Ganz schön eng ging es am Donnerstagabend im Adelsdorfer Rathaus zu. Es stand keine Gemeinderatssitzung an, sondern Gerti Koch und Paul Gütle vom Verein Schlosskunst-Adelsdorf hatten zu einer Vernissage geladen.
"Immer, wenn neue Bilder im Rathaus hängen, habe ich das Gefühl, ein anderes Rathaus zu betreten", erklärt Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) stolz den vielen Besuchern. "Seit der Kunstverein unter Siggi Wolt sich regelmäßig um die schmückende Ausgestaltung unserer Gänge kümmert, gehe ich täglich viel lieber zur Arbeit", meint er und schmunzelt. Und tatsächlich, bei jedem Ausstellungswechsel findet man einen anderen Stil vor!

Freunde, Bekannte, Vertreter aus Politik und natürlich Künstler hatten sich eingefunden und spazierten begeistert durch alle Stockwerke. Paul Gütle malt schon seit 50 Jahren. Bereits in der Schule war Kunst eines seiner Lieblingsfächer und "ich habe damals schon bei Schülerwettbewerben mitgemacht und stets Preise gewonnen", berichtet er stolz. Gütle wohnt seit 1965 in Adelsdorf und wenn man bei ihm zu Hause vorbei schaut, sieht es aus wie in einer Galerie. "Ich male nicht, denn es reicht, wenn einer von uns das tut", erklärt Ehefrau Kunigunda und lacht. Dafür hat der Enkel Opas Talent geerbt und sogar schon Bilder verkauft.


Stimmungsvoll und abstrakt



Die meisten Bilder von Gerti Koch sind stimmungsvoll. "Ich male eigentlich gerne abstrakt, aber jetzt habe ich was Ruhigeres rausgesucht, damit Pauls und meine Bilder besser harmonieren." Zu malen hat sie im Jahr 2000 - mit Beginn des Ruhestandes - angefangen. "Vorher fertigte ich Keramiken in meiner Werkstatt, nebenbei schloss ich eine Bildhauerausbildung ab, jetzt male ich. Bildhauerei wird mit zunehmendem Alter etwas anstrengend", erklärt sie. Schon als Kind war sie kunstinteressiert. "Wenn man glücklich ist bei dem, was man macht, hält das jung", fasst sie zusammen und dankt "dem Mann am Akkordeon", Walter Rasser aus Dormitz, der für die musikalische Umrahmung sorgte.

Die Bilder können während der Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt werden: Montag bis Freitag, 7.30 bis 12 Uhr; Dienstag 14.30 bis 16.45 Uhr; Donnerstag 14.30 bis 17.30 Uhr. Die Ausstellung dauert bis 31. Mai.