Herzogenaurach
Rock'n'Roll

Lemmy lebt: Danke Mr. Kilmister, sagen die Herzogenauracher Rockmusiker

Lemmy Kilmister von "Motörhead" ist tot, doch auf den Bühnen lebt die Rocklegende fort. So auch am 9. Januar im Ratskeller - mit FBG-"Lemmy" Jörg Heydt. Herzogenauracher Musiker äußern sich über den Rockstar.
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Das Original: Lemmy Kilmister ("Motörhead") war schon vor seinem Tod eine Legende des Rock 'n' Roll  Foto: Matthias Hoch
Das Original: Lemmy Kilmister ("Motörhead") war schon vor seinem Tod eine Legende des Rock 'n' Roll Foto: Matthias Hoch
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Lemmy Kilmister ist tot. Kurz nach Weihnachten starb der Frontmann der Rockband "Motörhead", wenige Tage nach seinem 70. Geburtstag. Doch Lemmy lebt weiter. In den Herzen zahlreicher Rock-'n'-Roll-Fans. Und auf der Bühne, wenn Coverbands hierzulande den Altmeister der schnellen und lauten Töne würdigen.


Jörg: einfach voll in die Waffel

Wie zum Beispiel die Herzogenauracher Band FBG, auch "Freibiergesichter" genannt. Lemmy war Sänger und spielte den Bass, bei FBG tut das Jörg Heydt. Und wie er das tut: Nicht von ungefähr zählt der Kultkracher "Ace of Spades" zu den Lieblingssongs des Herzogenaurachers. Über Lemmy sagt er: "Er ist und bleibt einfach der Godfather of Rock 'n' Roll. Dieser Sound und Ausdruck, den er auf die Bühne gebracht hat, ist einzigartig. Laut und direkt.
Einfach voll in die Waffel." Und noch was gefällt dem Bassisten: "Alle Regler auf Anschlag und dann - voll auf die Glock'n . Auf dass das Trommelfell fröhlich schwinge."

Für Basser-Kollege Bodo Klose aus Weisendorf, früher unter anderem bei Barock und Spin Off, "haben wir die Rock-Ikone schlechthin verloren." Ohne ihn, so fürchtet er, "wird der Rock 'n' Roll nicht mehr so sein wie vorher."


Sonja: Held meiner Jugend

Sonja Tonn, Sängerin aus Erlangen und Duopartnerin von "Wulli" Wullschläger, fasst es in kurze Worte. "Wieder geht einer der Helden meiner Jugend." Stefan Martin, Alleinunterhalter aus Heßdorf, schreibt: "Auch wenn ich mich meist mit anderer Musik beschäftige, so macht es einen doch traurig und betroffen, wenn einer der größten Rockmusiker von uns gehen muss."

Sven Engert (Jellybrains und jetzt Citizen X) ist mit der Musik von Lemmy aufgewachsen. "Ich hab' Songs von ihm immer im Programm gehabt und kann nur eines dazu sagen: Danke Mr. Kilmister, du hast uns Milchbubis gelernt, wie man Rock 'n' Roll spielt und ihn lebt". Engert: weiter: "Der Kapitän des Rock 'n' Roll hat das Schiff verlassen."


Hutch: ein großer "Badass"

Thomas "Hutch" Bauer, der die großen Bühnen kennt, unter anderem auf Tour mit Alice Cooper war, hat Lemmy Kilmister schon persönlich treffen dürfen. "Ich war mal mit ihm in den 80ern einen Nachmittag zusammen", erzählt er. Und: "Das war eine Sause, getroffen hab ich ihn dann auf Festivals wie Wacken oder dem ,bang your head festival‘, wo wir auch zu Gast waren."

Seine ersten Worte findet er spontan in englisch: "Today we lost the greatest badass in the history of rock 'n' roll!", schreibt er. "Badass" gilt als Redewendung für harter Hund oder ähnliches. Und weiter: "Lemmy war, ist und bleibt eines meiner größten Idole aller Zeiten." Bauer spielt bei Mad Max und Frontline.

Stephan Heimberger (FBG) sagt: "Mr. Rock 'n' Roll hat eine große Bühne verlassen, um eine noch viel größere in Grund und Boden zu rocken!", und Ralf Rehder (RCR) meint: "Rock 'n' Roll will never die -- wir werden ihn nicht vergessen." Thomas "Smiley" Schönfelder, der Vorsitzender der Musikinitiative Herzogenaurach, stellt fest: "Ich hab Lemmy leider nicht mehr live erlebt, aber was ich gehört habe, hat er sein Leben und sein Schaffen bis zum letzten Augenblick genossen."


Meggy: faszinierend schnell

Schlagzeuger Klaus Peter Sandel, genannt "Meggy" , faszinierte vor allem die Geschwindigkeit, bei "Ace of Spades" zum Beispiel. "Auch ich habe diesen Song, wie einige andere auch, mit meiner damaligen Band The Belly Bombers zum Besten geben dürfen. Da gab es schon den einen oder anderen Auftritt, bei dem meine Arme immer länger und schwerer wurden, um das Lemmy-Tempo durchzuhalten."

Und dann ist da noch der fränkische Kabarettist Stefan Eichner aus Kulmbach. Er widmet Lemmy auf seiner Facebookseite einen langen Nachruf. "Auch wenn es etwas pathetisch klingt" schreibt er, "Motörhead war und ist für mich nicht nur eine Band, sondern der Inbegriff für die Lebenseinstellung Rock 'n' Roll." Er hätte sich die Band wahrscheinlich nochmal im Februar in Chemnitz angeschaut, "wohlwissend, dass es nur ein Schatten vergangener Tage sein würde." Aber seinen 70. Geburtstag habe Lemmy immerhin noch gepackt. Eichner: "Respekt. Bei diesem Lebensstil so alt zu werden, das schaffen die wenigsten. Auch der schnelle Abgang passt zu diesem Leben, perfekt."

Am Samstag, 9. Januar, werden die Freibiergesichter im Herzogenauracher Ratskeller spielen. Und den, diesmal kurz vor Weihnachten abgesagten Traditions-Auftritt, nachholen. Dann heißt es halt "Nightmare after Christmas". Und für einen Teil "willkommener Nightmare" wird sicher das "Ace of Spades" sorgen.


Bea: RIP Lemmy

Auch Ratskeller-Wirtin Bea Wirth trauert. "Jetzt merken wir, dass wir auch älter werden, wenn unsere Musikerhelden von uns gehen. Lemmy, du wirst als Legende weiterleben", schreibt sie. Und fügt, wie die meisten anderen Befragten auch, ein RIP hinzu.


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