide können sich vorstellen, "dass wir auch Freundinnen mitbringen."