Herzogenaurach
Stadtrat

Kulturelle Revolution steht in Herzogenaurach bevor

Die Stadt Herzogenaurach macht aus ihren Kulturtagen, die sich immer über Wochen erstreckten, ab 2018 ein viertägiges Festival.
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Georgios Halkias, Gerhard Höfler, German Hacker und Renate Schroff (v. l.) hörten sich die Vorschläge des Projektbüros an. Foto: Richard Sänger
Georgios Halkias, Gerhard Höfler, German Hacker und Renate Schroff (v. l.) hörten sich die Vorschläge des Projektbüros an. Foto: Richard Sänger
Die Herzogenauracher Kulturtage, die es seit 1991 gibt, haben ausgedient. Im Jahr 2018 wird es "hin&herzo18" heißen. Nach den Worten von Bürgermeister German Hacker (SPD) soll dieses Motto die Bewegungsfreudigkeit aufzeigen, da es viele Veranstaltungsorte in der Stadt geben soll. "Man kann hin&her gehen, es ist kurz, prägnant und enthält die nette Aufforderung - hin nach Herzogenaurach", erklärte das Stadtoberhaupt eingangs.
Ab 2018 soll es statt der Kulturtage ein viertägiges Festival geben, der Stadtrat stimmte dem Vorschlag des Kernteams und des Bonner Büros "projekt 2508" zu. Dessen Geschäftsführer Ulrich Keinath präsentierte unter anderem außergewöhnliche Aufführungsstätten, die neue Zielgruppen ansprechen, sich von den Kulturtagen abheben und dann an drei Tagen mit Highlights gekrönt werden sollen.

Das Festival wird im öffentlichen Raum und in klassischen Veranstaltungsstätten, aber auch an neuen ungewöhnlichen Orten stattfinden. Wobei der öffentliche Raum sichtbar "von Kulturschaffenden besetzt" werden soll. So könnten auch Schaufenster zu Bühnen werden oder neue Kunstwerke entstehen und es sollen die Outlets mit einbezogen werden, um eine Beziehung zwischen Innenstadt und den beiden Sportartikelfirmen herzustellen. Auf Gefallen stieß im Stadtrat, dass Nachwuchskünstler stärker zum Zug kommen und auch Schulen mit eingebunden werden sollen.
Keinesfalls soll das Kulturwochenende zu einem weiteren Stadtfest werden, sondern die Festivaltage müssten sich von anderen Festen, auch in der näheren Umgebung, abheben. "Etwas Neues mit eigenem Charakter schaffen - die Kulturtage brauchen ein klares Profil und ein Alleinstellungsmerkmal", erklärte Keinath. So soll sich die Veranstaltung mehr für alle Generationen und Bevölkerungsschichten öffnen und eine Öffentlichkeitswirkung regional und überregional erzielen.
Deswegen ist es jetzt die Aufgabe des Kernteams und der Verantwortlichen, ein Jahresthema auszuwählen, das sich wie ein "Roter Faden" durch die Veranstaltungen zieht. Bei seiner Präsentation wählte Ulrich Keinath "Revolution" als Kernthema, das durchaus auch für Veranstaltungen von Jahresbeginn bis zum Festivalwochenende und darüber hinaus angewendet werden kann. Das Festival soll im September an einem Wochenende von Donnerstag bis Sonntag stattfinden. "Bei einem festen und wiederkehrenden Termin können sich die Leute darauf einstellen", erklärte Keinath. Da die Frage nach den Kosten aufkam, die Keinath im Groben umriss, erklärte der Bürgermeister, dass zum Budget eine gewisse Vorgabe gemacht werden muss, schließlich muss etwas im Haushalt stehen. So wurde der Betrag von bisher 30 000 Euro verdoppelt und nun sei es Aufgabe des Kernteams, weitere Details abzuklären.


Junge Leute einbinden

Ille Prockl-Pfeiffer forderte mehr Frauen und vor allem mehr junge Leute fürs Kernteam. "Wir Alten sollten nicht über alle Veranstaltungen für junge Leute bestimmen, die sollen selbst mitreden", erklärte die CSU-Stadträtin, so sollen auch die Schulen mit ins Boot geholt werden. Kurt Zollhöfer sah den "Roten Faden" als eine Herausforderung, die auch ein hohes Engagement erfordere, und äußerte leise Kritik, denn die Stadt gebe schon jetzt sehr viel Geld für Kultur aus.
Den angesetzten Betrag sah Peter Simon von den Grünen dagegen als extrem wenig, vor allem wenn man hochqualifizierte Kultur wolle, koste es auch Geld. Prockl-Pfeiffer vertrat die Ansicht, dass große Namen nicht unbedingt sein müssen, denn in der Stadt, den Schulen und auch in der näheren Umgebung gebe es hervorragende Leute aus Kunst und Kultur.

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