Laden...
LKR Erlangen-Höchstadt
ABSTIMMUNG

Kreisausschuss ERH mit 12:1 für die Fusion

Die Fusion der Kreissparkasse Höchstadt mit der Stadt- und Kreissparkasse Erlangen ist auf der politischen Ebene so gut wie beschlossen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Tage der Selbstständigkeit der Kreissparkasse Höchstadt scheinen gezählt zu sein.  Foto: Andreas Dorsch
Die Tage der Selbstständigkeit der Kreissparkasse Höchstadt scheinen gezählt zu sein. Foto: Andreas Dorsch
+1 Bild
Noch Anfang 2015 kam eine Fusion für ihn nicht in Frage, erklärte Landrat Alexander Tritthart (CSU) am Montagnachmittag in der Sitzung des Kreisausschusses. Doch inzwischen habe man eine ganz andere Situation. Bis auf den FW-Fraktionsvorsitzenden und Höchstadter Bürgermeister Gerald Brehm schlossen sich alle Ausschussmitglieder der Meinung des Landrats an und empfehlen dem Kreistag für seine Sitzung am kommenden Freitag die Zustimmung zur Fusion.

Vor der Abstimmung tauschten der Gegner und die Befürworter einmal mehr ihre Argumente aus. Landrat Tritthart führte die überbordende Regulatorik, die Digitalisierung und vor allem die Zinssituation ins Feld. Zwar habe man bei der Kreissparkasse Höchstadt schon Personal eingespart und die Gebühren erhöht, sagte Verwaltungsratsvorsitzender Tritthart, doch sei bei einer Klausurtagung die Fusion angedacht worden.

Seit Dezember habe man mit Erlangen intensive Gespräche auf Augenhöhe geführt. In den ausgehandelten Vertragsentwurf seien alle Forderungen aus Höchstadter Sicht eingearbeitet worden. Dabei habe auch viel Transparenz geherrscht. Für Tritthart sei jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Fusion: "Lieber heute fusionieren, als in zwei Jahren geschluckt werden."

Die jetzt aus einer Position der Stärke heraus erzielten Verhandlungsergebnisse wären später nicht mehr zu erreichen, gab sich der Landrat überzeugt. Zudem rede man "nicht mit einem Fremden, sondern mit uns selbst". Immerhin sei der Landkreis schon mit 30 Prozent an der Sparkasse Erlangen beteiligt. Die Geschäftsstellen der Kreissparkasse Höchstadt würden bleiben, das Personal werde sogar noch verstärkt. Tritthart nehme die Verantwortung wahr, um jetzt zu entscheiden, "unabhängig davon, ob ein Bürgerbegehren kommt".

Ein solches unterstützt der Freie Wähler Gerald Brehm. Seine Fraktion sehe die angestrebte Fusion mehrheitlich sowohl wegen der Vertragsgestaltung als auch wegen des Zeitdrucks äußerst kritisch. Der Höchstadter Bürgermeister hält die Fusion "weder rechtlich noch wirtschaftlich" für notwendig.

Die Argumente Regulatorik und Zinsniveau würden alle Banken treffen, sagte Brehm, wobei die Regulatorik für kleinere Banken erleichtert werde. Das Bürgerbegehren würde Brehm gerne auf den Raum Höchstadt begrenzen, weil er eine "besondere Betroffenheit" seiner Stadt sieht. Der Landrat erklärte dazu, seine Rechtsaufsicht sehe eine solche Betroffenheit für Höchstadt durch die Fusion nicht.

Für SPD-Kreisrat und Herzogenauracher Bürgermeister German Hacker sei das A und O "die Sicherung der Sparkassen-Dienstleistungen in der Fläche". Dafür komme man an einer Fusion nicht vorbei. Die Sparkasse Herzogenaurach habe mit der Sparkasse Erlangen schon 1929 fusioniert und sei damit gut gefahren. Den Menschen vor Ort sei es auch egal, wie die Sparkasse heißt, sagte Hacker.

Wolfgang Hirschmann von den Grünen sieht "einen Trend, der auf den Niedergang des Geschäftsmodells der Sparkassen hin zeigt". Das werde sich auch durch die Fusion nicht grundsätzlich ändern. Er verlangte, dass die Sparkasse jährlich einen Lagebericht im Kreistag abgeben sollte, was auch zugesichert wurde.

"Wir müssen unserer Verantwortung gerecht werden", forderte CSU-Sprecher Walter Nussel. Für ihn seien alle Fragen geklärt und Zeitdruck sehe er auch nicht.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren