Oberreichenbach
Konzert

Liedermacher Müller singt über "Wunderboora Dooch"

Johann Müller hat sich das Gitarrespielen selbst beigebracht und komponiert nach Gehör. Dazu verfasst er Texte über Geschichten, die das Leben schreibt, und präsentiert seine Stücke in fränkischer Mundart auf den Kleinkunstbühnen der Region.
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Johann Müller legte auch bei seinem Auftritt in Oberreichenbach viel Gefühl in seine Lieder. Foto: Roland Meister
Johann Müller legte auch bei seinem Auftritt in Oberreichenbach viel Gefühl in seine Lieder. Foto: Roland Meister
Johann Müller kann Noten weder lesen noch schreiben. Das hindert den 51-jährigen Burghaslacher allerdings nicht daran, seit 13 Jahren als fränkischer Liedermacher aufzutreten. "Meine Musik ist innovativ und braucht keine Noten", erklärte Müller am Rande seines Auftritts am Samstagabend in der Taverne "Freyung" in Oberreichenbach.
"Mit 15 Jahren habe ich mir meine erste Gitarre gekauft und mir das Spielen selbst beigebracht." Texte schreibt der Schreinermeister seit vielen Jahren, und 2000 war es seine Frau, die ihn aufforderte, aus seinen Texten endlich etwas zu machen. Gesagt, getan, seinen ersten Auftritt hatte Müller in der Kleinkunstscheune in Burghaslach und ein Jahr später, 2001, kam die erste CD mit dem Titel "Horch" auf den Markt.
Die zweite folgte 2006 und hatte den Titel "Zwaa Händ".
Inzwischen war Müller zweimal beim Bardentreffen in Nürnberg vertreten und trat auch mehrmals mit dem gebürtigen Dachsbacher Autor Helmut Haberkamm auf. Haberkamm liest, Müller singt, beides in Mundart.
Seit Herbst vergangenen Jahres ist das neue Album des fränkischen Liedermachers, "Wunderboora Dooch", auf dem Markt, aus dem er am Samstag Stücke spielte. Es sind Lieder und Geschichten über das Leben mit allen Licht- und Schattenseiten. Sei es im Komischen, Tragischen oder in der kuriosen Mischung aus beiden, hier findet sich jeder wieder. Mit einem Augenzwinkern durchleuchtet Müller seine fränkische Heimat, die Liebe und das Leben auf seine ganz eigene, unnachahmliche und virtuose Art. Mit Gitarre, Mundharmonika sowie in unverfälschter fränkischer Mundart.
Neben dem Gesang erzählt Müller feinfühlig, stimmungsvoll und witzig Geschichten, die nicht nur ins Ohr, sondern manchmal auch unter die Haut gehen oder zumindest für Gelächter sorgen. So erzählte er vom Aischgrund, oder wie es in Mundart heißt "Aaschgrund", und dass es im "Aaschgrund" auch "Aaschlöcher" gibt. Falsch gedacht, erklärte ein schmunzelnder Johann Müller den Zuhörern, die hier vielleicht an missliebige Menschen gedacht hatten. Gemeint sind im gleichnamigen Lied von Müller jene Löcher, die irgendwann in der Vergangenheit durch Meteoriteneinschläge im "Aaschgrund" entstanden sind.
Und die Frage, wo eigentlich Franken ist, beantwortete Müller wie folgt: "Franken is a Muggerschieß zwischen Moskau und Paris."

Ein Liebeslied als Entschuldigung

Obwohl Müller schon viele Jahre verheiratet ist und vier Kinder hat, schrieb er im vergangenen Jahr ein Liebeslied für seine Frau, das er ebenfalls zum Besten gab. Entstanden war es, nachdem er eines Abends etwas zu lang auf der Burghaslacher Kirchweih war und sich wegen der einen oder anderen Maß Bier am nächsten Tag nicht besonders wohl fühlte. Darüber hatte sich seine Frau so sehr geärgert, auch weil sie sich an diesem Wochenende auf einer beruflichen Fortbildung befand, dass bei Müllers zuhause zunächst einmal "Stummfilm angesagt war". Doch Johann Müller lud seine Frau am Kirchweihsonntag ein, spielte ihr am Abend das Liebeslied vor und alles war wieder gut. "Wunderboora Dooch" also.
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