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LKR Erlangen-Höchstadt
Demographie

Landkreis Elangen-Höchstadt wächst wie kein anderer

Den Statistikern zufolge gewinnt der Kreis Erlangen-Höchstadt bis zum Jahr 2035 fast fünf Prozent an Einwohnern.
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Der Landkreis Erlangen-Höchstadt legt an Einwohnern zu. Nicht nur aktuell, sondern auch in Zukunft. Das besagen zumindest die neuesten Berechnungen des Bayerischen Landesamtes für Statistik. Demnach wird die Einwohnerzahl im Landkreis von derzeit rund 134.000 auf geschätzte 140 700 im Jahr 2035 steigen.

In Mittelfranken liegt Erlangen-Höchstadt mit diesem Wachstum gleichauf mit der Stadt Nürnberg. Klarer Spitzenreiter ist die Stadt Fürth, der fast zehn Prozent mehr Einwohner prognostiziert werden. Im Regierungsbezirk kochen einzig Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (0,6 Prozent) und Weißenburg-Gunzenhausen (minus 0,1 Prozent) auf kleiner Flamme, was zu einem durchschnittlichen Plus von 3,7 Prozent führt.

Der Rest Frankens hingegen rechnet mit einem Bevölkerungsrückgang. Oberfranken beispielsweise verliert 5,1 Prozent, dort kann nur Forchheim zulegen. Je größer die Distanz wird zur Metropolregion, desto größer werden die Verluste. Die Kreise Kulmbach, Hof und Kronach verlieren sogar zweistellig. Aber auch die Unterfranken werden weniger, hier wird mit einem Minus von 2,6 Prozent gerechnet. Nur Kitzingen und dem Landkreis Würzburg wird - auf geringem Niveau - Wachstum vorausgesagt.

Der Freistaat wird den Statistikern zufolge in den nächsten 20 Jahren 5,4 Prozent an Einwohnern zunehmen, wobei die Spanne von plus 17,2 Prozent im Landkreis Dachau (Oberbayern) bis minus 15,2 Prozent im Landkreis Wunsiedel (Oberfranken) reicht.

Um Voraussagen zur Entwicklung der Bevölkerungszahl zu treffen, beobachten die Statistiker besonders die demographische Komponente. Demnach wird der Landkreis Erlangen-Höchstadt zwar insgesamt älter (der Durchschnitt wird bis 2035 von heute 43,7 auf 46,4 Jahre steigen), auch die Zahl der über 75-Jährigen steigt um fast die Hälfte - allerdings wächst sowohl der Jugend- als auch der Altenquotient. Das heißt, einfach ausgedrückt: Zu allen Erwerbstätigen gibt es dann sowohl von denen, die nicht mehr (>65 Jahre), als auch von denen, die noch nicht (<19 Jahre) erwerbstätig sind, mehr an der Zahl.

Dass die Bevölkerung im Landkreis älter wird, ist freilich kein Einzelfall. Trotzdem wird Erlangen-Höchstadt auch in zwanzig Jahren mit durchschnittlich diesen 46,4 Jahren noch der jüngste Landkreis Mittelfrankens sein - die Städte Erlangen, Fürth und Nürnberg bleiben in dieser Wertung vorne. Im oberfränkischen Nachbarkreis Forchheim wird bis 2035 ein Schnitt von 47 Jahren erreicht, der Einwohner im Bezirk Oberfranken ist dann sogar schon im Schnitt 48,2 Jahre alt.


1,8 Millionen Mittelfranken

Wenn es so weitergeht, wie die Prognosen besagen, werden in Mittelfranken am 31. Dezember 2035 rund 1,8 Millionen Menschen leben - also etwa 65 000 mehr als heute. Diese Bevölkerungszahl wird Nachbar Oberfranken bis dahin wohl verlieren, die Unterfranken etwa die Hälfte davon.

Den größten Zuwachs erwartet Oberbayern: Das Landesamt für Statistik rechnet mit knapp einer halben Million. hol/haj

Kommentar von Redakteur Christian Bauriedel:

Ja, hört das denn nie auf? Boom, Boom, Boom. Ist die Rede von Mittelfranken, im Speziellen von Erlangen und dem Landkreis ERH, sind Stichworte wie Vollbeschäftigung, Weltkonzerne und Gewerbesteuer nicht weit. Doch auch die Kehrseite der Medaille sollte genannt sein: Wohnungsnot, Mietexplosion und Verkehrsbelastung. Wenn es von Berlin heißt, es sei arm, aber sexy, was ist dann ERH? Reich und unsexy? Kann Zuzug wegen Jobs eine Region auch lähmen? Was nützt die florierende Wirtschaft, wenn man das sauer erarbeitete Geld in sündhaft teure Mieten stecken muss? Und auch die Häuslebauer sind betroffen. Für viele ist "was Eigenes" schlicht unfinanzierbar. Forchheim etwa wird das noch merken - Stichwort Medical Valley. Denn Jobmagneten haben eben auch Schattenseiten.

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